Coronavirus

Corona: Kunden sollten Stromrechnung trotz Krise zahlen

Wer seine Stromrechnung wegen der Coronakrise derzeit nicht bezahlen kann, muss nicht fürchten, dass ihm der Saft abgedreht wird.

Wer seine Stromrechnung wegen der Coronakrise derzeit nicht bezahlen kann, muss nicht fürchten, dass ihm der Saft abgedreht wird.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Oberhausen.  Wer wegen der Coronakrise seine Stromrechnung nicht zahlen kann, steht nicht plötzlich ohne Strom da. Was Kunden dennoch beachten müssen.

Trotz Coronakrise und möglicher finanzieller Einbußen die Energierechnung bezahlen? Ja, raten Verbraucherschützer. Wer die Mittel zur Verfügung hat, sollte seine Schulden begleichen. Auch, wenn Versorger angekündigt haben, wegen der anhaltenden Krise vorerst auf Strom- und Gassperren zu verzichten und der Gesetzgeber zudem einen Zahlungsaufschub von maximal drei Monaten einräumt.

Auch die Energieversorgung Oberhausen wird vorübergehend keine Anschlüsse sperren. So teilen es die Linken in einer Pressemitteilung mit, die beim Energieversorger nachgefragt haben.

Der gesetzlich vereinbarte Aufschub gilt bis spätestens zum 30. Juni und nur für Verträge, die vor dem 8. März 2020 geschlossen wurden. Außerdem muss der Zahlungsverzug nachweislich auf die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus’ zurückzuführen sein. Neben Energieverträgen gilt das auch für Wasser-, Telefon- und Internetverträge.

Ein Aufschub ist keine Befreiung

Doch Angelika Wösthoff, Leiterin der Oberhausener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale, warnt: „Auch wenn ein Zahlungsaufschub gewährt wird, bedeutete das keine Zahlungsbefreiung.“ Spätestens wenn die Coronakrise abklinge, könnten Versorger auch wieder Strom und Gas sperren.

Wösthoff empfiehlt deshalb, bei Zahlungsschwierigkeiten den Energieversorger zu kontaktieren, die eigene Situation zu schildern und Lösungen zu besprechen. Möglich sei etwa eine Ratenzahlung. Die monatlichen Raten sollten nicht zu hoch sein. Wenn sie das verfügbare Budget sprengen, reißen sie an anderen Stellen neue Löcher in die Haushaltskasse – schlimmstenfalls entstehen zusätzliche Schulden.“

Bei vorübergehenden Zahlungsproblemen lässt sich laut Verbraucherexpertin auch jenseits der Coronaregeln eine Stundung aushandeln. Das bedeutet, dass die Schulden erst später zurückgezahlt werden müssen. Hierauf können zum Beispiel Arbeitnehmer in Kurzarbeit verweisen oder Menschen, die derzeit Krankengeld beziehen.

Kontakt zur Verbraucherzentrale

Nach wie vor gilt: Die monatlichen Abschläge für Strom oder Gas müssen früher oder später bezahlt werden. Wer durch die Corona-Pandemie in seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, könne aber bis zum 30. Juni 2020 ein gesetzliches Leistungsverweigerungsrecht geltend machen, erklärt Wösthoff. Betroffene müssen nachweisen, dass die Folgen der Pandemie die Wahrung eines angemessenen Lebensunterhaltes gefährden.

Betroffne können sich mit ihren Sorgen und Fragen an die Verbraucherzentrale wenden: 0208-91108601 oder per E-Mail an service@vebraucherzentrale.nrw.

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