Verkehrswende

Das erste Oberhausener Wasserstoff-Auto ist jetzt unterwegs

Hat die Verkehrswende für sich verwirklicht: Ludwig Gebhardt fährt das erste in Oberhausen angemeldete Wasserstoffauto.

Hat die Verkehrswende für sich verwirklicht: Ludwig Gebhardt fährt das erste in Oberhausen angemeldete Wasserstoffauto.

Foto: Frank Oppitz / FFS

Oberhausen.  Auf der IAA dreht sich alles um die Verkehrswende. Ludwig Gebhardt hat diese Herausforderung schon bewältigt. Ganz persönlich sozusagen.

Verkehrswende lokal: Das erste Wasserstoff-Auto fährt in Oberhausen. Ludwig Gebhardt hat’s angemeldet. Der 69-jährige Diplom-Ingenieur ist mit dem Wagen dienstlich bis nach Ostwestfalen und Osnabrück unterwegs. Er ist rundum zufrieden mit seinem neuen innovativen Antrieb. Was ihn dabei vor allem erfreut: Der Kohlendioxid-Ausstoß des Fahrzeugs beträgt – null! Denn aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf!

Als Diplom-Ingenieur interessiert sich der Oberhausener in besonderer Weise für die Mobilitätswende. Ganz persönliche Aspekte kommen hinzu: „Ich habe drei Enkel im Alter von zwei, drei und fünf Jahren. Da sehe ich mich besonders in der Pflicht, selbst etwas Konkretes für die umweltfreundliche Mobilität zu tun.“ Zuvor fuhr er bereits ein Hybrid-Fahrzeug, das seinen Elektroantrieb selbst aufladen konnte. Doch Ludwig Gebhardt wollte mehr und kaufte nun in der Schweiz eine gebrauchten Hyundai ix 35 Fuel Cell, Baujahr 2015, mit 23 000 Kilometer Laufleistung auf dem Tacho. Alles in allem zahlte er für das Fahrzeug (Neupreis: 65 000 Euro) inklusive Zoll und Transport 28 000 Euro.

Eine von dem Oberhausener erprobte Reichweite von 436 Kilometern, 160 km/h maximale Geschwindigkeit, Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: in 12,5 Sekunden – das sind einige Kennziffern des Autos, das über zwei Tanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils drei Kilogramm Wasserstoff verfügt. Der Pkw-Technik gelingt es in Verbindung mit von außen angesaugtem Sauerstoff, die nötige elektrische Energie zu erzeugen, um den E-Motor anzutreiben. Die Tanks machen das Auto allerdings schwerer als einen vergleichbaren herkömmlichen Pkw, so das der innovative Serien-Pkw ein Leergewicht von 1,9 Tonnen aufweist.

Nur wenige Tankstellen in Deutschland

Getankt wird an Wasserstoff-Tankstellen - an herkömmlichen Stationen, die diesen Service zusätzlich bieten. In Oberhausen fehlt eine solche Tankstelle. Ludwig Gebhardt muss also in andere Städte fahren, um seinen Pkw vollzutanken, was 9,50 Euro je Kilogramm Wasserstoff kostet. Im Umkreis und auf seinen Dienstfahrten kann der 69-Jährige in Duisburg, Mülheim, Ratingen, Essen, Herten, Kamen, Rheda-Wiedenbrück und in Hasbergen bei Osnabrück auftanken. „Man muss sich vorher schon genau überlegen, wo man hin will und wo man auftanken kann“, sagt der Oberhausener. Insgesamt gibt es nur 75 Wasserstoff-Tankstellen in ganz Deutschland, ein ziemlich lückenhaftes Netz.

Ludwig Gebhardt plädiert mit Blick auf die aktuell laufende Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt dafür, dem Wasserstoffantrieb in Deutschland bei der Mobilitätswende mehr Beachtung zu schenken. Wenn er mit seinem Fahrzeug koreanischer Produktion unterwegs ist und den Leuten die Werbeschrift am Heck („erstes serienmäßiges Fahrzeug, das mit Wasserstoff fährt“) auffällt, werden ihm stets viele Fragen gestellt, weil sich die Menschen immer mehr für die abgasfreie Fortbewegung interessieren.

Das Straßenverkehrsamt hat dem Oberhausener nach erstem Zögern das „E“ für die Elektromobilität auf dem Nummernschild gegeben. Mit OB - LG 30E ist der Oberhausener nun abgasfrei unterwegs. Das freut sicherlich auch die drei Enkel.

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