lesung

Das Propaganda-Duell von Papst und Reformator

Blick in die Lutherkirche an der Lipperheidstraße. Dem nahen Theater ist sie seit der Intendanz von Peter Carps Vorgänger

Foto: Tom Thöne

Blick in die Lutherkirche an der Lipperheidstraße. Dem nahen Theater ist sie seit der Intendanz von Peter Carps Vorgänger Foto: Tom Thöne

Oberhausen.   „Luther und der 220. Papst“ inszeniert Theater-Dramaturg Tilman Raabke als Lesung am Dienstag, 21. März, in der Lutherkirche, Lipperheidstraße.

Hier im Knappenviertel inszenierte Tilman Raabke vor vier Jahren bereits „Fiesta“ nach Ernest Hemingways Romandebüt von 1926. Der Lutherkirche an der Lipperheidstraße sehen sich das Theater und sein Chefdramaturg verbunden. Am Reformations-Jubiläum kommt man da nicht vorbei, obwohl Raabke ächzt: „Zu Luther gibt es ein paar sehr schlechte Stücke – und dann noch für 30 oder mehr Schauspieler.“

Er wählte die kleine Form einer Lesung mit Susanne Burkhard und Martin Müller-Reisinger. Am Dienstag, 21. März, um 19.30 Uhr beginnt in der schönen Kirche, die zugleich als Gemeindezentrum dient, die Lesung „Luther und der 220. Papst“. Dieser Leo X., geboren als Giovanni de’ Medici, war noch nicht einmal zum Priester geweiht, als ihn das Konklave der Kardinäle mit 37 Jahren zum 220. Papst wählte.

Sittengeschichte in 75 Minuten

Tilman Raabke kündigt „eine Sittengeschichte in 75 Minuten“ an, denn weder Luther noch Leo X. kannten Pardon in der Propaganda-Schlacht gegeneinander – der ersten, in der die Druckerpressen heißlaufen konnten. Der Papst aus Florenz pflegte die Künste; der Reformator war der „absolute Stratege“, wie Autor Raabke sagt, wenn es um den Einsatz giftiger Flugblätter ging.

Dabei habe Luther selbst „dauernd mit Fürsten und Herrschern paktiert“. Ein hochpolemisch geführter Machtkampf also, der Stoff in Fülle böte für „einen Dreiteiler“. Den gibt’s leider nicht – aber mehrere Termine für die „Luther und der 220. Papst“-Lesung.

Karten kosten 14 und 5 Euro. Weitere Termine am Freitag, 24., und Dienstag, 28. März, Tel.: 0208 857 81 84, www.theater-oberhausen.de

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik