Lokalpolitik

Dauerbaustelle der Klimasiedlung verärgert Schmachtendorfer

Ist zur Zeit offenbar das größte Ärgernis in Schmachtendorf: die Dauerbaustelle Am Tüsselbeck.

Ist zur Zeit offenbar das größte Ärgernis in Schmachtendorf: die Dauerbaustelle Am Tüsselbeck.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Dauerbaustelle Am Tüsselbeck ist das größte Ärgernis in Schmachtendorf. Das erfuhr Oberbürgermeister Daniel Schranz bei seiner Bürger-Info.

Das größte Ärgernis, das es zur Zeit in Schmachtendorf gibt, ist die Dauerbaustelle Am Tüsselbeck. Beim Bürgergespräch mit Oberbürgermeister Daniel Schranz (CDU) unter dem Motto „Auf ein Wort“ im evangelischen Gemeindezentrum an der Forststraße nahm dieser Punkt am Donnerstagabend vor über 80 Teilnehmern den meisten Raum ein. Daneben kamen aber auch Themen wie Lärmbelästigung, der Zustand von Straßen und Schulen sowie die Sauberkeit im Stadtbild zur Sprache.

2015 war das Tüsselbeck-Projekt des Bauträgers Klaus Störmann noch als Oberhausens erste Klimaschutzsiedlung gepriesen worden. Mehr und mehr scheint es sich jedoch zum Ärgernis zu entwickeln. Bewohner der bereits stehenden Häuser üben immer wieder Kritik: jahrelanger Stillstand, mangelhafte Bauausführung, viel Müll. Aber auch eine Vermieterin der Nachbarschaft beklagte, dass sie ihre Mietwohnungen nur noch mit Abschlägen vermieten könne, ja sogar Mietminderung hinnehmen müsse.

Anwohner quittieren Ankündigung mit Gelächter

Dem Eindruck von Schranz, dass sich die Verhältnisse kurzzeitig gebessert hätten, widersprachen die Bürger heftig. Mit Gelächter quittierten sie seine Ankündigung, bis Jahresende solle alles fertig sein. Was sie sich denn von der Stadt wünschten, fragte der Oberbürgermeister in die Runde. „Dass die Straße mit dem Abschluss der jeweiligen Bauarbeiten schrittweise erneuert wird“, antwortete ein Mann. „Dass der Unternehmer in Regress genommen wird“, forderte ein anderer Bürger.

Auch mit anderen Sorgen konfrontierten die Bürger Schranz: mit einer gleich dreifachen Lärmbelästigung an der Forststraße zum Beispiel. Ein Anwohner ärgert sich über einen aus seiner Sicht ungünstig stehenden Glascontainer, den Ausbau der Betuwe-Güterzugstrecke und scheppernde Lkw auf den Schlaglöchern der Forststraße. Der Container-Standort soll nun durch die Wirtschaftsbetriebe geprüft werden. In Sachen Lärmschutz von der Betuwe verwies er auf Erfolge der Stadt beim ersten Planungsabschnitt im südlichen Stadtgebiet. Marode Straßen würden nach und nach abgearbeitet.

Verständnis fördern

Als eine Frau fragte, was konkret er für Schmachtendorf unternehme, gab er zu bedenken, er als Verwaltungschef sei hauptsächlich für die Leitlinien der Stadtpolitik zuständig. Mit Einzelfällen könne er sich nur ausnahmsweise befassen. Aber allein die Veranstaltungsreihe „Auf ein Wort“ diene dazu, in der Verwaltung das Verständnis zu fördern, sich als Dienstleister für die Bürger zu verstehen. Im übrigen gelte es, durch Ansiedlung von neuem Gewerbe Arbeitsplätze zu schaffen, dadurch Sozialhilfe für Langzeitarbeitslose zu sparen und damit künftig weitere Gelder für die dringend nötigen Projekte zur Verfügung zu haben.

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