Am Ende

Der Verein „Wir sind Oberhausen“ löst sich auf

Das Vereinsvermögen in Höhe von 700 Euro spendete „Wir sind Oberhausen“ an die Oberhausener Tafel.

Das Vereinsvermögen in Höhe von 700 Euro spendete „Wir sind Oberhausen“ an die Oberhausener Tafel.

Foto: Wir sind Oberhausen

Oberhausen.  Engagiert ging „Wir sind Oberhausen“ 2013 an die Arbeit. Jetzt löst sich der Verein auf. Die Mitglieder ziehen ein ernüchterndes Fazit.

Der Verein „Wir sind Oberhausen“ löst sich jetzt nach sieben Jahren auf. Die Mitglieder wollen sich lieber einzeln weiter engagieren. Den Erfolg ihrer Arbeit sehen sie kritisch.

Gegründet wurde der Verein am 19. Februar 2013. Alle Gründungsmitglieder hatten sich zuvor in dem Aktionsbündnis „Rettet das Haus der Jugend“ engagiert. Vergeblich. Trotz einer Unterschriftenliste mit 2500 Unterstützern fasste der Rat den Beschluss, das Haus der Jugend abzureißen. Direkt am nächsten Tag rollten die Bagger der Oberhausener Gebäudemanagement GmbH an.

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„Das war der Punkt, an dem dann einige der Vereinsmitglieder beschlossen haben, in die Ratsarbeit einzusteigen“, erinnert sich Vereinsmitglied Andrea-Cora Walther. Drei der Aktiven, darunter auch sie selbst, wurden im Mai 2014 als Teil der Wählergemeinschaft „Bündnis Oberhausener Bürger“ schließlich in den Rat gewählt.

Für den Erhalt des John-Lennon-Platzes eingesetzt

Aber auch der Verein „Wir sind Oberhausen“ engagierte sich weiter. Die Vereinsmitglieder luden unter anderem zu Ortsbegehungen auf den John-Lennon-Platz und zu Versammlungen im Gemeindesaal ein und nahmen an den jährlichen Gemeindefesten der Kirchengemeinde Sankt Marien teil. Sie organisierten Stadtteilfeste und Grill-Events.

„Immerhin konnte verhindert werden, dass der einzige Freiraum für Kinder und Familien im Marienviertel West maximal zugebaut wurde“, hält Walther als wichtigen Erfolg ihres Vereins fest. „Der Platz ist bis heute nicht bebaut.“ Leider sei aber noch immer unklar, wie es mit dem Quartier Marienviertel West und auch mit dem John-Lennon-Platz weitergeht. Walthers ernüchterndes Fazit: „Im Verein haben wir schon versucht, die Arbeit im Rat maximal zu unterstützen. Aber gegen die seit Jahrzehnten zementierten Entscheidungsfindungsprozesse in Politik, Rat, Verwaltung und Verbandsstrukturen in Oberhausen lässt sich schlicht kaum etwas ausrichten.“

Das Vereinsvermögen ging an die Oberhausener Tafel

Um Einfluss auf die Entwicklungen in dieser Stadt zu nehmen, bräuchte es deshalb weder einen Verein noch eine Wählergemeinschaft. „Es braucht nur Menschen, die bereit sind, sich für die Entwicklung ihres Stadtteils einzusetzen und laut zu werden, wenn eine Entscheidung droht, in eine Richtung zu gehen, die von den Anwohnenden nicht nachvollzogen werden kann.“

In diesem Sinne habe sich der Verein jetzt aufgelöst. Das Vereinsvermögen von 700 Euro ging an die Oberhausener Tafel.

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