NRZ-Bürgerbarometer

Die Innenstadt ist für viele Oberhausener sehr unbeliebt

Die Oberhausener Innenstadt schneidet bei unserem NRZ-Bürgerbarometer sehr schlecht ab.

Die Oberhausener Innenstadt schneidet bei unserem NRZ-Bürgerbarometer sehr schlecht ab.

Foto: Morris Willner

OBERHAUSEN.   Rund 30 Prozent der Befragten geben an, dass sie die Einkaufsmöglichkeiten in der City „sehr ungern“ benutzen. Nischenkonzepte könnten das ändern

Die wenigsten Oberhausener kaufen gerne in der Innenstadt ein. Rund 30 Prozent gaben bei unserem repräsentativen NRZ-Bürgerbarometer an, dass sie die Einkaufsmöglichkeiten in der City „sehr ungern“ nutzen. Lediglich ein halbes Prozent der Befragten gab an, dass sie die Geschäfte auf und rund um die Marktstraße „sehr gerne“ aufsuchen. Etwas besser, aber dennoch im unteren Mittelwert, sieht es für die Gastronomie- sowie Kultur- und Freizeitangebote aus. City-Berater Michael Grundmann ist das Image der Innenstadt bewusst. Verbesserungsmöglichkeiten sieht er vor allem in der Ausweitung der Aufenthaltsqualität: „Es soll das Interesse entstehen, dass die Leute hier länger verweilen“, sagt er. Dazu gehören für ihn das Aufstocken von Sitzmöglichkeiten, aber auch mehr Grünflächen und ein besseres Lichtkonzept. Und: „Mittelfristig muss sich der Genremix verbessern“, ergänzt er. Das heißt: Unterschiedlichere Geschäfte sollen den Gang in die Innenstadt zukünftig attraktiver machen.

Anlaufpunkt für Nahversorgung

Aktuell sieht Grundmann die Innenstadt noch als Anlaufpunkt für die Nahversorgung. Die meisten Besucher seien Menschen, die im Umfeld der City wohnen und den Bedarf des alltäglichen Lebens abdecken. Touristen lockt die Innenstadt laut Grundmann nicht an.

Potenzial für einen denkbaren Imagewandel sieht Grundmann in Nischenkonzepten. „Hier in Oberhausen gibt es viele kleinere, teilweise leicht schräge Geschäfte“, sagt er. Dazu gehören für ihn der Ossiladen, der Comicladen, die Nahstübchen, aber auch Lokale aus der Gastronomie. Grundmann lobt jeden Existenzgründer, der sich mit einem außergewöhnlicherem Konzept in der City ansiedelt. „Es sollten sich mehrere solcher Geschäfte hier ansiedeln, um die Innenstadt auch für Außenstehende attraktiver zu machen“, erklärt er. Um das Angebot zu erweitern und neue, potenzielle Gewerbetreibende in die Innenstadt zu locken, müsse die Kommunikation zwischen Mietern und Vermietern gestärkt und unterstützt werden.

Grundmann selber sieht sich da als Vermittler. „Die Vermieter sollten den Betreibern entgegenkommen“, sagt er. Sonderkonditionen und angepasste Mietpreise sind Bereiche, die es individuell zu verhandeln gilt. Noch gäbe es allerdings kein systematisches Konzept, um neue Gewerbetreibende in die Innenstadt zu locken. „Man macht nicht einfach eine Datei auf, um neue Unternehmen anzuschreiben. Man muss die Leute finden“. Aktuell werde über verschiedene Methoden nachgedacht, konkrete Ergebnisse liegen jedoch noch nicht vor.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben