Sicherheit

Einige Mieter in Oberhausen wehren sich gegen Rauchmelder

Rauchmelder können im Ernstfall Leben retten.

Foto: Kai Kitschenberg

Rauchmelder können im Ernstfall Leben retten. Foto: Kai Kitschenberg

Oberhausen.  Immer wieder verweigern Mieter den Einbau von Rauchmeldern in ihrer Wohnung. Andere Bewohner wollen die Geräte, bekommen sie aber nicht.

Es gibt erstaunlicherweise immer noch Mieter in Oberhausen, die sich gegen den Einbau eines Rauchmelders wehren. Vermieter sind seit Jahresanfang verpflichtet, die Geräte einzubauen, doch die Monteure vieler Wohnungsgesellschaften stehen immer wieder vor verschlossenen Türen. Und auch den anderen Fall gibt es: Mieter, die den Einbau wünschen und – meist private – Vermieter, die nicht tätig werden.

Die Gründe der Rauchmelder-Muffel sind vielfältig: Einige geben an, das Kontrolllicht störe beim Schlafen, sagt Anne Michael, Sprecherin der Gemeinnützigen Wohnungsbau eG (Gewo) in Osterfeld. Andere hätten Angst vor einem Fehlalarm. Sie stellten sich vor, die Feuerwehr bricht die Tür auf, weil das Gerät Alarm schlägt, wenn die Mieter nicht zu Hause sind.

Gericht hat entschieden

In zwei Fällen ist die Gewo bereits vor Gericht gezogen. „Eine Klage ist das allerletzte Mittel, wenn der Mieter partout nicht einsehen möchte, dass wir verpflichtet sind, die Rauchmelder zu installieren“, erklärt Anne Michael. In beiden Fällen hat der Richter für die Gewo entschieden. Die Rauchmelder sind jetzt installiert, die Gerichtskosten bleiben an den uneinsichtigen Mietern hängen.

Trotzdem weigern sich rund 15 weitere Mietparteien gegen den Einbau. Sie reagieren weder auf Anrufe noch auf Post der Gewo. „Momentan versuchen die Hausmeister, den Bewohnern gut zuzureden, doch wenn nichts hilft, werden wir auch in diesen Fällen klagen müssen.“

So sieht es auch Olaf Rabsilber, Geschäftsführer der Sterkrader Wohnungsgenossenschaft. Noch stehen keine Klagen an, aber auch hier wehren sich fünf Mietparteien gegen den Einbau der Rauchmelder. Gemessen an der Gesamtzahl der Wohnungen von rund 3100 machen diese fünf Mietparteien zwar nur einen Anteil von 0,15 Prozent aus, aber Rabsilber kann die Ablehnung nicht verstehen. Ein Rauchmelder sei „eine Banalität, die aber viel Sicherheit bringt“.

Doch es gibt auch den anderen Fall: Im Schnitt ein Mal pro Woche wendet sich ein Betroffener an den Oberhausener Mieterschutzbund, weil der Vermieter keine Rauchmelder einbaut.

In solchen Fällen setzt der Verein dem Vermieter in der Regel zwei Fristen, bis wann ein Gerät eingebaut sein muss. „Passiert nichts, setzen wir ihn darüber in Kenntnis, dass der Mieter selbst eine Fachfirma für den Einbau engagiert“, erklärt Harald Bartnik, Geschäftsführer des Mieterschutzbundes. Die Kosten werden mit der Miete verrechnet. In seltenen Fällen sei der Vermieter überhaupt nicht erreichbar. Auch dann veranlasst der Mieter den Einbau selbst.

>>>>INFO: Rauchmelder-Pflicht besteht seit 1. Januar 2017

Vermieter sind seit Jahresbeginn in der Pflicht, Rauchmelder zu installieren. Viele hätten die Frist verpennt, sagt Jochen Schütz, Geschäftsführer von Haus und Grund in Oberhausen. Es seien noch viele Fragen offen. Schütz erklärt: Die Geräte müssen in Schlaf- und Fluchträumen angebracht werden. Ein Mal im Jahr muss die Funktion der Geräte geprüft werden.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik