Elektromobilität

EVO bietet in Oberhausen 100 E-Roller zur Miete an

Fünf- bis zehnmal täglich wird die Schnellladestation in Sterkrade nach Angaben der EVO genutzt.

Fünf- bis zehnmal täglich wird die Schnellladestation in Sterkrade nach Angaben der EVO genutzt.

Foto: Fabian Strauch

OBERHAUSEN.   Das Pilotprojekt war so erfolgreich, dass die Anzahl gleich verzehnfacht wird. Auf Dauer sollen mehr Ladesäulen entstehen, auch bei Privatleuten.

Während die Grünen sich darüber beschweren, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität nur schleppend vorangeht, sieht sich der Oberhausener Energieversorger EVO auf einem guten Weg, hat aber durchaus Ausbaupotenzial erkannt. Bislang gibt es neun Ladestationen für E-Autos, hinzu kommen noch drei Ladesäulen für Elektrofahrräder. Und: Die Elektro-Mietroller, die die EVO im vergangenen Jahr in einem Pilotprojekt ausgetestet hat, werden nun großzügig in der Stadt stationiert. Langfristig möchte die EVO dieses Angebot sogar auf andere Städte rund um Oberhausen ausweiten.

Die E-Roller

Mehr als hundert Roller sollen in diesem Jahr den Bürgern zur Verfügung stehen. Die Auslieferung wird allerdings sukzessive stattfinden, da der Hersteller, die Firma Kumpan aus Remscheid, mit der Produktion momentan kaum hinterher kommt. Denn vor allem das Material für Akkus wird auf dem globalen Markt knapp, erläutert EVO-Sprecher Daniel Mühlenfeld. Doch noch in diesen Tagen sollen die ersten Elektroflitzer anrollen.

Die Vorbereitungen für die neuen Mietroller sind bereits getroffen, die EVO hat nach Kundenanregungen aus der Pilotphase eine neue App für Android- und Apple-Betriebssysteme entwickelt. Die Benutzer müssen sich einmal registrieren. Ist die App installiert, kann der Benutzer hierüber den Standort des Rollers sehen und ihn reservieren. Am Roller angekommen wird er mithilfe der App aktiviert, das Helmfach entriegelt – und los geht’s.

Der umweltfreundliche Mietroller sei bei den Kunden gut angekommen, erklärt EVO-Sprecher Daniel Mühlenfeld. In der Pilotphase, die vom 22. September bis zum 20. November 2017 lief, sind die zehn Roller für insgesamt 341 Fahrten genutzt worden.

Ladesäulen für E-Autos

Auch die Auslastung der Schnellladesäulen in Sterkrade ist nach Einschätzung der EVO gut. Rund fünf- bis zehnmal pro Tag würden sie genutzt – obwohl die Ladestationen wegen des Anschlusses nicht für alle Fahrzeugtypen geeignet sind. Der Strom für die Autos wird aus der Gleichstrom-Leitung der Straßenbahn gewonnen und muss in Wechselstrom umgewandelt werden. Auch das ist ein Pilotprojekt der Stadttochter, der Probebetrieb dauert an. „Bei dem technisch anspruchsvollen Projekt sollen zunächst noch weitere Praxiserfahrungen gesammelt werden“, erklärt Sprecher Mühlenfeld. Während des Testbetriebs ist das Aufladen kostenlos.

Neben den Schnellladesäulen in Sterkrade gibt es neun Ladestationen für Elektro-Autos. Wie unsere Grafik zeigt, herrscht allerdings vor allem im Norden noch Nachholbedarf. Die EVO sei fortlaufend mit der Frage beschäftigt, wie die Lade-Infrastruktur verdichtet werden kann. Für die Ladesäulen werde reiner Öko-Strom verwendet. Die Energieversorgung prüft derzeit auf Wunsch der Politik und auf Initiative der Grünen, inwieweit Straßenlaternen zu Ladesäulen aufgerüstet werden können. Das Thema sei komplex, weshalb die Prüfung noch dauern werde, so der EVO-Sprecher. Ein Beispiel: Eine Laterne könne gar nicht rund um die Uhr zum Aufladen genutzt werden, weil der Strom für die Laternen tagsüber abgestellt werde.

Außerdem haben Firmen die Möglichkeit, auf ihrem Gelände Ladesäulen zu errichten. Die EVO ist der Eigentümer der Ladesäule und schließt mit dem Grundstücksbesitzer einen Dienstleistungsvertrag ab.

Auch Bürger können sich eine Ladesäule oder eine Ladebox für ihre Autos zuhause aufbauen. Allerdings ist die Nachfrage nach Angaben der EVO noch verhalten.

Der EVO-Fuhrpark

Der Fuhrpark der Energieversorgung Oberhausen umfasst ohne Nutzfahrzeuge rund 60 Autos. Davon sind acht Fahrzeuge vollelektrisch oder mit Hybridantrieb ausgestattet. Weitere vier Elektrofahrzeuge sind bestellt und werden entsprechend vier Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ersetzen. Das entspricht einer E-Auto-Quote 13 Prozent (zukünftig 20 Prozent). Die EVO will auch künftig E-Autos den Vorzug vor Autos mit Verbrennungsmotor geben. Ab Jahresmitte sollen zudem erste elektrische Nutzfahrzeuge angeschafft werden, sobald serienreife Modelle auf dem Markt sind.

>>> DAS KOSTET DER MIETROLLER

Während die Nutzung in der Pilotphase kostenlos war, müssen die Nutzer nun eine kleine Miete zahlen. Pro Minute kostet der Roller 18 Cent, die maximale Tagesmiete beträgt 19 Euro. Wer den Roller parkt, zahlt pro Minute fünf Cent.

Weitere Infos gibt es unter evo-sharing.ruhr

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