Tierschutz

FDP im Stadtrat unterstützt Taubenhaus für Oberhausen

Eva Jahn, Vorsitzende des Vereins Stadttauben Oberhausen, setzt sich für die dauerhafte Errichtung eines Taubenhauses in Oberhausen ein.

Eva Jahn, Vorsitzende des Vereins Stadttauben Oberhausen, setzt sich für die dauerhafte Errichtung eines Taubenhauses in Oberhausen ein.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Gute Nachricht für den Verein Stadttauben Oberhausen: Die FDP unterstützt das Anliegen, in der Stadt ein dauerhaftes Taubenhaus aufzustellen.

Gibt es nun doch bald ein dauerhaftes Taubenhaus für Oberhausen? Seit Jahren steckt der Verein Stadttauben Oberhausen immer wieder Rückschläge ein. Doch jetzt bekommen die Vereinsmitglieder tatkräftige Hilfe: Die FDP-Ratsfraktion unterstützt den erneuten Versuch, in Oberhausen dauerhaft ein solches Haus zu errichten.

Denn sowohl den Vereinsmitgliedern als auch den Freien Demokraten bereitet die Taubenpopulation in der Stadt zunehmend Sorgen. Zwar gibt es keine offiziellen Zahlen. „Aber wir hören immer wieder, dass es in der Innenstadt oder am Saporishja-Platz immer mehr Tiere gibt“, erzählt Vereinsgründerin Eva Jahn. Sie fertigte in der Folge Luftbildaufnahmen an, nach denen sie den aktuellen Bestand in der Innenstadt auf bis zu 400 Tiere schätzt.

Private Voliere mit über 40 Tieren

Seit der Gründung 2016 setzt sich „Stadttauben Oberhausen“ für einen festen Ort ein, an dem die Population der Tiere nachhaltig eingedämmt werden kann. Zwar gab es 2013 auf dem oberen Deck des Parkhauses an der Linsingenstraße schon einmal ein Taubenhaus. Das musste aber nach wenigen Monaten wieder abgebaut werden. Erstens, weil die Baukosten in Höhe von rund 2500 Euro gar nicht für eine wirklich artgerechte Auffangstation gereicht hatten. Zweitens, weil es nicht genug Mitstreiter gegeben hat, die sich regelmäßig um die Tiere hätten kümmern können. „Nur mit Futter und Wasser ist es nicht getan“, betont Jahn. Die Oberhausenerin hat in ihrem Garten selbst eine Voliere errichten lassen, in der sie rund 40 verletzte, kranke Tauben betreut. „Dort tausche ich bis zu 400 Eier jährlich aus, damit sich die Schar nicht vergrößern kann.“

Also machte sich Jahn zunächst auf die Suche nach Ehrenamtlichen, auf die sie sich verlassen kann. „Auch dank eines Aufrufes auf Facebook haben wir nun 15 Mitstreiter zusammen.“ Damit sei der erste Schritt getan. Genauso wichtig allerdings sei es, den richtigen Ort für ein solches Haus zu finden. „Ein Taubenhaus außerhalb der City zu errichten, macht keinen Sinn“, betont Jahn. Denn die Vögel seien standorttreu. „Sie bleiben, wo sie sind, weit weglocken lassen sie sich nicht – also müssen wir mit unserem Haus ebenfalls in die Innenstadt.“ Ideale Standorte könnten laut Jahn die Dächer des Bert-Brecht-Hauses oder des umgebauten ehemaligen Kaufhof-Parkhauses sein.

Bochum erteilt weiteren Taubenhäusern eine Absage

Während die Oberhausener Stadtverwaltung sich dank der FDP nun erneut mit diesen Themen befassen wird, hat die Bochumer Lokalpolitik weiteren Taubenhäusern eine klare Absage erteilt. Die Stadt Bochum beruft sich dabei auf ein Gutachten der „Biologischen Station östliches Ruhrgebiet“. Demnach hätten Taubenhäuser nicht den Nachweis erbringen können, dass sich die Bestände der Tiere tatsächlich verringert hätten.

Eine Argumentation, der Eva Jahn nur mit einem Kopfschütteln begegnen kann. „Wenn die Ausstattung stimmt, es also genügend Nisthöhlen und auch eine Quarantänestation gibt, die Ehrenamtlichen fachgerecht eingewiesen sind und die Eier regelmäßig durch Gipseier ersetzt werden, hat man innerhalb kürzester Zeit einen gesunden, gleich bleibend großen Bestand, der sich – zur Freude aller Menschen, die Tauben nicht mögen – auch noch überwiegend im Schlag aufhält.“ Seien diese wesentlichen Voraussetzungen aber nicht gegeben: „Bringt ein Taubenhaus gar nichts.“

Wuppertal feiert mit seinen Maßnahmen schon Erfolge

Jahn verweist auf die Stadt Wuppertal: „Dort ist zu sehen, dass es hervorragend klappen kann, wenn man ein wenig investiert.“ Wuppertal stelle derzeit ein Taubenhaus nach dem nächsten auf. Selbst auf dem Dachboden der dortigen Citykirche. Bis zu 12.000 Euro könne ein einziger derartig erfolgreicher Schlag aber halt kosten. „Dafür werden wir in Oberhausen noch jede Menge Spenden benötigen.“

Vom Sinn einer solchen Einrichtung überzeugt ist auch Regina Boos, Geschäftsführerin der Freien Demokraten im Oberhausener Rat: „Für uns ist das aktiver Tierschutz und eine Verbesserung des Stadtbildes“.

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