Notfall

Feuerwehr hat zu wenige Retter in der Not

Rettungssanitäter wie Jonas Schröder werden auch in Oberhausen dringend gesucht.

Rettungssanitäter wie Jonas Schröder werden auch in Oberhausen dringend gesucht.

Foto: Christian Mienert

Oberhausen.   Fachkräftemangel im Rettungsdienst macht sich bemerkbar. Kaum Bewerber auf die offenen Stellen. Bislang aber kein Personalmangel bei Einsätzen.

Sie retten Leben, leisten Soforthilfe und fehlen momentan bundesweit: Der Fachkräftemangel im Rettungsdienst macht sich auch in Oberhausen bemerkbar. Das zeigt sich an mangelnden Bewerbungen: Zum 1. April 2019 sucht die Oberhausener Feuerwehr, die die Notfallrettung in der Stadt alleine sicherstellt, acht Notfallsanitäter für die Besetzung der Rettungswagen.

Aber: „Dem Anforderungsprofil entsprechend konnten lediglich zehn Bewerber zum Vorstellungsgespräch geladen werden”, erklärt Stadtsprecher Frank Helling auf Nachfrage. „Das zeigt deutlich, dass im Moment ein Fachkräftemangel besteht”.

Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2013 soll der Beruf des Notfallsanitäters, dem eine dreijährige Ausbildung vorausgeht, den nicht anerkannten Ausbildungsberuf des Rettungsassistenten bis 2027 ablösen. Seither habe die Feuerwehr Oberhausen frühzeitig mit der Weiterqualifizierung der vorhandenen Rettungsassistenten begonnen.

Weiterqualifizierung bis zum Jahr 2020

Rettungsassistenten müssen nach Gesetz bis zum 31. Dezember 2020 ihre Weiterqualifizierung abgeschlossen haben, um als Notfallsanitäter anerkannt zu werden. Zusätzlich sind die ersten Feuerwehrkräfte in diesem Jahr in die Vollausbildung zum Notfallsanitäter gestartet. „In den nächsten Jahren werden kontinuierlich acht Feuerwehrbeamte pro Jahr die Vollausbildung beginnen”, sagt Helling.

Zurzeit arbeiten bei der Berufsfeuerwehr 118 Beamte als Notfallsanitäter. Damit liegt die Zahl knapp unter dem errechneten Bedarf von 120. Aber: „Die Zahl soll in den nächsten Jahren auf 140 ansteigen”, erklärt Helling.

Grund ist die Einbindung in die Landeskonzepte zur überörtlichen Hilfe. Bei akuten Vorkommnissen sollen die Kräfte auch über die Grenzen von Oberhausen hinaus Hilfe leisten können.

Spitzenzeiten an Karneval und Silvester

Zusätzlich sollen so die Spitzenzeiten im Rettungsdienst, wie Karneval oder Silvester, abgedeckt werden. Die Personalplanung sieht der Feuerwehr sieht vor, dass 50 Prozent der Beamten auf den Wachabteilungen zu Notfallsanitätern ausgebildet oder weiterqualifiziert werden.

Feuerwehrkräfte mit der Qualifizierung zum Notfallsanitäter arbeiten jedoch nicht ausschließlich im Rettungsdienst. Pro Jahr wird etwa 40 Prozent der Arbeitszeit in den Rettungsdienst investiert. Täglich benötigt die Berufsfeuerwehr elf Notfallsanitäter.

In der Vergangenheit ist bei Rettungseinsätzen in Oberhausen kein Mangel an Rettungskräften festgestellt worden, versichert Helling. Alle benötigten Positionen konnten besetzt werden.

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