Zugausfälle

Weltkriegsbombe in Oberhausen erfolgreich gesprengt

Die Strecke zwischen Sterkrade und Dinslaken ist derzeit gesperrt.

Die Strecke zwischen Sterkrade und Dinslaken ist derzeit gesperrt.

Foto: Tom Thöne

Oberhausen.   Eine Fliegerbombe mit Säurezünder ist in Oberhausen erfolgreich gesprengt worden. Die Anwohner durften in ihre Wohnungen zurück.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Um 15.15 Uhr war die Fliegerbombe mit dem gefährlichen Säurezünder Geschichte. Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes hatten sie erfolgreich gesprengt. Die Anwohner aus dem Sperrbezirk durften in ihre Wohnungen zurück. Die Straßensperren wurden aufgehoben, auch die betroffene Bahnstrecke zwischen Oberhausen-Sterkrade - Oberhausen-Holten - Dinslaken ist laut DB wieder frei. Es könne aber noch zu Rückstau und kleineren Verspätungen kommen, heißt es.

Die eigentlich für 14 Uhr angesetzte Sprengung hatte sich verzögert, weil mehrere Liegendkranke nachgemeldet worden waren, wie Stadtsprecher Uwe Spee erklärte.

Am Dienstagmorgen hatte die Deutsche Bahn mitgeteilt, war auf der Bahnstrecke zwischen Oberhausen-Sterkrade und Dinslaken eine Fünf-Zentner-Fliegerbombe mit Säurezünder gefunden worden. Die Arbeiten zur Beseitigung der Bombe sollten den Zugverkehr voraussichtlich bis 16 Uhr behindern.

Kampfmittelräumdienst sprengt Bombe

Wegen des besonders gefährlichen Säurezünders der Bombe wurde sie nicht entschärft, sondern von Mitarbeitern des Kampfmittelräumdienstes gesprengt. Zum Ort des Geschehens mussten 120 Tonnen Sand transportiert werden. Stadtsprecher Uwe Spee: „Das sind drei Lkw-Ladungen.“ Mit dem Sand wurde die Bombe vor der Sprengung aus Sicherheitsgründen zugeschüttet. Auf den Sand kam als zusätzliches Gewicht ein Tank mit 140.000 Litern Wasser.

Rund um die Fundstelle im inneren, roten Kreis mussten bis 12.30 Uhr rund 500 Menschen ihre Wohnungen verlassen (siehe Grafik). In der evangelischen Kirchengemeinde Schmachtendorf, Forststraße 71, steht ein Aufenthaltsraum zur Verfügung. Die Buslinien SB90, 960, 955 und 954 hatten den Fahrbetrieb eingestellt. Im inneren Kreis wurden folgende Straßen gesperrt: Emmericher Straße, Oranienstraße Ecke Genter Straße, Lütticher Straße Höhe Stadtteilzentrum, Schmachtendorfer Straße, Ferdinandstraße, Sternplatz, Sternstraße, Weseler Straße Höhe Sternstraße.

Häuser nicht verlassen

Im äußeren Kreis leben rund 2200 Menschen, die von der Feuerwehr gewarnt wurden, ihre Häuser nicht zu verlassen und Fenster wie Türen geschlossen zu halten. „Die Feuerwehr warnte die Bürger über Megafone“, erklärte Spee. Polizisten sorgten dafür, dass Oberhausener die Sperrzonen nicht doch wieder aufsuchten. Um 11 Uhr hatte man begonnen, den inneren Kreis zu räumen. Liegend-Kranken-Transporte mussten bzw. müssen dabei durchgeführt werden. Um 13 Uhr wurde der äußere Kreis gesperrt.

Spee verdeutlichte, warum ein Säure- bzw. Langzeitzünder so tückisch ist: „Die Säure befindet sich in Glasviolen. Wenn die brechen, macht sich die Säure auf den Weg zum Zünder“, sagt der Stadtsprecher. Erreicht die Säure den Zünder irgendwann, kommt es zur Explosion.

Ein Bürgertelefon war unter den Rufnummern 0208 / 825-2054 und 0208 / 825-2821 eingerichtet. Personen, die einen Kranken- oder Liegendtransport benötigten, konnten sich unter der Rufnummer 0208 / 825-3168 melden.

Züge der Linie RE 5 von der Streckensperrung betroffen

Zwischen den Bahnhöfen Sterkrade und Dinslaken war die Strecke gesperrt, teilte das Unternehmen mit. Betroffen waren die Züge der Regionalbahn 5 zwischen Wesel und Koblenz. Die Züge aus Richtung Koblenz Hauptbahnhof enden und begannen in Sterkrade. Die Folge waren Teilausfälle zwischen Sterkrade und Wesel.

Die Deutsche Bahn arbeitete nach eigenen Angaben an der Einrichtung eines Ersatzverkehrs. Weitere Informationen erhalten Bahnreisende auf http://bit.ly/RegioNRW oderhttps://twitter.com/Regio_NRW.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (7) Kommentar schreiben