STADTTEIL-PROJEKT

Forum Ost dringt auf Stadtteilzentrum in Ex-Hauptschule

Seit Sommer 2016 geschlossen: die ehemalige Hauptschule St. Michael im Knappenviertel.

Foto: Kerstin Bögeholz

Seit Sommer 2016 geschlossen: die ehemalige Hauptschule St. Michael im Knappenviertel. Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Die Ex-Hauptschule St. Michael soll nicht zum verlassenen Schandfleck im Knappenviertel werden – das Forum Ost regt hier ein Stadtteilzentrum an.

Das Forum Oberhausen Ost macht Druck: Die ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtteil dringen darauf, dass die ehemalige Hauptschule St. Michael künftig als Stadtteilzentrum genutzt wird. Rund 40 Teilnehmer kamen am Montagabend ins Bürgerzentrum Alte Heid, um über dieses Vorhaben zu diskutieren.

Auf dem Podium waren kundige Gäste präsent: Neben Bezirksbürgermeisterin Dorothee Radtke (SPD) auch Jürgen Schnug (Forum Oberhausen Ost, Werbegemeinschaft Knappeninitiative) sowie Immobilien-Dezernent Jürgen Schmidt. Jörg Vorholt moderierte die Veranstaltung.

Bereits im November 2016 stellte Jürgen Schnug die Ideen des Forums Oberhausen-Ost zur künftigen Nutzung der Ex-Hauptschule St. Michael in der Bezirksvertretung vor und fand dort viel Anklang: Der ehemalige Schulstandort soll zur Anlaufstelle für Vereine, Gruppen und Initiativen aus dem Stadtteil werden, angebunden und ergänzend zum Bürgerzentrum Alte Heid. Als Anker-Einrichtung könnte das Kommunale Integrationszentrum hier einziehen.

Die Zeit drängt – Vandalismus droht

Im Februar 2017 beschloss der Stadtrat fraktionsübergreifend, diese Idee umfassend zu prüfen. „Seitdem haben wir nichts mehr gehört“, erklärte Jürgen Schnug jetzt bei der Bürgerversammlung. Die Zeit dränge. Es dürfe nicht passieren, dass sich der weitgehend leerstehende und ungenutzte Hauptschulstandort zu einem Schandfleck und zu einem Ort des Vandalismus im Stadtteil entwickele. Auch viele Diskussionsteilnehmer wiesen im Verlauf des Abends immer wieder auf dieses Risiko hin und forderten ein schnelles Handeln der Stadt.

Das Projekt sei herausragend wichtig, auch um den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Stadtteil zu stärken und um – mit Blick auf jüngste Wahlergebnisse – „ein weiteres Abrutschen nach rechts“ zu verhindern.

2018 – ein entscheidendes Jahr

Für die Verwaltung nahm Jürgen Schmidt umfassend Stellung: Die Stadt kläre derzeit bis Anfang 2018 in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung, ob die Ex-Hauptschule künftig noch als Bildungsstandort benötigt werde; zudem werde auch noch erörtert, ob hier eine Wohnbebauung durch Investoren infrage komme, wobei das Sportplatz-Areal mit einbezogen würde; Schmidt wies zudem darauf hin, dass auch andere Stadtteile Bedarf für ein Stadtteilzentrum sehen würden. Man müsse also letztlich im Stadtrat die nötige politische Mehrheit finden, um die Ideen des Forums Ost zur Neunutzung der Ex-Hauptschule tatsächlich in die Tat umsetzen zu können.

Im Jahr 2018 sollten nun aus Sicht des Forums Oberhausen Ost möglichst konkret die Weichen dafür gestellt werden. „Alle im Umfeld machen sich Gedanken zur Zukunft dieses Ex-Hauptschulstandorts. Dass das nicht von heute auf morgen geht, ist uns klar. Doch wir müssen dranbleiben“, sagte Bezirksbürgermeisterin Dorothee Radtke. Auszuloten ist 2018 dann auch, welche Fördermittel beantragt werden könnten, um das Projekt zeitnah zu verwirklichen.

Jürgen Schmidt sagte dem Forum Ost einen kontinuierlichen Gedankenaustausch zu – an fehlenden Informationskanälen soll das Vorhaben nicht scheitern.

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