Frisuren-Trends

Friseur-Fachbesucher schauen sich die Tricks ab

Sie wagte etwas: Model Dunja Lingk

Foto: Kerstin Bögeholz

Sie wagte etwas: Model Dunja Lingk Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Bei einem Workshop präsentiert die Friseurinnung die aktuelle Haarmode. Kurzhaarfrisuren liegen voll im Trend und: Der Bob kommt immer wieder.

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Sonst bleiben die Türen von Michael Scharfenkamps Salon montags geschlossen. In dieser Woche machte der Figaro jedoch eine Ausnahme. Es wurde geschnitten, geföhnt, geschminkt und ganz viel gefachsimpelt.

Damen tragen Bob, bei den Herren geht der Trend zum Kurzhaarschnitt und das Make-Up darf mit warmen Sandtönen ganz natürlich sein: Um sich von den aktuellen Trends inspirieren zu lassen, besuchten viele Oberhausener Friseure jetzt an ihrem eigentlich freien Tag die Konkurrenz.

„Wir wollen heute mal etwas anders machen,“ begrüßte Bernd Görg, Obermeister der Oberhausener Friseurinnung, seine Kollegen. Zum ersten Mal präsentieren die Innungsmeister ihren Kollegen die aktuellen Trends nicht auf dem Laufsteg im Zentrum Altenberg, sondern im Salon direkt am Model.

Vor den aufmerksamen Augen des versammelten Fachpublikums werkelten die Friseurmeister aus den Innungs-Fachbeiräten an ihren Models. „Das macht wirklich Spaß, man kommt ganz schnell ins Gespräch,“ erzählte Friseurmeister Kai Hecker, während er die Lockenpracht seines Models in Form föhnt.

Besonders um den Frisierplatz von Yvonne Stinhöfer drängen sich viele Zuschauer. Sie hoffen auf Schminktipps von der Expertin. Da wurde der Lidschatten der Kollegin schon mal kurzerhand mit einem goldenen Akzent aufgehübscht oder die Augenbrauen des Kollegen mit einer kleinen Bürste in Form gebracht. Denn, das will Stinhöfer zeigen, es sind oft die kleinen Kniffe, die den Look perfektionieren.

„Haare schneiden können wir alle“

Doch trotz der ausgelassenen Stimmung wollten die Anwesenden an diesem Abend auch etwas von den Innungsmeistern lernen. Denn: „Haare schneiden können wir alle“, schmunzelte Friseurmeisterin Heike Wehr. Sie leitet einen eigenen Salon in Lirich. Ihre Angestellte Angelika Börner verfolgt aufmerksam, wie Kai Hecker die Konturen am Hinterkopf seines Models akribisch mit Schere und Rasierer heraus arbeitet. „Man nimmt immer eine Kleinigkeit mit,“ sagt sie.

Auch ihr Auszubildender Can Antona möchte an diesem Abend dazulernen: „Ich habe meine Augen überall,“ erzählt er. Besonders im Bereich Kosmetik hat er viele Fragen für seine bevorstehende Zwischenprüfung.

Dass die vorgestellten Frisuren nicht völlig neu sind, stört die Friseure wenig. „Es war alles irgendwo schon mal da in abgewandelter Form“, sagt Innungs-Meisterin Bianca Görg, die ihrem Model einen Long Bob schneidet. Für sie kommt es auf Variabilität an. „Der Pixie-Schnitt ist zum Beispiel für jedes Alter geeignet“, erklärt sie.

Insgesamt ginge der Trend aber in diesem Jahr sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen zu kürzeren Schnitten. „Immer mehr, auch junge Frauen trauen sich, die Haare kurz zu schneiden“, sagt Kai Hecker.

Nachwuchssorgen sind bekannt

Mit Yvonne Stinhöfer und Kai Hecker sitzen gleich zwei Oberhausener Friseure in den Fachausschüssen des Landesverbands „Friseur und Kosmetik Verband NRW“.

Nachwuchssorgen kennen die Oberhausener Friseure trotzdem: Nur rund 20 Prozent der Salons in der Stadt bilden aus. Das sind immer noch mehr als in den Nachbarstädten. Dort bleiben die Berufsschulklassen oft leer.

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