Niederrheinpokal

Fünf besondere Derby-Momente zwischen RWO und RWE

Derby-Kenner: Mike Terranova, hier vor sechs Jahren bei einem Liga-Duell als Spieler, kennt den Reiz der Duelle zwischen RWO und RWE. Am Pfingstmontag spielen die beiden Vereine um den Niederrheinpokal.

Foto: Michael Gohl

Derby-Kenner: Mike Terranova, hier vor sechs Jahren bei einem Liga-Duell als Spieler, kennt den Reiz der Duelle zwischen RWO und RWE. Am Pfingstmontag spielen die beiden Vereine um den Niederrheinpokal. Foto: Michael Gohl

OBERHAUSEN.   Emotionale Ansprachen, verunglückte Pässe und provokantes Bank-Theater. Wenn RWO und RWE gegeneinander kicken, ist ein Spektakel wahrscheinlich.

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Das Derby-Fieber hat Oberhausen längst erfasst. Bis zu 15 000 Fans werden am Pfingstmontag (17 Uhr) im Stadion Niederrhein das ewige Duell der beiden Reviernachbarn verfolgen. Der Niederrheinpokal-Sieg ist die Eintrittskarte für die erste Runde im DFB-Pokal. Unterhaltung scheint programmiert, wie kuriose Derby-Duelle aus der jüngeren Vergangenheit beweisen.

1

Der Horror-Pass: Nein, an Torhüter Oliver Adler lag es ganz sicher nicht, dass RWO in der Saison 2004/2005 bitter aus der 2. Liga absteigen musste. Der 29. Spieltag wird bei Oberhausens Torwart-Legende trotzdem in Erinnerungen bleiben. Flutlicht-Freitag. Hafenstraße. 26. Minute. Oliver Adler verunglückt eine Spieleröffnung, die Essens Erwin Koen vor der Mittellinie abfängt. Dieser schaut, fackelt nicht lange und der Ball segelt aus 35 Metern hoch über den verdutzten Adler ins Tor. 0:1. Zur Pause liegt RWE sogar 2:0 vorne. Unglaublich: RWO dreht kurz vor Schluss auf, 2:2, vergibt im hitzigen Finale sogar die Chance zum Sieg. „Ich kann mich nur bei der Mannschaft bedanken, dass sie hier einen Punkt erfightet hat“, sagt Adler hinterher. Leider ohne einen Nutzen: beide Teams stiegen ab.

2

Die Gänsehaut-Ansprache: Die Terror-Anschläge von Paris schockten am 13. November 2015 die Weltöffentlichkeit. Nur zwei Tage später ging es im Stadion Niederrhein schon wieder um Fußball. Regionalliga-Derby, ein Übergang auf schwerem Geläuf. Umso mehr beeindruckte eine einleitende Ansprache von Oberhausens damaligen Stadionsprecher Christian Straßburger. „Liebe Fußball-Freunde, was ist nur aus dieser Welt geworden...“ Für die richtig gewählten Worte gegen Hass und Gewalt gab es bundesweit anerkennende Kommentare. Der TV-Sender Sport 1 übertrug das Spiel und die Ansprache davor live.

3

Der Revier-Vergleich: Der Ur-Oberhausener Mike Terranova erlebte die Duelle gegen RWE natürlich nicht nur als Trainer und Spieler, sondern auch als Co-Trainer. 2013, damals neben Peter Kunkel auf der Bank, wagte Oberhausens „Fußballgott“ den ultimativen Revier-Vergleich zum rot-weißen Derby: „Ich finde, das Spiel ist größer als Schalke gegen Dortmund!“ Seine Begründung knüpfte Terranova damals an markante Duelle unter eigener Beteiligung, vornehmlich aus der Drittliga-Aufstiegssaison 2007/2008 und dem spektakulären 4:1-Auswärtssieg an der Hafenstadion. Terranova: „Das war einfach eine geile Zeit!“

4

Das Tor-Spektakel: Das größte Wechselbad der Derby-Gefühle erfuhren die Teams in Rot und Weiß am 5. Spieltag der Regionalliga-Saison 2014/2015 im Stadion Essen: Acht Tore und doch kein Sieger. Am Ende gingen beide Teams nach einem Tor-Feuerwerk mit 4:4 (2:2) auseinander. RWO führte drei Mal. Tore von Patrick Schikowski, Alexander Scheelen und zwei Mal David Janßen reichten dennoch nicht. An Aufregern mangelte es nicht: RWO-Akteur Patrick Bauder sah 20 Minuten vor Schluss glatt Rot. Immerhin: Gewinner waren 11 000 Zuschauer.

5

Das Bank-Theater: Ausgerechnet Ex-Kleeblatt Marvin Ellmann, schoss RWE am 1. Spieltag der Regionalliga-Saison der Jahre 2012/2013 vor 13 500 Zuschauern (damals Liga-Bestmarke) in Oberhausen zum 4:2-Derbysieg. Was gar nicht gut ankam: Nach seinem vorentscheidenden Treffer kurz vor Schluss bog Ellmann provokant jubelnd zur RWO-Trainerbank ab. Darauf saß längst nicht mehr: Ein sichtlich erboster Mario Basler. Auch der damalige RWO-Stürmer Mike Terranova fand nach dem Abpfiff deutliche Worte: „Ich hätte ihm am liebsten die Ohren langgezogen.“ Die Gemüter beruhigten sich freilich wieder.

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