Kriminalität

Gericht schickt Betrüger auch in zweiter Instanz in Haft

Eine Statue der Justitia, der römischen Göttin der Gerechtigkeit.

Eine Statue der Justitia, der römischen Göttin der Gerechtigkeit.

Foto: Stephan Eickershoff

Oberhausen.   Weil ein 67-jähriger Oberhausener eine Schweizerin um ihre Ersparnisse und Altersvorsorge gebracht hat, muss der Mann nun ins Gefängnis.

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Skrupellos brachte ein 67-jähriger Oberhausener eine Schweizerin um deren Lebensersparnisse. Mit dem Versprechen, in eine florierende Firma zu investieren und satte Rendite erwirtschaften zu können, hatte die Frau aus Basel dem Oberhausener 103.000 Euro in den Rachen geworfen. In zweiter Instanz versuchte der Mann am Freitag vor dem Landgericht Duisburg eine Gefängnisstrafe abzuwenden.

2008 hatte die Geschädigte den Angeklagten in der Schweiz durch Bekannte kennen gelernt, die ihn als Geschäftsmann vorstellten. Der schilderte seine Unternehmung - angeblich hatte er ein Patent für eine neuartige Verpackungsmaschine und stand an der Spitze einer größeren Firma - in den schönsten Farben. Bis zu 50 Prozent Rendite stellte er dem Opfer in Aussicht. Die 65-Jährige zahlte bis 2012 in 23 Teilbeträgen ihre gesamte Altersrücklage ein. Und verlor sie.

Um die Altersvorsorge gebracht

„Ich bin meine Altersrente los geworden“, beschwerte sich die Zeugin vor der Berufungskammer. „Ich war gutgläubig und naiv.“ Und schließlich habe sie ja auch regelmäßig Post von dem Oberhausener bekommen, die sie in Sicherheit gewogen habe. Nun werde sie wohl nicht wie geplant bald in den Ruhestand gehen, so die selbstständige Masseurin und Fußpflegerin.

Das Amtsgericht Oberhausen hatte den Angeklagten dafür zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Richter fanden die Tat besonders verwerflich. Der Angeklagte schien dagegen auch in der zweiten Instanz keine Reue zu empfinden. „Ich wollte sie nie ja nicht betrügen“, meinte er. Im gleichen Atemzug gab er allerdings zu, dass seine Firma nie über Verhandlungen mit potenziellen Sponsoren hinaus kam und keinerlei Geschäftsaktivitäten entfaltete. „Ab 2010 habe ich das Geld nur für private Zwecke verwendet.“

Berufung in Bausch und Bogen verworfen

Der Angeklagte wirbt übrigens bis heute auf einer Homepage mit angeblichen Auslandsgeschäften. Die Juristen überzeugte das nicht gerade davon, dass der 67-Jährige, der inzwischen von einer schmalen Rente und ergänzender Sozialhilfe lebt, seine Grundeinstellung verändert hat. Gegen den Oberhausener sprachen aber vor allem dessen 23 Vorstrafen, darunter auch solche einschlägiger Natur. Zu Beginn des Betruges hatte er noch unter Bewährung gestanden. Das Landgericht verwarf die Berufung in Bausch und Bogen. Der 67-Jährige wird nun in einigen Wochen ins Gefängnis umziehen müssen.

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