Totschlag vor Gericht

Hammer-Tötung: Blutverschmierte Tür steht im Gerichtssaal

Suchten am Tag nach der brutalen Tat im Haus an der Oberhausener Uhlandstraße Beweismittel: Spurenfahnder der Polizei schauten in jeden Abfalleimer.

Suchten am Tag nach der brutalen Tat im Haus an der Oberhausener Uhlandstraße Beweismittel: Spurenfahnder der Polizei schauten in jeden Abfalleimer.

Foto: Joachim Schultheis / FUNKE Foto Services

Oberhausen.   Um den Hammer-Totschlag eines angeklagten Oberhauseners zu beweisen, ließen Richter die blutverschmierte Tür vom Tatort ins Gericht schleppen.

Wegen Totschlags muss sich derzeit ein 36-jähriger Oberhausener vor dem Landgericht Duisburg verantworten. Am 7. August 2018 soll er im Keller eines Hauses an der Uhlandstraße in der Oberhausener Innenstadt seinen Mieter, einen 58-jährigen Bauunternehmer, getötet haben, indem er ihm einen Hammer auf den Kopf schlug und ihm dann den Stab einer Stehlampe durch den Schädel trieb.

Blutspuren im Keller ausgewertet

Am siebten Verhandlungstag stand – und das im wahrsten Sinne des Wortes – im Saal 201 des Landgerichts ein ungewöhnliches Asservat im Mittelpunkt: eine blutverschmierte Tür vom Tatort. Eine Gutachterin der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle hatte die Blutspuren im Keller des Hauses ausgewertet. Das meiste Blut fand sich in einer Wanne. Dort muss, davon geht auch die Anklageschrift aus, der Angeklagte seinem Opfer den Messingstab erst ins Gesicht und dann durch den Schädel gerammt haben.

Anhand der Form und der Ausrichtung von Blutstropfen und Spritzern geht die Spurensachverständige davon aus, dass es zu ersten Schlägen auf der Treppe zum Keller gekommen sein muss. Die massiven Blutspuren auf der Tür, die der Angeklagte offenbar noch wegzuwischen versucht hatte, lassen wohl nur einen Schluss zu: Der Geschädigte muss mit dem Kopf auf dem Boden gelegen haben, während Hammerschläge seinen Schädel trafen.

Hat sich der Angeklagte nur gegen Schläge des Angreifers gewehrt?

Die Version des Angeklagten, er habe sich nur gegen Schläge des Angreifers gewehrt, der auf seiner Brust hockte, ist mit diesem Spurenbild jedenfalls nicht überein zu bringen. Der Angeklagte hatte sogar behauptet, es sei ihm dabei gelungen, mehrere Hammerschläge so abzulenken, dass sie nicht ihn, sondern den 58-Jährigen trafen.

Nach ursprünglicher Planung der Richter sollte das Gerichtsverfahren in dieser Woche abgeschlossen werden. Nun sind drei weitere Verhandlungstage bis Anfang Juli bestimmt worden. Insbesondere wartet das Gericht auf die Aussage eines bulgarischen Zeugen, der die Reise nach Duisburg zwar prinzipiell antreten will, aber unter Flugangst leidet.

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