Mieter-Frust

Hausbesitzer duldet kleines Dachparadies nicht mehr

So einladend sah es bis zum Sommer 2016 auf der Dachfläche aus.

Foto: JB

So einladend sah es bis zum Sommer 2016 auf der Dachfläche aus. Foto: JB

oberhausen.   Im Haus an der Stöckmannstraße 95 gab’s bis 2016 einen grünen Treffpunkt. Dann musste das kleine Paradies plötzlich beseitigt werden.

Alle Welt redet von Dachbegrünung und einer möglichst naturnahen Wohnumgebung: Und so wundert und ärgert sich der Oberhausener Johannes Burs auch sehr darüber, dass eine begrünte Dachfläche im Haus an der Stöckmannstraße 95 in Alt-Oberhausen von den dortigen Mietern und Wohnungseigentümern nicht mehr genutzt werden kann.

Dieses rechteckige Areal lag sehr ruhig und windgeschützt direkt an einer hohen Wand zum Nachbargebäude. Eine Hausbewohnerin hatte dort auf der frei zugänglichen und nicht umzäunten Fläche Rollrasen ausgelegt und eine Sitzgruppe mit Sonnenschutz aufgestellt. Diese Fläche bildete einen wunderbaren Treffpunkt für die Hausnachbarschaft.

Als dann 2016 der Eigentümer des Gebäudes wechselte und das Haus in den Besitz einer in Köln ansässigen GmbH überging, war’s mit dieser naturnahen Feierabend-Freude schnell vorbei. Die Grünfläche wurde beseitigt und das Flachdach liegt seitdem komplett brach. Angeblich, so hieß es damals laut Johannes Burs, habe man um die Dachkonstruktion gefürchtet, falls sich das Wurzelwerk des Rasens nach unten ausbreite.

„Ein richtiges Kommunikationszentrum“

„Ja, diese Sitzgruppe war ein richtiges Kommunikationszentrum“, berichtet Johannes Burs. Er könne nicht verstehen, warum man das nicht habe beibehalten können. Bis zum Sommer 2016 habe die kleine Oase mit diversen Topfpflanzen auf dem Dach bestanden, dann sei damit Schluss gewesen. Alle Nachbarn hätten das seinerzeit sehr bedauert.

Unsere Redaktion fragte mehrfach bei der Kölner GmbH an, um zu klären, warum genau die Grünfläche beseitigt worden ist. Trotz ausreichender Zeit gab es jedoch keine Antwort. Jetzt kommt wieder der Sommer – aus Sicht von Johannes Burs, der seit 2008 in dem Haus wohnt, wäre es ein tolles Zeichen, wenn die Fläche wieder als grünes Dach-Areal genutzt werden könnte. „Jetzt wächst das Gestrüpp dort kniehoch. Da sind Disteln und man lässt alles wuchern. Das ist nicht normal. Nun wird die darunter liegende Dachkonstruktion doch erst richtig gefährdet.“

Unterdessen haben Mieter im Haus an der Stöckmannstraße 95 Ende Januar drastische Mieterhöhungen erhalten. Johannes Burs soll zum Beispiel ab 1. April genau 76 Euro mehr für seine 81-Quadratmeter-Wohnung zahlen.

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