Umfrage

Stadtteil-Check: Hier gehen Oberhausener am liebsten essen

Noten für das gastronomische Angebot in ihren Vierteln haben die Teilnehmer des Oberhausener Stadtteil-Checks vergeben.

Noten für das gastronomische Angebot in ihren Vierteln haben die Teilnehmer des Oberhausener Stadtteil-Checks vergeben.

Foto: Michael Dahlke / Funke Foto Service

Oberhausen.  In welchem Stadtteil sind Oberhausener mit Restaurants und Kneipen am zufriedensten? Das Ergebnis unserer Umfrage wird einige Kenner verblüffen.

Ein leckeres Pils an der Theke. Das Abendessen mit der Familie oder Bekannten. Oder ein lauer Sommerabend in einem netten Biergarten. Unsere Redaktion hat beim großen Stadtteil-Check in der Kategorie „Gastronomie“ die Bürger in Oberhausen gefragt, wie zufrieden sie in ihrem Stadtteil mit der Auswahl an Restaurants und Kneipen sind. Das Ergebnis verblüfft.

Es wird deutlich, dass sich die Oberhausener in der gastronomischen Landschaft schon vor der Corona-Pandemie mit besonders euphorischen Bewertungen zurückgehalten haben. 28 Orts- und Stadtteile wurden in dieser Sparte mit Schulnoten bewertet. Kein einziger erhielt am Ende den Mittelwert „gut“.

Auch die Durchschnittsnote aller Ortsteile ist die schwächste unter allen 13 abgefragten Themen-Kategorien (3,37; ein „befriedigend minus“). Nur die traditionell sehr kritisch gesehene Kommunalpolitik schneidet in unserem Stadtteil-Check unter den knapp 3500 Teilnehmern schlechter ab.

Restaurants und Kneipen: Klosterhardt gewinnt Vergleich

Zweite Erkenntnis: Nicht immer macht die Anzahl verschiedener Restaurants und Bars den Braten fett. Verlässliche, alt eingesessene Gasthäuser treiben die zufriedenen Bewertungen deutlich in die Höhe. Dies dürfte auch beim überraschenden Sieger eine Rolle gespielt haben: Klosterhardt landete mit der Note 2,78, einem sehr ordentlichen „befriedigend“, auf dem ersten Rang.

Das über Generationen beliebte Restaurant „Zur Antony-Hütte“ mit Biergarten, Gesellschaftsräumen und Kegelbahn an der Hasenstraße, das griechische Lokal „Taverne Artemis“ an der Elpenbachstraße sowie Restaurant und Kneipe im „Parkhotel zur Bockmühle“ an der Teutoburger Straße dürften sich positiv auf die Beurteilung ausgewirkt haben.

Hauchdünn verwies der Osterfelder Ortsteil das nördlicher gelegene Königshardt auf den zweiten Rang. Die Königshardter Restaurants und Kneipen holten sich mit der Durchschnittsnote 2,8 immerhin die Vize-Position.

Als größerer Ortsteil verfügt Königshardt über mehr Auswahl als Klosterhardt. Traditionshäuser wie „Gasthaus Luft“ an der Königshardter Straße und belebte Kneipen wie die „Hardtschänke“ an der Hartmannstraße öffnen genauso wie Lokale mit chinesischen, griechischen und italienischen Speisen.

Restaurants und Kneipen: Innenstadt schlägt das Centro

Der Vergleich zwischen der Oberhausener Innenstadt und dem Centro fällt ebenfalls denkbar knapp aus: Doch die viel gescholtene Alte Mitte setzt sich gegen die auf dichtem Raum üppiger aufgestellte Promenade durch. Mit der Note 2,83 schafft es Alt-Oberhausen in dieser Kategorie sogar auf den dritten Platz unter den 28 Ortsteilen – und damit auf das Siegertreppchen.

Der Innenstadt nutzt die Kombination aus rührigen Innenstadt-Wirten wie im „Uerige Treff“ am Friedensplatz, im „Alter Hut“ an der Elsässer Straße und im „Gdanska“ am Altmarkt sowie besonderen Themenlokalen. Dazu gehört zum Beispiel die spanische Tapas-Küche im „Jamon Jamon“ an der Marktstraße.

Das Centro samt Promenade zog gemeinsam mit dem benachbarten Borbeck ins Rennen und landete mit der Note 2,85 auf der vierten Position. Im Gegensatz zu den Stadtteilen befinden sich in der Neuen Mitte fast ausschließlich gastronomische Filialbetriebe.

Restaurants und Kneipen: Osterfeld und Holten landen hinten

Neben dem eng gestaffelten Mittelfeld – von Sterkrade-Mitte (3,03), Schmachtendorf (3,15) bis Lirich (3,48) und Buschhausen (3,48) mit jeweils durchschnittlichen Bewertungen – landeten zwei bevölkerungsreiche Ortsteile am Tabellenende.

Osterfeld-Mitte bewerteten die Bürger mit 3,81, also „ausreichend“, unter den großen Stadtbezirken besonders kritisch. Im Oberhausener Osten dürfte das deutliche Schwinden der einst belebten Kneipenszene eine Rolle gespielt haben.

Auch Holten im nördlichen Stadtwesten kommt im Stadtteil-Check bei den Bürgern nicht gut weg. Mit 3,95 ist die Durchschnittsnote für das Angebot der Gastronomie sogar schwächer als in Osterfeld. Nur Biefang (4,12) und Vondern (4,19) schnitten noch schlechter ab.

Immerhin: Die Durchschnittsnote „mangelhaft“, wie etwa bei der Sauberkeit in der Oberhausener Innenstadt, ergab sich beim Angebot von Restaurants und Kneipen für keinen Ortsteil. Das breite Abstimmungsmittelfeld zeigt, dass viele Bürger mit ihren Stammlokalen zufrieden sind. Mangelnde Auswahl, vor allem in der kriselnden Kneipenszene, dürfte höhere Bewertungen aber vielerorts verhindert haben.

Alle Ergebnisse des Oberhausener Stadtteilchecks finden Sie hier.

Alle bisherigen Folgen der Stadtteilcheck-Serie finden Sie hier.

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