Gewerbegebiet

Holzhandel Becher baut neue Halle für vier Millionen Euro

Eröffnung der neuen Lagerhalle im Gewerbegebiet Zum Eisenhammer.

Foto: Kerstin Bögeholz

Eröffnung der neuen Lagerhalle im Gewerbegebiet Zum Eisenhammer.

oberhausen.   Das Unternehmen Becher eröffnet eine 4000 Quadratmeter große Halle im Gewerbegebiet Zum Eisenhammer. Der Betrieb hat eine bewegte Geschichte.

Von 6000 auf 10 000 Quadratmeter hat der Holzgroßhandel Becher im Gewerbegebiet Zum Eisenhammer in den vergangenen zwölf Monaten seine Lagerfläche erweitert. Die neue, 4000 Quadratmeter große Halle ist nun in Betrieb. Darin können Holzplatten und Türen besonders schonend gelagert werden.

Dank eines überdachten, 500 Qua­dratmeter großen Vorhofs können sie bei jeder Witterung trocken be- und entladen werden. Denn im Vertriebsgeschäft mit Schreinereien, Messe- und Ladenbauern kommt es vor allem darauf an, einwandfreie Materialien anzuliefern, erläuterten Gerhard Becher, der Vorsitzende des Beirats des hessischen Familienunternehmens, und Michael Köngeter, der neue Geschäftsführer, bei der Eröffnung. Beide waren aus Wiesbaden angereist, dem Becher-Stammsitz. Auch Udo Bewersdorff und Mike Schnurpfeil, die beiden Geschäftsleiter der Oberhausener Filiale, hatten während des Festes zahlreiche Gesprächspartner.

Neue Maschine für eine Million Euro

Zur neuen Halle gehört auch eine vollautomatische Kommissioniermaschine. Rund eine Million Euro hat Becher sich den Einbau kosten lassen. „Aber mit ihrer Hilfe ist es möglich, jede einzelne Holzplatte ohne Beschädigung der Oberfläche aus dem Regal zu heben“, betonte der Geschäftsführer. Zu diesem Zweck saugt die Maschine jede Platte an und hebt sie dann heraus, damit sie verpackt werden kann.

Das Unternehmen macht jeweils rund 45 Prozent seines Umsatzes mit Holzplatten und Furnieren sowie mit Bodenbelägen und Türen. Trennwände für Gärten und Terrassendielen machen den Rest des Umsatzes aus. Der lag zuletzt bei rund 100 Millionen Eu­ro. An zwölf Standorten im Bundesgebiet sind insgesamt 400 Mitarbeiter beschäftigt, davon 68 in Oberhausen.

2007 zählte das Unternehmen 22 Standorte

Eine Ausstellung machte am Eröffnungstag deutlich, dass es bei Becher immer wieder ein Auf und Ab in der Firmengeschichte gab. Gegründet wurde das Unternehmen 1936 als Sperrholz- und Türenwerk im thüringischen Eichsfeld. Schon zwei Jahre später brannte das Werk jedoch ab. Nach dem Wiederaufbau begann der Zweite Weltkrieg, in dem man Rüstungsgüter herstellen musste. Nach Kriegsende demontierte die sowjetische Besatzungsmacht die Anlagen. Vorausschauend gründete die Familie 1945 in Göttingen ein Tochterunternehmen. Denn ihr Hauptwerk wurde 1949 in der DDR ein Volkseigener Betrieb. In Westdeutschland nahm Becher während der Wirtschaftswunderjahre großen Aufschwung. Aber 1966 wurde sein Sperrholzwerk in Karlshafen an der Weser bei einem Großfeuer zerstört. Mit der Ölkrise setzte 1973 eine Dauerkrise der Bauwirtschaft ein, die Becher 1980 bewog, ganz auf den Holzhandel umzusteigen. Vor allem nach der Wiedervereinigung liefen die Geschäfte wieder hervorragend.

2007 zählte das Unternehmen bundesweit 22 Standorte. Ein Jahr später geriet es mit dem Konjunktureinbruch nach der Bankenkrise in Schieflage. Zehn Standorte mussten geschlossen werden. „Oberhausen blieb erhalten, weil die Umsätze hier gut waren und das Firmengelände Eigentum war“, erklärte Michael Köngeter.

>>>>>> Neue Lagerhalle kostete drei Millionen Euro

Der Kostenplan des Neubaus sei eingehalten worden, sagt Becher-Geschäftsführer Michael Köngeter. Beim Zeitplan gab es leichte Verzögerungen, ursprünglich sollte die Halle im ersten Quartal eröffnen. Drei Millionen Euro hat der Bau gekostet.

Wie man eine Kostenexplosion verhindert, verriet Daniel Persy, zuständiger Bauingenieur aus Limburg: „Man darf nach der Projektierung nicht mehr viel ändern, je weniger, desto besser. Und man darf sich von Anfang an nichts in die Tasche lügen“, müsse die Kosten realistisch ansetzen. Das müsse natürlich auch mit dem Auftraggeber klappen.

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