Nahverkehr

IHK macht Druck: Verlängert Straßenbahn übers Centro hinaus!

Die Straßenbahnlinie 105 verkehrt zwischen Essen-Rellinghausen und der Unterstraße an der Oberhausener Stadtgrenze. Der Plan, die Linie bis nach Sterkrade zu verlängern, ist 2015 am mangelnden Willen der Bürger gescheitert.

Die Straßenbahnlinie 105 verkehrt zwischen Essen-Rellinghausen und der Unterstraße an der Oberhausener Stadtgrenze. Der Plan, die Linie bis nach Sterkrade zu verlängern, ist 2015 am mangelnden Willen der Bürger gescheitert.

Foto: Stefan Arend / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Nach dem Scheitern 2015 wird der Ausbau der Linie 105 erneut geprüft. Für die Industrie- und Handelskammer eine Chance, Pendler zu entlasten.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat die Verlängerung der Straßenbahnlinie von Essen-Frintrop über das Centro bis hin nach Sterkrade als wichtige Regionalverbindung gefordert. Die Linie 105 endet derzeit an der Unterstraße direkt an der Stadtgrenze zu Oberhausen. Die nun wieder geprüfte Verlängerung dieser Straßenbahnlinie muss nach Ansicht der IHK als große Chance gesehen werden – und dürfe nicht „in den Mühlen des kommenden Kommunalwahlkampfes zerredet“ werden. So formulierte es Jutta Kruft-Lohrengel, Präsidentin der Industrie-und Handelskammer der MEO-Städte Mülheim, Essen und Oberhausen, beim Jahrestreffen der Kammer vor wenigen Tagen.

Die gebürtige Oberhausenerin begrüßt ausdrücklich, dass der Lückenschluss der Linie zwischen Essen und Oberhausen wieder auf die Tagesordnung der Planer gesetzt wurde. Schon vor dem Bürgerentscheid im März 2015, der mit einem Nein zum Ausbau endete, hatte sich die IHK für die Erweiterung der Streckenführung von der Stadtgrenze über das Centro bis nach Sterkrade eingesetzt. Die Gründe liegen laut Kruft-Lohrengel damals wie heute auf der Hand: „Eine neue Direktverbindung ist ein klarer Vorteil, um die Erreichbarkeit der Handelszentren zu verbessern – und das umweltschonend.“

Immer mehr Pendler auf den Straßen

Für die IHK-Präsidentin sind die derzeitigen Verkehrsprobleme im Ruhrgebiet ein großes Problem. Die Anzahl der Ein- und Auspendler sei in den vergangenen Jahren in allen drei MEO-Städten um rund 20 Prozent angestiegen. Dementsprechend wächst auch die Zahl der Fahrzeuge auf den Straßen.

Um vor allem diese Pendler zu erreichen, müsse der Nahverkehr deutlich attraktiver gestaltet werden. Einem Gratis-ÖPNV erteilt Kruft-Lohrengel allerdings eine deutliche Absage. Es gehe nicht um ein „kostenloses Kutschieren“; die IHK fordere viel mehr eine engere Taktung, mehr Komfort und eine bessere Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln wie Rad- oder auch Car-Sharing.

Die Politik müsse Antworten auf die drängenden Fragen des Nahverkehrs finden, „damit wir unsere Zeit nicht im Stau vergeuden“, sagt die IHK-Präsidentin. Die verlängerte Linie 105 wäre ein Anfang.

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