Konzert-Matinee

Immergrüne irische Traditionals in klassischer Eleganz

Ganz in Irisch-Grün: Das holländisch-österreichische Trio Merain musizierte im Herrenhaus von Burg Vondern.

Ganz in Irisch-Grün: Das holländisch-österreichische Trio Merain musizierte im Herrenhaus von Burg Vondern.

Foto: Sven Thielmann

oberhausen.   Das niederländisch-österreichische Trio Merain begeisterte zur Sonntags-Matinee im überfüllten Herrenhaus von Burg Vondern.

Irgendwie passte sein „Wir sind arm, wir brauchen das Geld“ zum immergrünen Irland-Thema dieser Matinee auf Burg Vondern. Denn da die Remise kurzfristig an eine Hochzeitsgesellschaft vermietet war, musste Walter Paßgang, der Vorsitzende des Förderkreises Burg Vondern, die zahlreichen Besucher notgedrungen im darob übervollen Saal des Herrenhauses unterbringen.

Dessen fabelhafte Akustik kam prompt dem holländisch-österreichischen Trio Merain zugute, das mit dem abwechslungsreichen Programm „Celtic Ways“ traditionelle Klänge der immergrünen Insel in frische Farben kleidete. „Oh, trägt sie 20 Zentimeter hohe High-Heels?“, murmelte eine Dame versonnen angesichts der in jeder Hinsicht überragenden Sängerin Mieke Manschot, die mit fein-nuanciertem Sopran eher rare Perlen aus 400 Jahren irischer Hit-Parade präsentierte.

Uralte Kompositionen in heiterer Pracht

Flirrend-elegant grundiert von Mirjam Rietberg auf einer keltischen Harfe und in klassisch-duftiger Geigen-Seligkeit koloriert von der Salzburgerin Sandra Wallner, erklangen uralte Kompositionen wie „The Jointure“ von Thomas Connellan (1640 bis 1720) oder Turlough O’Carolans ebenfalls frühbarockes „Eleanor Plunkett“ in heiterer Pracht.

Anrührend kontrastiert von so famosen Traditionals wie „Siúil a Rún“ oder „Dúlamán“, einer Hymne auf die Seetang-Verkäufer früherer Zeiten. Und mit dem bewegenden „Give me three Grains of Corn“ von Amanda Edmond erinnerte das Trio Merain auch an die gälisch „An Gorta Mór“ genannte Große Hungersnot in Irland zwischen 1845 und 1852, als mehr als eine Million Menschen starben und zwei Millionen ihre Insel verlassen mussten.

Ein Händchen für die aktuelle irische Pop-Kultur

Dass die drei klassisch ausgebildeten Damen aber auch ein Händchen für die aktuelle irische Pop-Kultur haben, zeigten sie mit feinfühlig adaptierten Songs von U2 („With or without You“), Enya („Caribean Blue“) und „You Couldn’t Have Come at a Better Time“ von Luka Bloom. Ein passendes Dankeschön an den bekannten Sänger, hatte er ihnen doch einst nachts in einer gottverlassenen Gegend eine Mitfahrgelegenheit geboten, wie Sandra Wallner amüsant erzählte.

Tosender Jubel nach einer unterhaltsamen Matinee, die unter gemeinsamem Absingen von Dublins heimlicher Hymne „Molly Malone“ stimmungsvoll ausklang.

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