Ludwiggalerie

Jürgen Sarkiss liefert Rock-Hits im Schloss Oberhausen

Für einen Dylan-Song darf’s auch mal die akustische Gitarre sein: Jürgen Sarkiss zwischen Drummer Stefan Lammert und Bassist Johannes Nebel.

Für einen Dylan-Song darf’s auch mal die akustische Gitarre sein: Jürgen Sarkiss zwischen Drummer Stefan Lammert und Bassist Johannes Nebel.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Der Schauspieler lieferte in der ausverkauften Ludwiggalerie den packenden Soundtrack zu den Musiker-Fotos von Linda McCartney.

Eine alte Rocker-Weisheit lautet ja bekanntermaßen „Isset zu laut, bisse zu alt“. Angesichts des schon vor der Ludwiggalerie gut zu hörenden Soundchecks von Jürgen Sarkiss und seiner Band kam man da schon ins Grübeln, ob einen hier nicht doch der Ruch der Wahrheit umwehen würde. Zudem war Sarkiss’ jüngstes Programm im Theater Oberhausen vor gut einem Jahr ein heftig krachender Grunge-Abend gewesen.

Was das Theater Oberhausen als Beitrag zur beachtlichen Ausstellung „Fotografin unter Musikern – Linda McCartney“ unter dem hübschen Titel „The Big Shot Music Collection. Von Lennon über Umwege bis Hendrix“ im Schloss präsentierte, erwies sich allerdings denn doch als angemessen klanggewaltiges Vergnügen.

Mit eindrucksvoller Rock-Röhre servierte Songs

Wer vor dem ausverkauften Konzert durch die Säle prall voller Musikerporträts geschlendert war, der hatte natürlich gleich die passenden Bilder vor Augen zu den von Jürgen Sarkiss mit eindrucksvoller Rock-Röhre servierten Songs. Die wurden mit beinharten Beats von Stefan Lammert am Schlagzeug mächtig angeheizt, wozu Johannes Nebel neben zwei fetten E-Bässen auch einen Kontrabass in lustvolle Spiel brachte, die einem das Hemd am Flattern machten.

Mastermind Peter Engelhardt startete fingerflink den Song-Reigen mit John Lennons „I Found out“ auf einer ziemlich raren, schwer abgerockten Telecaster Gold, um für Jimi Hendrix’ „Foxy Lady“ natürlich zur hier obligaten Stratocaster zu greifen. Wie er die jaulen und jubeln ließ, war nicht nur an dieser Stelle echt cool hinter der packenden Stimme des beliebten Schauspielers. Der servierte lässig mit „Loving Cup“ einen der weniger bekannten Stones-Songs, um dann ohne Kopfwackeln Ray Charles mit „Hard Times“ zu würdigen.

Später begab sich der flotte Vierer dieses noch immer namenlosen Quartetts vergnügt auf „The Long and Winding Road“, schwelgte in „Strawberry Fields“ und ließ es auch mal etwas ruhiger angehen mit einer feinen Bob Dylan-Nummer, für die Sarkiss an der Wanderklampfe eine zweite Stimme gegen Engelhardts meist auf der Telecaster servierten Elektro-Zauber stellte.

Gefeiert für eine starke Show voller Erinnerungen

Bei den wenigen Balladen zeigte sich denn auch, warum Johannes Nebel sein akustisches Bass-Möbel dabei hatte. Legte er da doch mit feinem Bogenstrich sonore Grundierungen unter die stimmungsvolle Hitparade, die mehr als nur mitreißende „Rock’n’Roll Music“ bot.

Das überwiegend reifere Publikum, dem es keinesfalls zu laut war, feierte Jürgen Sarkiss und seine astreine Band schließlich begeistert für eine starke Show voller Erinnerungen. Auch wenn die den ein oder anderen größeren Umweg vertragen hätte – etwa zu den „Mamas & Papas“ oder zu Steve Winwood, die nämlich in den immerjungen Porträts von Linda McCartney neben Paul, John und Jimi auch an den Wänden der Ludwiggalerie abhängen.

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