Brutale Überfälle

Jugendliche rauben in Oberhausen andere Jugendliche aus

Ein Diebstahl ist schlimm, ein Raub eine ungleich schwerere Straftat. Sie wird deshalb mit mindestens drei Jahren Haft bestraft.

Ein Diebstahl ist schlimm, ein Raub eine ungleich schwerere Straftat. Sie wird deshalb mit mindestens drei Jahren Haft bestraft.

Foto: Ingo Otto

Oberhausen.   Gleich zwei brutale Überfälle von Jugendlichen auf Jugendliche am Wochenende in Oberhausen muss die Oberhausener Polizei melden.

Die Oberhausener Polizei hat es häufig betont: „Unsere Großstadt ist im Vergleich recht sicher.“ Seit vielen Jahren sinkt hier die Straßen- und Gewaltkriminalität. Die Sorge, überfallen zu werden, plage zwar insbesondere ältere Menschen, doch gefährdet seien vor allem Jüngere – besonders wenn es um Abzocke teurer Handys gehe. Jetzt meldete die Polizei gleich zwei Raubüberfälle Jugendlicher am Wochenende in Oberhausen.

In der Stoag-Buslinie mit Pistole bedroht

So bedrohten zwei junge Menschen nach Darstellung der Polizei am Sonntagabend einen 15-Jährigen und raubten ihn anschließend aus. Der 15-Jährige saß zunächst im Bus der Stoag-Linie SB90, als um kurz vor 20 Uhr die beiden Jugendlichen am Hauptbahnhof zustiegen. Noch während der Fahrt bedrohten sie den Jungen mit einer Pistole. An der Roonstraße zwangen die Täter ihr Opfer, auszusteigen. Dann führten sie den 15-Jährigen auf einen Garagenhof. Dort bedrohten sie ihn – nun mit einem Schlagstock – und nahmen ihm Jacke, Handy und Uhr ab.

Das andere Opfer (14) hatte es am Samstagabend auf dem Willy-Brandt-Platz mit einer Gruppe von etwa acht jugendlichen, laut Polizei südländisch aussehenden Räubern zu tun. Sie sahen sich das Handy des Jungen an. Ließen ihn dann aber in Ruhe. Stattdessen bedrohte einer der Räuber einen 15-Jährigen. Dem Jungen wurden Mobiltelefon, Schokoticket und andere Wertsachen geraubt. Der Täter fuhr mit einem Bus davon.

Ähnliche Fälle von Jugendlichen in Duisburg

Auffällig ist, dass in der Nachbarstadt Duisburg mehrere ganz ähnlich Fälle beobachtet wurden. Am 30. Januar um 13.30 Uhr etwa hat eine Gruppe Jugendlicher einen 15-jährigen Duisburger ausgeraubt. Sie hielten sie ihn fest, durchsuchten ihn, nahmen das Bargeld aus seiner Geldbörse, schickten ihn unter Androhung von Schlägen weg und flüchteten.

Oder: Am Dienstag, 29. Januar, stahlen zwei Jugendliche (13, 14 Jahre alt) einem jungen Duisburger seine Handschuhe. Als er sie zurückforderte, trat das Duo zu. Der Ältere sagte, dass er ein Messer dabei habe. Der 17-Jährige lief davon und erstattete Anzeige Dieses Duo wurde von der Polizei mit Hilfe von Zeugen erwischt. Den 14-Jährigen erwartet nun ein Verfahren wegen räuberischen Diebstahls.

Polizei sucht Zeugen für Raubüberfälle

Die Oberhausener Polizei sucht noch nach Zeugen für die Überfälle. Im ersten Fall ist ein Jugendlicher 15 bis 16 Jahre alt, trug eine schwarze Jeansjacke, einen weißen Pullover und eine schwarze Jeanshose mit Löchern. Er ist 1,72 Meter groß. Der zweite Täter ist 16 Jahre alt, 1,75 Meter groß und trug eine gelbe Jacke der Marke Wellensteyn sowie schwarze Sportschuhe.

Beim zweiten Raub am Hauptbahnhof: Täter circa 1,70 m groß, 16 Jahre alt, südländisches Erscheinungsbild, schlank, schwarze Haare, roter Pullover, schwarze Jacke. Infos nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0208 826-0 entgegen – oder per Mail an poststelle.oberhausen@polizei.nrw.de.

>>>INFO: Polizei klärt die Hälfte aller Straßenraubfälle auf

2017 zählte die Oberhausener Polizei 118 Fälle von Straßenraub. 2016 waren es acht weniger. Das war 2017 ein Anstieg von sieben Prozent. Die Hälfte der Fälle wird aufgeklärt. Betrachtet man allerdings alle Delikte der Straßenkriminalität, so ging die Zahl (3828) dieser Vergehen 2017 leicht um gut einen Prozent zurück.

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