Tote Tiere

Kaisergarten Oberhausen: Besucher füttern Hirsche zu Tode

Junge Damhirsche wie diese sind im Oberhausener Kaisergarten gestorben, weil Besucher ihnen Kraftfutter gegeben haben.

Junge Damhirsche wie diese sind im Oberhausener Kaisergarten gestorben, weil Besucher ihnen Kraftfutter gegeben haben.

Foto: Ralf Rottmann / WR

Oberhausen.  Der Kaisergarten Oberhausen trauert um die jungen Damhirsche Simba und Nana. Besucher haben sie zu Tode gefüttert. Wie man jetzt helfen kann.

Simba und Nana sind tot. Besucher haben die beiden jungen Damhirsche aus dem Tiergehege im Kaisergarten Oberhausen zu Tode gefüttert. Die Tiere waren gerade einmal ein Jahr alt. Doch es gibt eine Möglichkeit, das Tiergehege im Kampf gegen uneinsichtige und unwissende Besucher zu unterstützen.

Denn so etwas soll sich nicht wiederholen: In einem Aushang macht das Team des Kaisergartens auf den Tod der jungen Damhirsche aufmerksam. Vermutlich in guter Absicht an die Tiere verteilt, hat mitgebrachtes Kraftfutter großen Schaden angerichtet, wie ein Tierpathologe nachgewiesen hat. Die Mägen von Simba und Nana waren überfüllt, das Getreide hat stark gegärt. Die Magenschleimhäute waren entzündet, die Tiere litten an Durchfall, im Darmtrakt wurde Blut nachgewiesen. Die Lebern der Tiere waren deutlich verfettet, zudem wurden Lungenödeme diagnostiziert, die Herzmuskel waren geweitet und brüchig. Die Tiere haben sehr gelitten.

Freiwillige können helfen

Neben den uneinsichtigen und unwissenden Besuchern gebe es auch immer wieder Tierfreunde, die helfen möchten, erzählt Dr. Anette Perrey, Leiterin des Tiergeheges. Bester Weg: Engagement im Förderverein. Dort fänden sich bestimmt Freiwillige, die nach entsprechender Schulung mit wachsamen Augen durch das Tiergehege laufen und fütternde Besucher ansprechen. Kontakt über die Internetseite tiergehege-kaisergarten.de, 0208-37 70 612.

Wie nötig die Ansprache ist, sieht Anette Perrey immer wieder: Mit Kilosäcken Kraftfutter bewaffnet laufen Besucher durch das Tiergehege – in der Annahme, so ein bisschen Futter mache schon nichts aus. Genau so wenig wie eine kleine Möhre hier, eine Paprika da. „Doch das ist genau das Problem“, erklärt Perrey den Menschen immer und immer wieder: Die Menge macht’s. Jegliches mitgebrachtes Futter ist daher verboten. Es darf nur das Automatenfutter im Tiergehege verfüttert werden. Und das auch nicht endlos: Ist der Automat leer, haben die Tiere genug. Für einige Tiere gilt zudem ein generelles Fütterverbot. Schilder weisen darauf hin.

Uneinsichtige Besucher werden angezeigt

Das Team des Kaisergartens warnt die Besucher eindringlich: Jeder, der dabei erwischt wird, den Tieren das falsche Futter zu geben, wird wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt. Das Konzept des Kaisergartens sei es immer gewesen, Besuchern den Kontakt zu Ziege, Schaf und Co. zu ermöglichen. Doch immer wieder werden Tiere krank oder sterben, weil sie falsch gefüttert werden. Das sei nicht länger hinnehmbar, sagte Anette Perrey bereits vor wenigen Wochen. Ende Januar hatte es die Esel und Ponys getroffen. Sie litten an starken Koliken, die zum Tode führen können. Grund: wie so oft mitgebrachtes Futter der Besucher. Diesen Tieren geht es mittlerweile besser.

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