Kirche weicht Wohnungen

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

ABRISS. St. Hildegard ist ein Opfer der Bagger. Entstehen sollen Immobilien für Senioren.

Aus den Befürchtungen ist Gewissheit geworden. Die Alstadener Kirche St. Hildegard ist ein Opfer der Bagger. Im vergangenen August war das Gotteshaus entweiht worden, nachdem das Bistum Essen die Zustimmung zum Verkauf des Grundstücks durch die Pfarrei Herz Jesu Oberhausen gegeben hatte. Schon damals standen die Zeichen auf Abriss. Unter anderem, weil ein Caritas-Projekt aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden konnte.

Ulrich Lota, Leiter der Pressestelle des Bistums, bewertet das jetzige Vorgehen als "ultima ratio": "Ein solcher Kahlschlag ist nicht das, was von der Kirche gewollt ist." Das ändert aber nichts am Lauf der Dinge. Der Plan lautet kurz und humorlos: Verkauf, Abbruch, Wohnungsbau. Stufe zwei ist bereits erreicht. "Anschließend sollen auf dem Areal Altenwohnungen entstehen", erklärt der Pressesprecher. Der Kindergarten soll von diesem Vorhaben zumindest vorerst unberührt bleiben. Die Realisierung des Wohnungsbau-Projekts übernimmt laut Lota ein Unternehmen, das "schon im Umfeld der Hildegard-Kirche tätig gewesen ist".

Bürgerring war für die Erhaltung

Den dazugehörigen Namen nennt Marianne Vier, Vorsitzende des Bürgerrings Oberhausen-Alstaden: "Roland Plaßmeier hat das Grundstück gekauft." Das habe sie in einem Gespräch mit dem Unternehmer erfahren. Angebliche Bedingung für den Besitzerwechsel: Der Abriss des ehemaligen Gotteshauses.

Der ist Marianne Vier ein Dorn im Auge: "Wir wollten, dass die Kirche erhalten bleibt. Beispielsweise nach dem Vorbild der Bernarduskirche." In Sterkrade wurde der Kirchenraum mittels einer Stahl-Glaskonstruktion in einen Veranstaltungsort mit einer Kapelle umgewandelt. "Nicht nur wir als Bürgerring, sondern alle Alstadener hätten sich eine solchen Nutzung gewünscht", so die Vorsitzende.

Dass es anders gekommen ist und St. Hildegard "jetzt ganz abgerissen wird", findet Marianne Vier "sehr, sehr schade." Gerne hätten sie und ihre Mitstreiter in dem ehemaligen Gotteshaus einen Treffpunkt für die Bürger geschaffen: "Aber uns fehlt einfach das Geld. Da kann man nix machen."37 Jahre lang wurde in der Kirche St. Hildegard getauft und getraut, bevor nun Bagger anrollten. Trotz der Trauer um das Gotteshaus sieht Stadtdechant Prälat Emil Breithecker einen positiven Aspekt: Nur eine Oberhausener Kirche erleide dieses Schicksal. Andere Städte würden härter getroffen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben