Freitagsdemos

Klimaschutz: Schüler demonstrieren vor Oberhausener Rathaus

Es geht schließlich um ihre Zukunft: Schüler aller Altersstufen sind nach der Vergabe der Halbjahreszeugnisse zum Oberhausener Rathaus gekommen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren.

Es geht schließlich um ihre Zukunft: Schüler aller Altersstufen sind nach der Vergabe der Halbjahreszeugnisse zum Oberhausener Rathaus gekommen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren.

Foto: Jörg Schimmel

Oberhausen.   Die „Fridays for Future“-Proteste nehmen auch in Oberhausen Fahrt auf. Am Zeugnis-Tag demonstrieren 70 Schüler für eine bessere Klimapolitik.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft raubt“ und „Rettet die Pole, raus aus der Kohle“ schallt es am Freitagvormittag über den Rathausplatz an der Schwartzstraße. Etwa 70 Schüler haben ihre Zeugnismappen gegen Transparente und Fahnen getauscht, um lautstark für einen Wandel in der Klimapolitik zu demonstrieren.

Doch „Schule schwänzen“ ist am Zeugnistag bei den jungen Demonstranten nicht angesagt. Die Halbjahreszeugnisse haben sie sich alle brav abgeholt. „Wir haben den Termin bewusst so gewählt, weil wir heute vom Unterricht befreit sind“, sagt Jason Michalek. Der 14-jährige Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums hat die Kundgebung organisiert und der Stadt damit die erste offizielle „Fridays for Future“-Demo beschert. Zwar ist bereits vor einer Woche eine Gruppe Schüler der Christoph-Schlingensief-Förderschule für den Klimaschutz auf die Straße gegangen, nun ist Oberhausen als Regionalgruppe aber ein richtiger Teil der weltweiten Bewegung.

Demos in etwa 40 Städten

Die treibt schon seit Wochen immer mehr Schüler und Studenten jeden Freitag auf die Straße. Bundesweit sind es derzeit etwa 40 Städte, teilweise mit bis zu 1000 Teilnehmern. Alle Folgen Sie dem Aufbegehren der 16-jährigen schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg.

„Eure Kinder durften Schnee noch erleben, aber was ist mit unseren?“, ist am Freitag auf ihren selbstgebastelten Pappen zu lesen oder auch: „There is no Planet B“. Die Schüler machen deutlich, so weiter wie bisher darf es nicht gehen. Ein Umdenken in der Klimapolitik muss her, in Deutschland und überhaupt auf der ganzen Welt. Ein Donald Trump, der aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigt, das geht gar nicht. Stattdessen lautet die Losung: „Make Our Planet Great Again.“

Am Freitag sind es vor allem Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums, vom „Elsa“ und vom „Sophie-Scholl“. Die Aktion kam relativ kurzfristig zu Stande. Jason Michalek hat an seiner Schule aber vorher noch einmal die Werbetrommel gerührt. So stehen hier die kleinen Fünftklässler der Schule zusammen mit den großen Abiturienten. Auch Mitglieder des Jugendparlaments und der Linksjugend sowie einige Lehrer sind vor das Rathaus gekommen, um sich mit den Schülern zu solidarisieren.

„Wir wollen nicht, dass, wenn wir später groß sind, wir nicht

mehr leben können, nur weil die Politik für uns nichts getan hat“, sagt die elfjährige Clara aus der Klasse 5d des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums. Ihre Eltern hatten ihr die Erlaubnis gegeben, nach der Schule mit ihren Freunden am Protest teilzunehmen. Auch sie unterstützen das politische Engagement der Schüler, so lange sie nicht dem Unterricht fern bleiben.

Dass die Freitagsdemos zu Konflikten mit der Schulpflicht führen, ist auch dem Organisator Jason Michalek bewusst. Er hat für eine weitere Aktion den Freitag vor Karneval ins Auge gefasst, mit der Begründung: „Da haben wir frei.“

Weitere Aktionen geplant

Die Schüler sollten aber am Ball bleiben und noch mehr Leute im gesamten Stadtgebiet mobilisieren. „Wir wollen regelmäßige Mahnwachen abhalten“, sagt Michalek und hofft, dass die Schüler an ihren Schulen weitere Aktionen starten.

>>> Unterstützung vom Schulleiter

Schulleiter wie Holger Schmenk vom Sophie-Scholl-Gymnasium unterstützen die Freitagsdemos in der Sache, sehen aber auch langfristig ein Problem im Unterrichtsausfall.

Er denkt über eine AG nach: „Wenn die Schüler sich darin ernsthaft austauschen, kann man sie auch mal vom Unterricht freistellen“, so Schmenk.

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