Beratungsstelle

„Leben im Pott“ will vielen Oberhausenern helfen

Zum bunt gemischten Team von „Leben im Pott“ gehören auch Ehrenamtliche und Kooperationspartner von außerhalb. Foto:Christoph Wojtyczka

Zum bunt gemischten Team von „Leben im Pott“ gehören auch Ehrenamtliche und Kooperationspartner von außerhalb. Foto:Christoph Wojtyczka

Oberhausen.   Die Lebenshilfe hat ihr Beratungsangebot „Wohnen im Pott“ neu aufgestellt. Seit November bietet die Anlaufstelle im Knappenviertel noch mehr an.

„Wohnen im Pott“, das inklusive Beratungsangebot der Lebenshilfe, der Selbsthilfevereinigung für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien, hat einen neuen Namen. Seit 1. November heißt das Projekt „Leben im Pott – inklusiv von hier aus für Menschen“.

Aber nicht nur der Name ist neu, auch das Angebot hat sich verändert. In der Beratungsstelle an der Marienburgstraße geht es längst nicht mehr nur ums Wohnen. Vielmehr will man dort in noch mehr Bereichen des Lebens noch mehr Menschen Hilfestellung anbieten: „sozusagen von der Wiege bis zur Bahre“, bringt es Stefanie Franken, Leiterin der Beratungsstelle, auf einen Nenner.

Was ist gut gelaufen? Was fehlt?

Drei Jahre lang war das Vorgängerprojekt „Wohnen im Pott“ von der „Aktion Mensch“ gefördert worden. In dieser Zeit sind viele Aktivitäten im Bereich der Wohnberatung an den Start gegangen, gewachsen und haben sich etabliert. Mit Beginn des Jahres ist die Förderung aber ausgelaufen, alle Angebote wurden auf den Prüfstand gestellt: Was ist gut gelaufen? Was fehlt? Wie können noch mehr Menschen mit und ohne Behinderung von der Einrichtung profitieren?

„Wir wollen gerne mehr für diesen Stadtteil tun, eine Anlaufstelle auch in Fragen von Bildung, Arbeit und Freizeit sein, für jüngere wie ältere Menschen“, sagt Franken. Das unterstreicht auch Rainer Lettkamp, Geschäftsführer der Lebenshilfe Oberhausen: „Wir bleiben hier nicht unter uns, sondern gehen ins Viertel. Diese Öffnung, ohne die Inklusion gar nicht gelingen kann, ist uns total wichtig.“

Kooperation mit Knappeninitiative, Hochschulen und anderen

Deshalb hat sich das Team, in dem Menschen mit und ohne Behinderungen Hand in Hand arbeiten und beraten, noch weitere Kooperationspartner gesucht, die nicht originär aus dem Bereich der Behindertenhilfe stammen: die Knappeninitiative gehört dazu, aber auch die Hochschulen Arnheim und Nimwegen, das Sozialministerium, die Kommunikationsagentur Lauter und das städtische Büro für Chancengleichheit.

Schon länger dabei und bewährter Partner ist die Wohnungsgesellschaft „Immeo“, die im Sprengel einen großen Bestand an Immobilien hat und das Team auf vielfältige Weise unterstützt, wenn es darum geht, gehandicapten Menschen den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben in eigener Wohnung zu ermöglichen.

„Leben im Pott“ kümmert sich auch um Ältere

Fünf Angebote will „Leben im Pott“ künftig den Menschen im Stadtteil und darüber hinaus machen: Unter dem Titel „Altengerechte Quartiere NRW“ soll überlegt werden, was ältere und alte Menschen in Oberhausen-Ost brauchen und wie man das Knappenviertel so entwickeln kann, dass sich Menschen jeden Alters dort auf Dauer wohlfühlen können.

Ein zweites Projekt, das dort mit Ehrenamtlichen schon erfolgreich läuft, ist die Übersetzung vieler Schriftstücke in „Leichte Sprache“, damit auch Menschen mit Lernschwierigkeiten sie verstehen.

Die „Doppel-Durchblicker“

Unter dem Motto „Die Doppel-Durchblicker“ will das Team drittens seine bereits erfolgreiche „Tandem-Beratung“ fortsetzen, bei der immer ein Mitarbeiter mit und einer ohne Beeinträchtigung gemeinsam beraten. Hierbei will man sich nicht mehr nur auf Belange rund ums Wohnen beschränken.

Viertens läuft ein Antrag beim Sozialministerium, die so genannte „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung“, kurz EUTB, in der Beratungsstelle anzusiedeln, die es ab Januar in jeder Stadt geben soll.

Nicht zuletzt soll natürlich auch die Wohnberatung weitergehen, von der inzwischen nicht nur Menschen mit Behinderung profitieren. Längst finden auch andere Ratsuchende den Weg zu „Leben im Pott“. Andrea Auner, seit August Quartiersmanagerin im Knappenviertel, freut sich darüber sehr: „Inklusion ist schließlich kein Behinderten-Thema. Davon profitieren alle im Viertel.“

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