Europäischer Haftbefehl

Leichenfund im Rhein-Herne-Kanal: Ehemann unter Verdacht

Nach dem Leichenfund am 22. April sperrt die Polizei den Bereich am Rhein-Herne-Kanal großräumig ab. In den kommenden Tagen gingen Taucher an der Stelle gleich mehrfach auf die Suche nach weiteren Hinweisen.

Foto: Rene Anhuth/ANC-NEWS

Nach dem Leichenfund am 22. April sperrt die Polizei den Bereich am Rhein-Herne-Kanal großräumig ab. In den kommenden Tagen gingen Taucher an der Stelle gleich mehrfach auf die Suche nach weiteren Hinweisen.

Oberhausen.   Ermittler sind überzeugt, dass ein Mann (37) seine Frau getötet und im Kanal versenkt hat. Ausgangspunkt könnten Ehe-Streitigkeiten gewesen sein.

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Hat ein Mann seine eigene Ehefrau umgebracht, in einen Sack verpackt und dann nahe dem Kaisergarten ins Wasser geworfen und dort beschwert, damit sie nicht wegtreibt? Rund zwei Monate nach dem Fund einer weiblichen Leiche am Rhein-Herne-Kanal und nach den bisherigen Ermittlungen ist die zuständige Duisburger Staatsanwaltschaft davon überzeugt. „Dringend tatverdächtig“ sei der 37-jährige Ehemann, sagt die verantwortliche Staatsanwältin: „Er ist der einzige, der ein Motiv hat.“ Mit seiner Frau soll es vor der Tat Ehe-Streitigkeiten gegeben haben, die dann eskaliert sein könnten.

Fragen können die Ermittler den Mann zu den schwerwiegenden Vorwürfen nicht. „Unmittelbar nach der Tat“ sei der 37-Jährige spurlos verschwunden. Als wahrscheinlich gilt, dass er sich in seine südosteuropäische Heimat abgesetzt hat, möglicherweise nach Serbien oder in den Kosovo. Zwar wird der Mann inzwischen mit einem Europäischen Haftbefehl gesucht. Für dessen Vollstreckung müsste aber erstmal klar sein, wo er sich genau aufhält. Selbst bei einer möglichen Festnahme stünde dann noch die Frage im Raum, ob ihn die Behörden seines Heimatlandes kurzfristig nach Deutschland ausliefern würden.

„Erhebliche stumpfe Gewalt gegen Kopf und Körper“

Fest steht, dass die 36-Jährige „mit erheblicher stumpfer Gewalt gegen den Kopf und den Oberkörper“ getötet worden war, bevor sie im Kanal versenkt wurde. Offen ist, ob dabei auch eine Waffe eingesetzt wurde. Die Familie lebte offiziell in einer Wohnung in Essen, hielt sich aber auch häufiger in Duisburg auf. Zuletzt soll sie ihr Domizil in einer Wohnung in Oberhausen gehabt haben, in der sie allerdings nicht gemeldet war. Zur Tragik dieses Falls gehört auch: Die Eheleute haben drei Kinder. Die volljährige Tochter ist in Deutschland geblieben und wird hier betreut. Die beiden minderjährigen Söhne hat der Vater offenbar in seine Heimat mitgenommen.

Eine Kanufahrerin hatte den als Paket verschnürten Leichnam am 22. April auf dem Wasser des Kanals treibend in Höhe der Brücke der Konrad-Adenauer-Allee entdeckt. Offenbar hatte sich die Beschwerung gelöst. Einige Tage, glaubten die Ermittler, müsse der Körper bereits im Wasser gelegen haben, bis der grausige Fund an die Oberfläche kam. Und die Suche nach dem Täter begann.

Update 15.8.2018: Die zuständige Duisburger Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich der Mann weiter im Kosovo aufhält. Dort entzieht er sich einem möglichen Zugriff der deutschen Strafverfolgungsbehörden. Allerdings besteht gegen den Mann weiter ein Europäischer Haftbefehl. "Wenn er sich außerhalb des Kosovos aufhalten sollte, haben wir gute Chancen, ihn zu kriegen", sagt Staatsanwältin Karin Hülsen.

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