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Lesestoff für Tussis und Teenager im neuen Literaturcafé

Dieser Berliner – vor typischer Kulisse – stammt aus Wasserburg am Inn: Ralph Hammerthaler war Kulturredakteur und Theater-Dramaturg, ehe er sich ganz aufs literarische Schreiben verlegte. Am 28. April im Literaturhaus.

Foto: Stephan Pramme

Dieser Berliner – vor typischer Kulisse – stammt aus Wasserburg am Inn: Ralph Hammerthaler war Kulturredakteur und Theater-Dramaturg, ehe er sich ganz aufs literarische Schreiben verlegte. Am 28. April im Literaturhaus. Foto: Stephan Pramme

OBERHAUSEN.  Das Auftakt-Programm der Initiative Literaturhaus bietet klangvolle Namen. Die Bücherverliebten machen aber auch bekannt mit heimischen Erfolgen.

Noch ist die junge Initiative Literaturhaus ein Verein „in Gründung“ – doch die Programm-Gestaltung läuft bereits rund, eine Woche vor dem ersten Termin mit prominentem Gast. „Gute Veranstaltungen sind für uns das kleinste Problem“, meint Hartmut Kowsky-Kawelke munter. „Verlage und Autoren sind sehr offen“ – und das gelte auch für Neulinge im weiten Kreis der Literatur-Veranstalter.

Schließlich sind die Literaturhäusler in Oberhausen ziemlich konkurrenzlos mit ihrem Domizil an der Marktstraße 146, das am Mittwoch, 22. März, eröffnen wird – „auch als Baustelle“, wie der Vereinsvorsitzende Kowsky-Kawelke sagt. Aber vielleicht werden die rund 20 Aktiven ja, getragen vom Schwung des Vorverkaufs-Erfolges, pünktlich damit fertig, das Ladenlokal mit Büchern und Sitzgelegenheiten zu füllen.

Gefragter Übersetzer und produktiver Erzähler

Ihr erster Gast könnte die ambitionierten Anfänger gleich mit einem Schwung guter Praxistipps versorgen: Denn Gisbert Haefs, gefragter Übersetzer aus dem Englischen und Spanischen, ist „nebenbei“ nicht nur ein höchst produktiver Erzähler historischer Romane aus der antiken Welt. Der 67-Jährige zählt zudem zum Vorstand des Bonner Literaturhauses und weiß, welche Rolle eine solche Kultureinrichtung im Leben einer Stadt spielen kann.

Nach Oberhausen kommt Haefs als Übersetzer von Bob Dylans Songtexten am Freitag, 24. März, um 19 Uhr. Die Karten für „Bob Dylan, der Poet“ sind bereits vergriffen – schließlich fast das Literaturcafé nur 50 Zuhörer.

Die Programm-Macher haben mehr als einen klangvollen Namen in petto – widmen sich aber auch den Literaten vor Ort. So stellen sie am Freitag, 7. April, um 19 Uhr die Frage „Was ist Tussi-Literatur?“ an Maike Langenbusch. Die Oberhausenerin veröffentlicht als M. L. Busch erfolgreich im Internet und nennt ihr Oeuvre ganz selbstbewusst Tussi-Literatur.

Härter zur Sache geht’s mit dem 51-jährigen Ralph Hammerthaler. Er liest am Freitag, 28. April, um 19 Uhr aus „Kurzer Roman über ein Verbrechen“: Völlig selbstverständlich beginnt eine Gruppe junger Menschen, Pornos zu drehen, und sucht dafür einen Markt.

Kein kurzer, sondern ein expressiv-opulenter Roman steht am Himmelfahrts-Donnerstag, 25. Mai, um 14.30 Uhr auf dem Programm: Für Frank Witzel und seinen 2015 Buchpreis-gekrönten 800-Seiten-Roman „Die Erfindung der Rote Armee Fraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969“ zieht die Initiative Literaturhaus ins Zentrum Altenberg – und wird damit Teil des „Buchgestöbers“.

Und weil die Literatur-Liebhaber ja eigentlich ihr Bücher-Haus in Sterkrade eröffnen wollten (wir berichteten), bieten sie noch einen attraktiven Termin in der neuen Stadtbibliothek an der Wilhelmstraße: Am Freitag, 23. Juni, um 19 Uhr liest Annette Mingels, eine Kölnerin in Zürich, aus „Was alles war“, ihrem druckfrischen fünften Roman. Sie erzählt von den Spielarten moderner Beziehungen, davon, was Familie heute ausmacht.

Ein schwungvoller Saison-Start für Oberhausens Literaturhaus.

>>>LITERATURCAFE MIT UND OHNE PROGRAMM

Nicht nur für Abende mit Vorlesern öffnet das Literaturcafé, Markstraße 146, sondern auch ohne Programm – und zwar an jedem Mittwoch um 18 Uhr: „Sitzen, etwas trinken, quatschen, stöbern, lesen, entspannen“, so lautet dann die Einladung.

Den Kartenvorverkauf übernimmt der Literaten-Patron Emile Moawad nebenan in „Le Baron“, aber auch in Sterkrade die Buchhandlung Wiebus, Steinbrinkstraße 249, sowie in Schmachtendorf Markus Brinkmann Tabakwaren, Dudelerstraße 7.

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