Benefiz-Kabarett

Matthias Reuters Abitur-Blues ist ein Boogie

Kabarett im Gotteshaus mit Matthias Reuter in der Unterkirche von St. Katharina in Lirich.

Kabarett im Gotteshaus mit Matthias Reuter in der Unterkirche von St. Katharina in Lirich.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Der Kabarettist gibt ausverkauften Benefiz-Abend in St. Katharina in Lirich. Der Mann am Klavier öffnet fürs Publikum die Schrömmel-Schubladen.

Fast ein Heimspiel hatte Matthias Reuter, der Buschhausener, in der Unterkirche St. Katharina in Lirich. Zum zweiten Mal trat er dort auf, bot vor ausverkauftem Gotteshaus einen Mix aus älteren und aus neuen Nummern seines künftigen Programms „Wenn ich groß bin, werd’ ich Kleinkünstler“. Dessen Premiere steigt am 16. November im Ebertbad. Vorab aber hatte Reuter nichts vom Eintrittsgeld der rund 120 Zuhörer. Der Veranstalter, die Katholische Frauengemeinschaft (kfd), unterstützt davon den Verein Tabu in Dortmund.

Furchtlos schlug das Publikum Reuters Warnung aus „Wenn Ihr jetzt nicht abhaut, sing’ ich Euch was vor“. Es ließ sich stattdessen auf die Vorstellung ein, wie es wohl wäre, wenn Deutschland einen Tag lang vom Hass, egal auf wen oder was, befreit wäre. Reuter empfahl, dafür Waffenscheine einzuführen.

Es dürfte etwas lauter zugehen

Er öffnete in Gedanken die Schrömmel-Schubladen auch seiner Zuhörer, das sind die mit dem unnützen Kleinkram, der sich in jedem Haushalt ansammelt. Dabei rätselte er, was es wohl mit dem Dings mit den drei Plastikpinnen auf sich habe – gemeint war der Abstandhalter aus der Pizza-Packung. Und er amüsierte sich und sein Publikum mit einem Lied über Eltern, die kindliche Hobbys haben wie mit Legosteinen bauen oder Playmobil sammeln.

Dann malte er sich aus, wie es wohl wäre, wenn der akute Lehrermangel durch Rückkehr von Pensionären an die Schulen beseitigt würde. Es dürfte etwas lauter zugehen: „Das ist die Klasse von Herrn Meyer und sein Hörgerät ist aus“, sang der Gast am Klavier. Die Zuhörer dankten es ihm jubelnd.

Nach der Pause gab es eine Neuauflage des NRW-Abitur-Blues, eigentlich ein Boogie. Darin lüftete Reuter das Geheimnis hinter den sagenhaften Pannen beim Bau des Berlin-Brandenburger Großflughafens: Auch dessen Chef hat sein Reifezeugnis in NRW erworben.

Kurzweiliges Zwei-Stunden-Programm

Das amüsierte das Publikum genauso wie Reuters Besuch auf der Drosselgasse in Rüdesheim mit angeheiterten Rentnern und Scharen japanischer Touristen. Er ließ Jesus Christus an Markus Söder verzweifeln und erklärte, was das Freiparken per Brötchentaste bedeutet: „Das gilt für die Zeit, die die Politesse braucht, um selbst ein Brötchen zu essen, so 14 Minuten“.

Als dann noch die langen Wartezeiten bei Fachärzten, der Andrang der Rentner auf das Frühschwimmen und die Oktoberfeste im Revier aufs Korn genommen wurden, hatten die Zuhörer ein kurzweiliges Zwei-Stunden-Programm für einen guten Zweck erlebt.

>>>>> Frauengemeinschaft brachte 30 000 Euro auf

Seit zehn Jahren veranstaltet die kfd jedes Jahr zwei bis drei Abende, deren Erlöse dem Dortmunder Verein Tabu zugute kommen. Zwei von drei Mädchen und Frauen in Kenia sind genitalverstümmelt worden. Das Ziel des Vereins: „Bildung statt Beschneidung“. Für Kindergärten und Schulen in Kenia hat die kfd in Lirich schon über 30 000 Euro aufgebracht.

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