Landgericht

Mildes Urteil: Gericht wertet nur drei Fotos als Kinderporno

Der Haupteingang des Duisburger Landgerichts

Der Haupteingang des Duisburger Landgerichts

Foto: Christophe Gateau / dpa

Oberhausen.  Auf seinem Handy befanden sich schon wieder Kinderporno-Fotos – doch der Angeklagte erhielt nur eine geringe Strafe.

Wegen Besitzes von Kinderpornografie verurteilte das Landgericht Duisburg einen 22-jährigen Oberhausener zu sieben Monaten Haft und ordnete seine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung an.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, 2019 knapp 800 Fotos auf sein Handy geladen zu haben. Vergeblich hatte sich der Angeklagte damit zu rechtfertigen versucht, er habe die Bilder beim Einrichten seines neuen Smartphones versehentlich geladen. Die in einer digitalen Cloud befindlichen Bilder hätten zum großen Teil auch schon in einem früheren Verfahren eine Rolle gespielt, argumentierte sein Anwalt. Offensichtlich sei die Staatsanwaltschaft der Erlaubnis seines Mandanten, die Fotos zu löschen, aber nicht nachgekommen.

Richter: Das war nicht versehentlich

Die Strafkammer war zwar davon überzeugt, dass der Angeklagte die Aufnahmen nicht versehentlich herunterlud. Dennoch blieb von den Vorwürfen nicht viel übrig: Denn die Behauptung der Staatsanwaltschaft, es handele sich in der Mehrzahl um Aufnahmen von Jungen und Mädchen zur sexuellen Stimulation, erwies sich als nicht ganz richtig. Lediglich bei drei Fotos war das Gericht davon überzeugt, dass es sich um Kinderpornografie handelte. Der Rest schien vor allem spielende Kinder am Strand zu zeigen.

Gegen den einschlägig vorbestraften Oberhausener, der erst eine Woche vor Entdeckung der neuen Tat aus der Haft entlassen worden war, gab es deshalb nur eine vergleichsweise geringe Strafe. Die steht aber ohnedies nur auf dem Papier, da seine Behandlung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung gegen seinen gutachterlich bestätigten sexuellen Hang zu Kindern länger dauern wird.

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