Naturschutz

Motten spinnen am Buchenweg

Filigran, aber auch ein wenig schaurig – solche „Kunstwerke“ erschaffen die kleinen Raupen der Gespinstmotte zu Tausenden im Stadtgebiet.

Foto: Susanne Schlenga

Filigran, aber auch ein wenig schaurig – solche „Kunstwerke“ erschaffen die kleinen Raupen der Gespinstmotte zu Tausenden im Stadtgebiet.

oberhausen.   Harmlose Gespinstmotte überzieht Bäume mit Nestern. Stadtförster rechnet aber mit baldigem Auftauchen der gefährlichen Eichenprozessionsspinner.

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Besorgnis herrscht bei Passanten in Königshardt: In Höhe des Buchenweges 218 weisen Bäume derzeit fein gesponnene Nester auf, in denen kleine Raupen nur so wimmeln. Die Befürchtung, hier könnte sich der Nachwuchs des Eichenprozessionsspinners festgesetzt haben, konnte Stadtförster Jürgen Halm widerlegen.

Nach der Meldung des Befalls nahm er den Ort des Geschehens sofort unter die Lupe – und gab Entwarnung: „Das ist die Gespinstmotte, die derzeit häufig im Stadtgebiet zu finden ist.“

Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie ganze Bäume mit ihren gesponnenen Nestern überzieht, die ziemlich gespenstisch aussehen: „Das macht übrigens der Eichenprozessionsspinner nicht“, sagt Halm. Anders als der gefürchtete Eichenschädling sei die Gespinstmotte – die übrigens Eichen meidet – harmlos. Während die Raupen des Eichenprozessionsspinners mit ihren Gifthärchen heftige allergische Reaktionen auslösen können, ist die Gespinstmotte ein für den Menschen eher friedvoller Zeitgenosse.

Ein starker Wasserstrahl aus dem Schlauch

Anders aber dürften das die Bäume sehen, die von der Motten-Raupe eingesponnen werden. Jürgen Halm: „Die Tatsache, dass die Motten die Blätter eines solchen Baumes fressen, schwächt den natürlich auf Dauer. Vor allem, wenn das mehrere Jahre hintereinander geschieht. Dann können andere Schädlinge wie Pilze den Baum nachhaltig schädigen.“

Im heimischen Garten können Baumliebhaber der Gespinstmotte auf mehrere Arten zu Leibe rücken, sagt der Stadtförster. Zum einen könne man einen sogenannten Häutungshemmer spritzen, der das Wachstum der Raupen stoppt: „Weit umweltfreundlicher wäre ein starker Wasserstrahl aus dem Schlauch. Mit ihm kann man versuchen, die Nester aus dem Baum zu spülen“, sagt Halm.

Raupen mögen Süßgräser

Die Gespinst- und Knospenmotten sind übrigens eine Familie der Schmetterlinge, die weltweit mit etwa 900 Arten vorkommen. Ihren Namen haben sie von den Gespinsten, in denen sie sich verpuppen. Insgesamt kann man die Raupen der Gespinst- und Knospenmotten hauptsächlich an Süßgräsern oder in Laubgehölzen finden.

Solche Gespinste können ganze Bäume und auch Bänke umfassen. Einige Arten wie die Apfelbaumgespinstmotte schädigen Obst- und Gartengehölze.

Stadtförster Jürgen Halm kann zwar im Falle des Buchenweges Entwarnung geben, dennoch halten er und seine Mitarbeiter schon jetzt Ausschau nach dem Eichenprozessionsspinner: „Ich befürchte, dass er uns auch noch heimsuchen wird. Noch aber ist es zu früh für ihn.“

>>>>>>>> Eichen-Schädling für Menschen gefährlich

Der aus der Mittelmeerregion stammende Eichenprozessionsspinner hat sich längst in unseren Breiten ausgebreitet. Ihn zu bekämpfen, bedarf erheblicher Sicherheitsmaßnahmen. Die kleinen Härchen der Raupen können Quaddeln und Pusteln auslösen, im Auge zu Lichtscheuheit und Schwellungen führen. Gelangen Gifthärchen in die Atemwege, drohen Entzündungen.

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