Staatsanwaltschaft

Nach Bluttat in Oberhausen: Mann wegen Totschlags angeklagt

Der Schauplatz der tragischen Auseinandersetzung: die Haltestelle „Lipperfeld“ in Oberhausen.

Der Schauplatz der tragischen Auseinandersetzung: die Haltestelle „Lipperfeld“ in Oberhausen.

Foto: WTVnews

Oberhausen/Bottrop/Essen.   Ein heute 21-Jähriger soll einen Mann tödlich und dessen Bruder lebensgefährlich verletzt haben. Kurz vorher geschah bereits ein schwerer Raub.

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Nach der Bluttat an der Bus- und Straßenbahnhaltestelle „Lipperfeld“ in Oberhausen hat die Staatsanwaltschaft Essen Anklage vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts gegen zwei junge Bottroper erhoben. Einem inzwischen 21-Jährigen werden ein vollendeter und ein versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Er soll am frühen Morgen des 26. November des vergangenen Jahres auf dem Bahnsteig mit einem Messer einen 28-jährigen Hammer tödlich und dessen 26-jährigen Bruder lebensgefährlich verletzt haben. Dabei soll er mehrfach und mit Wucht zugestochen haben.

Zuvor waren die beiden Bottroper in Begleitung eines weiteren Jugendlichen in einem Nachtexpress zunächst verbal mit einer Gruppe aneinander geraten, die das Polonia Music Festival in der Turbinenhalle besucht hatte. Die Situation eskalierte tragisch, nachdem der Fahrer beide Parteien aus dem Bus verwiesen hatte. Das Leben des 26-Jährigen musste später durch eine Notoperation gerettet werden. Die Täter flüchteten zunächst.

Schwerer Raub nur eine Stunde zuvor in Bottrop

Wenn das Landgericht die Anklage zulässt, wird auch eine weitere Tat mitverhandelt, die sich keine Stunde zuvor auf der Brauerstraße in Bottrop abgespielt haben soll - bevor die beiden in den Nachtexpress nach Oberhausen stiegen: ein schwerer Raub. Dort soll der 21-Jährige gemeinsam mit einem inzwischen 18-Jährigen einen Passanten (46) nach Zigaretten gefragt, zu Boden gestoßen, durchsucht und dann mit dessen Portemonnaie mit Bargeld, EC-Karte und Papieren geflüchtet sein. Der Jüngere trug dabei ein Messer bei sich. Er müsste sich zudem wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten, weil die Polizei bei der Durchsuchung seiner Wohnung illegale Gegenstände sicherstellte.

Die beiden Verdächtigen hatten sich noch am Tattag bei der Polizei gestellt. Beide kamen danach in Untersuchungshaft. Der Ältere hat bislang zwar eingeräumt, am Tatort gewesen zu sein, aber keine konkreten Angaben zum Tatvorwurf gemacht. Der Jüngere hatte zunächst geschwiegen. Die Tat hatte weit über Oberhausen hinaus für großes Entsetzen gesorgt.

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