Karneval

Narren-Ticker: So jeck feierte Oberhausen durch Altweiber

Sag’ es durch die Blume:

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Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.  Die Frauen übernehmen in Oberhausen das Kommando: Die Sonne spielte den Karnevalisten beim Sturm aufs Rathaus in die Karten. Unser Narren-Ticker.

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Helau hoch drei, diese Stadt ist einfach nur jeck! Zur Weiberfastnacht ziehen die Frauen durch die Straßen, um die närrische Macht zu übernehmen. An ihrer Seite: Stadtprinz Hermann II. Was ist los in der Innenstadt? Wie feiert es sich in den Sälen? Unser Narren-Ticker.


10 Uhr: Komm’ schon, Kamelle! Im Hotel zum Rathaus erschallt das erste „Heeeelau“ des Tages. Die CDU lädt zum Empfang mit schwarzen Pappnasen. Bunte Kostümträger schunkeln sich für einen langen Tag ein. Lauscher aufstellen! „Ich bin GroKo, das kleine Krokodil?“ In Ordnung, man kann sich ja mal verhören. Aber Karneval ist auch lustiger als Koalitionsverhandlungen.

10.30 Uhr: Walter Paßgang führt launig und pointenreich durch den Vormittag. Das lokale Dauerthema Bordellverlagerung wird einer närrischen Lösung zugeführt: „Vielleicht sollte das hiesige Rotlichtviertel unter Tage verlegt werden, nach dem Vorbild Stuttgarter Bahnhofsmacher: Flaßhofstraße 21!“ An Karneval darf man das. Fraktionsübergreifend verteilen die Narren Orden aus Wurstspezialitäten. Halsdurchlauforden erster Klasse. Helaaaaauu!


11.11 Uhr: Brrr... ganz schön frostig dieses Oberhausen. Aber auf dem Altmarkt tauen sie auf. Die Sonne lockt. 650 Möhnen schunkeln nach links... sie schunkeln nach rechts. Die AOK Weiß-Rot lädt zum närrischen Altmarkt. Die Weiberfastnacht findet offiziell ihren Auftakt. Auf der Bühne jubiliert der Elferrat. Auch wenn die Hände kollektiv in der Tasche verharren — Petrus haben sie diesmal locker in der Tasche.


11.30 Uhr: Jetzt wird es wehmütig. Die drei Dötze, seit Jahrzehnten eine Legende der Oberhausener Karnevalsmusik, betreten zum letzten Mal nach dem angekündigten Karriereende die große Bühne. Das „Ruhrrevier“ dankt es dem Trio und klatscht ordentlich mit. Viele Karnevalstermine haben die drei Musiker geprägt. Natürlich dürfen sie nicht ohne Zugabe in den Ruhestand. Den Titel wählen sie mit Bedacht aus. „Glück auf, der Steiger kommt!“


12 Uhr: Im karnevalistischen Feldlager bei Wonsyld wärmen sich durchgefrorene Jecken auf. Im Standquartier werden schon Witze geübt. Eine Kostprobe möchte allerdings keiner geben: „Wir lassen uns nicht in die närrischen Karten schauen!“

13 Uhr:
Jetzt aber Bewegung, bitte! Vom Altmarkt aus startet die närrische Parade Richtung Friedensplatz. Das ist ja fast schon ein kleiner Karnevalszug, staunen die Muffel an Marktstraße und Elsässer Straße über die muntere durch die Gegend helauende Gemeinde. Doch ziellos ist das alles nicht. Denn...


13.30 Uhr: In Ordnung! Das Polizeipräsidium ist erreicht. Präsident Ingolf Möhring wundert sich westfälisch nüchtern: „Was wollt ihr mit dieser Baustelle?“ Baustellengerüste nebenan, der Präsident staunt über die Jecken Bauklötze. Den Narren ist das egal, der Ordnungshüter wird verhaftet. Prinz Hermann zieht schon zur nächsten Station.

13.45 Uhr: Jetzt geht es wirklich Schlag auf Schlag. Im Amtsgericht stehen die Möhnen Spalier. Schuldig! Prinz Hermann muss zuhören. Richter Michael Bonifacio stellt in Reimform überaus launig und kurzweilig den neuen Direktor des Amtsgerichts vor: „Aus Dinslaken weggeholt, dass er sich hier austobt!“ Christian Happe (natürlich folgt noch ein jecker Reim mit dem Wort Mappe) gibt sich im Kostüm von Graf Zahl den Paragrafen treu.


14 Uhr: Der Turbo-Boost wird gezündet: Schon steht der närrische Tross vor dem Finanzamt. Dienststellenleiterin Jutta Kieseler-Thanscheidt darf ein letztes Mal (vergeblich) die Trutzburg verteidigen, schließlich wechselt sie bald ihren Arbeitsort. Der gigantische Rotstift kann den Prinz nicht aufhalten, und weiter...


14.15 Uhr: Jetzt geht’s wirklich los! Oberbürgermeister Daniel Schranz wartet schon auf den Treppenstufen am Rathaus. Hermann II. nimmt nach Konfetti-Salven den Stadtschlüssel an sich. „Jetzt wird die Stadt wieder flüssig...“ Mancher Jeck im Hintergrund prostet sich zu.


15 Uhr: Im Uerige Treff am Friedensplatz stehen schon die Tische an der Seite. DJ Klaus Celesnik hat die volle Ladung karnevalistischer Hits angekündigt. Mancher vertraut der hastigen Frikadellen-Stärkung für laaaange Kondition.


16 Uhr: In der Stadthalle reihen sich die Kostüme bei der Frauensitzung der KG Weiss-Grün Hoag aneinander. Büttenredner De Erdnuss hat ordentlich zu knacken. Die Frauen wollen Lieder singen, das Zuhören fällt schwer. Pssst! Parodist Jörg Hammerschmidt reagiert. Er setzt sich flott die Perücke auf und verwandelt sich in Howard Carpendale.


17 Uhr: Hello again! Jetzt haben wir den Obstsalat. Als Bananen verkleidete Damen zieht es zum Büfett. Auch Närrinen benötigen mal eine Vitaminkur. Die Nacht ist lang!

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