Tempo und Rotlicht

Neue Blitzer: Stadt Oberhausen rüstet gegen Raser auf

Bleibt bestehen: der alte Blitzer an der Dorstener Straße in Fahrtrichtung Süden. Die gesamte Hallenbad-Kreuzung erhält in Kürze noch zwei weitere Anlagen.

Bleibt bestehen: der alte Blitzer an der Dorstener Straße in Fahrtrichtung Süden. Die gesamte Hallenbad-Kreuzung erhält in Kürze noch zwei weitere Anlagen.

Foto: Kerstin Bögeholz (Archiv)

Oberhausen.   Für 238.081,45 Euro stellt die Stadt zwei neue Tempo- und Rotlichtblitzer auf. Bußgeldstelle wird verstärkt. 2019 kommt noch eine mobile Anlage.

Wenn zu Beginn der kommenden Woche die Bauarbeiten in einer der meistbefahrenen Kreuzungen Oberhausens beginnen, dann ist damit auch eine Ansage der Verwaltung verbunden: Die Stadt rüstet gegen Raser und Rotlicht-Sünder weiter auf. Mitten in Sterkrade werden zwei neue Kontrollanlagen positioniert, eine auf der Verkehrsinsel im südlichen Kreuzungsbereich der Holtener/Dorstener Straße und eine zweite auf dem westlich der Kreuzung gelegenen Grünstreifen zwischen den Fahrbahnen der Holtener Straße. Erfasst werden damit sowohl Tempo- wie auch Rotlicht-Verstöße auf der Dorstener Straße in südlicher und auf der Teutoburger Straße in westlicher Fahrtrichtung. Zusätzlich in Betrieb bleibt der bestehende Starenkasten, der zu schnelle Autofahrer in Richtung Stadtmitte noch vor dem Kreuzungsbereich blitzt.

Die vorbereitenden Arbeiten starten am 12. November, dafür werden auch Fahrspuren in der Kreuzung eingezogen. „Der Zeitpunkt der Fertigstellung steht noch nicht fest“, sagt Stadtsprecher Ralf Terlau. Damit ist auch noch offen, wann die beiden Anlagen „scharf“ geschaltet werden. Bis mindestens Anfang Dezember werden sich die Arbeiten aber wohl auf jeden Fall ziehen. Für die Aufstellung der Anlagen veranschlagt die Stadt Kosten in Höhe von 238.081,45 Euro, inklusive der Tiefbauarbeiten und möglicher Anschlusskosten.

Hallenbad-Kreuzung ist ein Unfallschwerpunkt

Bei der sogenannten Hallenbad-Kreuzung handelt es sich nach Angaben der Verwaltung um einen Unfallschwerpunkt. Die Unfallkommission, in der auch Vertreter der Bezirksregierung Düsseldorf und der örtlichen Polizei sitzen, habe sich daher zu Beginn des Jahres für die Installierung der kombinierten Anlagen ausgesprochen.

Wenn die Anlagen in Betrieb gegangen sind, wird die Stadt an insgesamt sechs Standorten im Stadtgebiet stationär Tempo- und/oder Rotlichtverstöße erfassen. Allein in den ersten drei Quartalen dieses Jahres haben dort geblitzte Autofahrer über eine halbe Million Euro an Verwarnungsgeldern an die Stadtkasse überwiesen. Der mit Abstand einträglichste Standort, der Blitzer an der Osterfelder Straße in Höhe des Metronom-Theaters, brachte allein 387.447 Euro. Zur Gesamtsumme hinzu kommen noch Einnahmen aus Geldbußen, die die Stadt nach eigenen Angaben nicht gesondert erfasst, sowie Gelder von Autofahrern, die über einen mobilen Radarwagen „erwischt“ worden sind.

„Mit einer Lieferung wird 2019 gerechnet“

Eine Tendenz ist bei der Gesamtzahl der Verstöße im Vergleich zum Vorjahr nicht auszumachen. Der Blitzer an der Osterfelder Straße ist erst seit Juli 2017 in Betrieb, die Anlagen an der Konrad-Adenauer-Allee wurden ausgetauscht bzw. durch Vandalismus beschädigt, so dass sie nur eingeschränkt im Betrieb waren.

Für eine möglicherweise steigende Zahl von Verstößen - auch durch die beiden neuen Anlagen - hat sich die Stadt aber gewappnet. Sechs neue Stellen hat die Bußgeldstelle erhalten, fünf davon sind bereits besetzt. Eine weitere Teilzeitstelle soll ab Anfang des kommenden Jahres dazukommen.

Weil sich bei stationären Anlagen bei Autofahrern irgendwann ein Gewöhnungseffekt einstellt, zu beobachten auch bei teils deutlich zurückgehenden Einnahmen an den alten Blitzern an der Dorstener und der Fernewaldstraße, wird die Stadt bald neue Wege gehen. An der Mülheimer Straße wird dann eine mobile Einheit zum Einsatz kommen, so hat es der Rat im September beschlossen. „Das Vergabeverfahren läuft“, sagt Terlau, „mit einer Lieferung wird im Jahr 2019 gerechnet.“ Die Kosten dafür liegen laut Stadt bei mehr als 150.000 Euro. Auch diese Anlage dürfte sich dennoch rasch bezahlt machen.

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