Schimmelbefall

Neue Wohnung mit altem Schimmel in Oberhausen übergeben

Leticia Fabry entdeckt in ihrer renovierten Wohnung jede Menge Schimmel (Symbolfoto).

Foto: Manfred Sander

Leticia Fabry entdeckt in ihrer renovierten Wohnung jede Menge Schimmel (Symbolfoto).

Oberhausen.   Leserin entdeckt hinter frisch tapezierten Wänden Feuchtigkeit. Hausverwaltungsfirmen reagieren nicht. Aufforderung zur zügigen Abhilfe.

Es ist der Albtraum für jeden, der frisch einen Miet- oder Kaufvertrag für eine Wohnung oder ein Haus unterschrieben hat: Schimmel. Erst recht, wenn die vier Wände vom Vermieter renoviert und tapeziert übergeben werden und sich das Unheil direkt dahinter verbirgt. Dieses Problem erlebte nun Leserin Leticia Fabry mit den in Anwaltskreisen einschlägig bekannten Firmen Assindia als Wohnungsgesellschaft aus Essen und dem Unternehmen Cenda als Hauptverwaltung aus Berlin. Aufgrund der vorgefundenen Mängel ist sie bislang noch nicht eingezogen.

In eine Wohnung an der Weberstraße in Alstaden wollte Leticia Fabry einziehen. „Die angeblich einzugsfähigen Wohnungen, in meinem Fall sogar renoviert, sind hinter frisch gemachten Wänden voller Schimmel“, erklärt sie. „Die Mängel werden vertuscht, in dem darüber lediglich tapeziert wird.“ Im Haus seien auch andere Bewohner betroffen. Dazu sei sie im Mietvertrag gefangen: „Die Mieter werden vertraglich verpflichtet, 15 Monate in der Wohnung zu bleiben und können daher nicht vorher ausziehen.“ Auf einen Ansprechpartner oder gar eine Sanierung wartet sie bislang vergeblich: „Anscheinend hat keiner eine Ahnung und fühlt sich zuständig, da der Vertrag durch mehrere Firmen und Vertreter läuft.“

Beide Firmen reagieren nicht auf Anfragen

Dieser Eindruck bestätigt sich auch für die Redaktion. Beide Firmen waren telefonisch nicht erreichbar und reagieren nicht auf wiederholte schriftliche Anfragen. Auf Bewertungsportalen im Internet ist von „unerreichbaren Ansprechpartnern“ und „tut sich nichts“ die Rede. Große Verwunderung löst das bei Harald Bartnik vom Mieterschutzbund Oberhausen nicht aus: „Cenda und Assindia sind bekannt wie bunte Hunde. Da gibt es keinen Austausch, die interessiert das alles nicht.“

Über den aktuellen Stand kann Bartnik folgendes sagen: „Wir haben Cenda informiert, dass die Wände feucht sind und die Wohnung in Ordnung zu bringen ist, bis dahin ist eine einhundertprozentige Mietminderung angebracht.“ Aufgrund der ausgelassenen Zahlungen hat Leticia Fabry bereits eine Mahnung erhalten.

„Es wird versucht, mit geringen Mitteln Löcher zu stopfen“, erzählt Bartnik. „Oft auch erst, wenn die Wohnungsaufsicht der Stadt vor Ort war.“ Die war auch vor Ort, wie Stadtsprecher Frank Helling bestätigt. Feuchtigkeit und Schimmelbefall sei festgestellt worden, allerdings ist aus ihrer Sicht die Wohnung bewohnbar. „Das Gebäude stammt wohl aus den 50er oder 60er Jahren und es wird angenommen, dass Erdfeuchte vorhanden ist, die nach oben zieht. Baumängel waren nicht zu erkennen“, so Helling. „Der Eigentümer wird nun mit einem Bescheid aufgefordert, innerhalb von vier Wochen Abhilfe zu schaffen.“ Dazu gehöre vor allem die Entfernung des Schimmels und der Einsatz eines Bautrocknungsgerätes.

Bescheid erzielt Wirkung

„Der Eigentümer ist aktuell die Portfolio Oberhausen GmbH, Verwalter ist aber Cenda“, berichtet Bartnik und auch Helling bestätigt, dass die Hausverwaltung für die Abwicklung der Arbeiten zuständig ist. Laut Bartnik wechselt der Eigentümer alle zwei Jahre, um Geldforderungen für Nebenkosten zu erschweren. Eine gute Nachricht erhielt Leticia Fabry bereits: die geforderten Maßnahmen aus dem Bescheid sind für heute Vormittag angekündigt worden.

>>>Darf der Mietvertrag fristlos gekündigt werden?

Leticia Fabry und Harald Bartnik beschäftigt die Frage, ob sie aufgrund der Mängel den Vertrag fristlos kündigen dürfen.

Die Wohnungsaufsicht darf sich laut Helling nicht damit befassen, weil es sich um rechtliche Auseinandersetzungen der Mietvertragsparteien handelt. Dies sei eine privatrechtliche Angelegenheit im Vertragsrecht.

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