Tarifverhandlung

NGG fordert höhere Löhne für die Gastrobranche in Oberhausen

Die NGG fordert bei ihren Tarifverhandlungen mit dem Dehoga ein Lohn-Plus von sechs Prozent.

Die NGG fordert bei ihren Tarifverhandlungen mit dem Dehoga ein Lohn-Plus von sechs Prozent.

OBERHAUSEN.   Die Tarifverhandlungen mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband gehen heute in die dritte Runde. Lohn-Plus von sechs Prozent gefordert.

Sie arbeiten nachts, am Wochenende und an Feiertagen: Dennoch reiche das Gehalt für Gastronomie-Berufe kaum zum Leben. Das kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und fordert bei den laufenden Tarifverhandlungen mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) ein Lohn-Plus von sechs Prozent. Dieser bot aber nach NGG-Angaben bisher ein Plus von nur einem Prozent. Heute gehen die Verhandlungen in die dritte und entscheidende Runde. Rund 4000 Oberhausener sind in der Gastronomie tätig.

Die NGG sieht in der Gastrobranche, trotz einer Vollzeitbeschäftigung, die Gefahr der späteren Altersarmut. Ein gelernter Koch, so als Beispiel, bekommt nach 45 Arbeitsjahren eine Rente von rund 820 Euro im Monat. Noch weniger erhalten die zahlreichen Hilfskräfte: „Am Monatsanfang die Miete zu bezahlen, wird für immer mehr Beschäftigte der Branche zu einem enormen Kraftakt“, bemängelt der NGG-Gewerkschaftssekretär Adnan Kandemir.

Für die NGG besonders alarmierend ist, dass viele Arbeitnehmer, die in der Gastrobranche tätig sind, zusätzlich einen Zweitjob ausüben müssen. Laut Angaben der Agentur für Arbeit arbeiten rund 6000 Menschen in Oberhausen nebenberuflich auf Minijob-Basis. Das bedeutet einen Zuwachs von 46 Prozent in den letzten zehn Jahren. „Gerade das Gastgewerbe ist eine echte Multijobber-Branche“, urteilt Kandemir. „Der Vollzeitjob in der Küche, im Service oder an der Rezeption reicht immer seltener, um über die Runden zu kommen“.

Zusätzlich würden die Niedriglöhne den bestehenden Fachkräftemangel in der Branche weiter verschärfen. „Gastronomie und Hotellerie brauchen Fachkräfte in Vollzeit – doch die gewinnt man nur, wenn sie von ihrer Arbeit auch leben können“, betont Kandemir. Die Agentur für Arbeit das nicht bestätigen, da das Bewerbungsverfahren oft im Direktkontakt zwischen Bewerber und Arbeitgeber erfolgt. Aber: „Signifikant ist, dass im gesamten Ruhrgebiet extreme Besetzungsprobleme bei den freien Ausbildungsstellen im Gastronomiebereich bestehen. Das ist auch in Oberhausen nicht anders“, sagt Geschäftsführer Jürgen Koch. So kamen bis September auf 30 gemeldete Ausbildungsstellen im Gastronomiebereich für 2018 lediglich 15 Bewerber.

Löhne halbwegs bezahlbar

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hofft bei den Verhandlungen auf einen Abschluss mit Augenmaß. „Es ist wichtig, die wirtschaftlichen Umstände und die Rahmenbedingungen der Gastronomie zu berücksichtigen“, sagt Isabel Hausmann, Sprecherin der zuständigen Kreisgruppe für Oberhausen. „Da die Erhaltung eines Betriebes immer teurer wird, müssen die Löhne dementsprechend halbwegs bezahlbar bleiben“, führt sie fort.

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