„Nicht zum zwölften Mal zur Excel-Schulung schicken“

In einer Stadt wie Oberhausen mit 9500 Langzeitarbeitslosen ist ein staatlich finanzierter dritter Arbeitsmarkt ein viel diskutiertes Thema. Die Bundestagskandidaten vertraten auch dazu ihre Positionen beim Stadtgespräch.

In einer Stadt wie Oberhausen mit 9500 Langzeitarbeitslosen ist ein staatlich finanzierter dritter Arbeitsmarkt ein viel diskutiertes Thema. Die Bundestagskandidaten vertraten auch dazu ihre Positionen beim Stadtgespräch.

„Es ist auf jeden Fall sinnvoll, Arbeit zu bezahlen und nicht Arbeitslosigkeit“, sagte Dirk Vöpel (SPD). Arbeit gebe es genug und statt jemanden „zum zwölften Mal mit 58 zur Excel-Schulung zu schicken, können wir ihn auch etwas sozial Sinnvolles tun lassen“. Das befürwortete auch Patrick Voss (Grüne) ebenso wie Niema Movassat von den Linken. Diese Jobs müssten sozialversicherungspflichtig und tarifgebunden sein.

Staatliche finanzierte Jobs lehnen dagegen Roman Müller-Böhm (FDP) und Marie-Luise Dött (CDU) ab. „Wir sind strikt dagegen“, erklärte Müller-Böhm. Wenn der Staat sage, „wir versuchen es gar nicht mehr und geben Dir einen Job, dann werden Menschen sozial abgewertet“, so der FDP-Mann. „Wir müssen dafür sorgen, dass sich die Leute selbst verwirklichen können“. Auch Dött erklärte, dass eine Förderung von Arbeitslosen für den ersten Arbeitsmarkt stattfinden müsse.

Movassat zeigte sich „entsetzt“ darüber, dass „CDU und FDP soweit von der Lebensrealität entfernt sind. Menschen, die über 58 Jahre alt und langzeitarbeitslos sind, bekommen keinen Job mehr in der Wirtschaft.“ Das Geld fürs Arbeitslosengeld II, die Unterkunft und Schulungen „können wir besser in einen öffentlich geförderten Beschäftigungsmarkt stecken“.

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