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Auf Burg Vondern finden erstmals Highland-Spiele statt

Das Sackschlagen ist eine klassische Disziplin bei den Highland-Games – wie hier in Ennepetal. Auch bei der Premiere in Vondern wird sie nicht fehlen.

Foto: Hartmut Breyer

Das Sackschlagen ist eine klassische Disziplin bei den Highland-Games – wie hier in Ennepetal. Auch bei der Premiere in Vondern wird sie nicht fehlen. Foto: Hartmut Breyer

OBERHAUSEN.   Förderkreis Burg Vondern veranstaltet Premiere am Wochenende 14. und 15. Juli mit Baumstammwerfen und Sackschlagen für jeden, der sich fit fühlt.

Erstmals finden auf Burg Vondern die „Vondern Games“ statt, eine leicht abgewandelte Form der schottischen Highland-Games mit Baumstammwerfen, Balkenziehen und Strohsackwerfen. Das alles geschieht am Samstag (14.) und Sonntag (15. Juli) in und um die Burg, auf der Wiese und Keller. Der Eintritt ist frei. Marko Krämer, Förderkreis der Burg Vondern, erläutert im Gespräch unsere Mitarbeiterin Astrid Knümann das Konzept.

Wie ist die Idee zu dieser Premiere in Vondern entstanden?

Wir haben in den vergangenen 14 Jahren an schottischen High-land-Games auf einem Brauhof in Hamm als darstellende Mittelalter-Schotten-Gruppe teilgenommen. Im Laufe der Jahre haben wir unser eigenes Team gestellt und uns immer mehr in die Organisation der Games zusammen mit dem 1. Hammer Highland Games Verein 08 eingebracht. Durch unsere Begeisterung für die Games haben wir immer mehr Leute aus Oberhausen und Umgebung gewonnen, die uns als Teilnehmer oder Zuschauer dort unterstützten.

So entstand die Idee, etwas Ähnliches auf der Burg Vondern zu veranstalten. Also beschlossen die Mitglieder des Fördervereins der Burg Vondern, das wäre doch ein guter Zeitvertreib bis zum nächsten Ritterfest und zu Gunsten der Burg. Um den Wünschen zu folgen, haben wir beschlossen in diesem Jahr die ersten Schottischen Vondern-Games in einem (noch) kleinen Rahmen zu veranstalten.

Was müssen sich Laien unter diesen Spielen genau vorstellen?

Wir veranstalten Spiele für jeden, der sich körperlich gesund und stark genug fühlt, daran teilzunehmen. Wir modifizieren die Wettkämpfe so, dass jeder – jung, alt, groß, klein, mit und ohne Handicap – Spaß haben kann und sich natürlich möglichst keiner verletzt. Baumstammwerfen gehört ebenso wie Tauziehen dazu. Auch andere Disziplinen werden so angepasst, dass sich selbst untrainierte Kämpferinnen und Kämpfer nicht verletzen, aber trotzdem sportlich gefordert werden. Wir haben seit mehreren Jahren in Hamm unter anderem ein integratives Team des AWO-Schultenhofs aus Dortmund am Start, welche sich richtig gut schlägt und nun gerne bei den 1. Vondern-Games antritt.

Was sind Ihre persönlichen Höhepunkte im Programm?

Nach den Kämpfen natürlich das Rahmenprogramm. Am Samstag spielen ganztägig die Irish Folkband „Drunken Saints“ und die mittelalterliche „Formatio Fafnir“ mit den Damen von „Maiden-Danz“ auf. Am Sonntag werden wir, wie zu solchen Veranstaltungen traditionell üblich, von der Pipe und Drum Band „United Ruhr Pipes and Drums“ aus Dortmund begleitet. Ebenso auch wieder ganztägig vor Ort sind die „Formatio Fafnir“ mit den hübschen „Maiden-Danz“- Damen.

Klischees sehen Schotten im Kilt. Gibt es für Teilnehmer und Besucher eine Kleiderordnung?

Das Regelwerk besagt, dass jeder Kämpfer und jede Kämpferin tatsächlich im Kilt anzutreten hat. Ausnahmen werden von den Richtern nur unter besonderen Umständen gestattet. Eine solche Entscheidung wird, wie beim englischen Rugby, nicht in Frage gestellt. Wir freuen uns natürlich, wenn auch unsere Besucher sich getreu dem Motto ,Kariert geht immer’ unserem schottischen Motto anpassen. Das ist aber keine Pflicht. Es soll schließlich allen Spaß machen!

Ist die Veranstaltung als einmaliges Event geplant oder gibt es wie beim Ritterfest Fortsetzungen?

Sollte es so gut angenommen werden, wie wir denken, sind wir gerne bereit, das als jährliche Veranstaltung stattfinden zu lassen.

Wie viele Personen sind in die Planung involviert? Was ist die größte Herausforderung und wie finanziert sich die Veranstaltung?

Der engste Kreis für die Planung sind fünf oder sechs Personen, aber ohne den erweiterten Kreis von bis zu weiteren zehn Helfer wäre es nicht zu stemmen. Die größte Herausforderung wird dabei sein, möglichst viele Erwartungen zu erfüllen. Die Finanzierung ist allerdings immer ein nicht unerhebliches Problem.

Da wir keinen Eintritt nehmen, versuchen wir diese Veranstaltung über Sponsoring und Startgebühren zu refinanzieren. Dank einiger Spenden und Spendenzusagen sollte uns aber auch dies gelingen. Ansonsten hoffen wir wieder auf reichlich Spenden der Besucher in Form von Hunger und Durst – zu Gunsten der Burg.

Tanz und Musik begleiten die Spiele

Der Samstag beginnt um 11 Uhr mit einem Training, ab 12 Uhr spielen „Drunken Saints“. Schon ab 11 Uhr dürfen Kinder mit dem Schmied kostenlos etwas am Feuer und auf dem Amboss herstellen, es gibt Vorführungen des Sartwürkers (Kettenpanzer-Hersteller) und eine Präsentation der Fahnenschwenker der Ehrengarde Oberhausen. Ebenfalls ab 11 Uhr tanzen „Maiden-Danz“, musikalisch begleitet von der „Formatio Fafnir“. Um 22 Uhr endet der erste Veranstaltungstag.

Um 11 Uhr geht es am Sonntag weiter mit dem „Schönreiten“ der Damen des IG Highlandpony Vereins mit zwei Pferden – wenn die Sicherheit der Besucher und der Tiere gewährleistet ist. Ab etwa 12 Uhr erklingt Musik der „United Ruhr Pipes und Drums“, einer schottischen Marchingband. Schon eine Stunde zuvor können die Kinder wieder mit dem Schmied Hand anlegen. Es gibt auch am Sonntag Vorführungen des Sartwürkers und eine Präsentation der Fahnenschwenker der Ehrengarde Oberhausen. Ebenfalls mit dabei sind „Maiden- Danz“ und die „Formatio Fafnir“. Gegen 18 Uhr werden die Sieger geehrt und Versöhnung gefeiert, bevor die ersten Spiele in Vondern um 22 Uhr enden.

>>> Ländlicher Wohnsitz der Herren von Vonderen

Der Burgname Vondern kommt vom mittelhochdeutschen „vonder“ („funder“), was „schmaler Steg über einen Wasserlauf“ bedeutet. Die Burg diente als ländlicher Wohnsitz der Herren von Vonderen, die erstmals 1266 urkundlich sind.

Seit 1985 wird die Burg in der Denkmalliste der Stadt Oberhausen geführt.

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