Dürre

Die Sonne trocknet den Handbach im Stadtnorden aus

Das ist kein Trampelpfad, sondern das Bett des Handbachs.

Foto: Heiermann

Das ist kein Trampelpfad, sondern das Bett des Handbachs. Foto: Heiermann

OBERHAUSEN.   Statt des kleinen plätschernden Gewässers findet sich nur noch Staub. Stadtförster sieht aber keine Gefahr für Tierwelt; es gebe anderswo Wasser.

Das dauerhaft heiße und vor allem trockene Wetter hinterlässt seine Spuren. Nicht nur auf den Feldern droht das Getreide zu verdorren und Rasenflächen verbrennen – inzwischen ist auch der Handbach im Oberhausener Norden ausgetrocknet. „Das ist ein Anblick, den man nicht so häufig erlebt“, sagt Hans-Jürgen Heiermann, der regelmäßig mit seinem Hund rund um den Handbach unterwegs ist. Wo gewöhnlich ein kleiner Bach vor sich hinplätschert, ist nun ein knochentrockenes, staubiges Bett – von Feuchtigkeit keine Spur mehr.

Das letzte Mal, dass der Handbach so trocken gefallen ist, müsse drei oder vier Jahre her sein, erinnert sich Heiermann. Dass er je nach Regenlage mal mehr, mal weniger Wasser führt, komme naturgemäß oft vor: „Aber das hier ist ein Zeichen, dass wir uns derzeit in einer echten Dürrephase befinden“, ist er überzeugt.

Problematisch für Kleinlebewesen

Stadtförster Jürgen Halm hingegen bewertet die Lage nicht so problematisch: „Der Handbach wird fast nur über Oberflächenwasser aus dem Raum Königshardt gespeist, und davon gibt es gerade nichts. Er führt im Sommer sehr oft sehr wenig Wasser.“

Für die größeren Tiere des Waldes sieht der Förster keine akute Gefahr; im Bach lebende Kleinlebewesen wie Insekten hingegen werden die Trockenheit kaum überleben. „Die anderen Tiere nehmen Wasser vielfach über die Nahrung auf, und es gibt noch einige wassergefüllte Senken“, sagt Halm.

„Weit stärker trifft es die Pflanzen im gesamten Umfeld des Handbachs. Da ist schon jetzt jede Menge vertrocknet“, sagt Heiermann. Dass angesichts solcher Bilder erhöhte Waldbrandgefahr besteht, verstehe sich von selbst, mahnt Jürgen Halm.

Der Handbach ist ein rechter Nebenfluss der Emscher in Sterkrade. Er ist etwa 5,4, Kilometer lang und hat ein Einzugsgebiet von gut 23,5 Quadratkilometern. Seine Quelle befindet sich im Nordwesten des Stadtteils Königshardt. Von dort fließt der Handbach südwestliche zunächst durch den Sterkrader Wald.

„Unterirdischer Zwilling“

Ein Stück des Bachs ist zudem Teil des Großprojektes Emscherumbau, wobei durch einen „unterirdischen Zwilling“ künftig das Schmutzwasser fließen wird. Der Bach selbst hat dadurch eine naturnahe Zukunft. „Die Pläne für die Renaturierung haben wir jedoch noch nicht eingereicht; das kommt noch“, sagt Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft – das ausgedörrte Stück jedoch gehöre nicht zu diesem Projekt.

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