JAHRHUNDERTPROJEKT

Emscher-Umbau von Ost nach West mit Finale in Oberhausen

Der Emscherumbau verwandelt das nördliche Revier. Holten und Biefang sind mit dabei.

Der Emscherumbau verwandelt das nördliche Revier. Holten und Biefang sind mit dabei.

Foto: Emschergenossenschaft

OBERHAUSEN.   Ab Herbst laufen die Pumpwerke Bottrop und Gelsenkirchen. Das Pumpwerk Oberhausen startet 2020/21. Abwasserkanal geht schrittweise in Betrieb.

Das große Finale des über fünf Milliarden Euro teuren Emscherumbaus rückt immer mehr in den Blickpunkt. Ein wichtiger Baustein dazu ist der Betriebsstart des Pumpwerks Oberhausen an der Kurfürstenstraße und des dortigen Abschnitts des Abwasserkanals Emscher (AKE), der für 2020/2021 vorgesehen ist.

Zunächst stehen jetzt im Jahresverlauf weitere Schritte zur Emscher-Renaturierung auf dem Programm – Schritte, die sich außerhalb der Oberhausener Stadtgrenzen vollziehen: Neun Jahre nach dem ersten Spatenstich wird die Emschergenossenschaft den 51 Kilometer langen Abwasserkanal Emscher ab September 2018 schrittweise in Betrieb nehmen, zunächst entlang der Städte östlich von Oberhausen zwischen Dortmund und Bottrop.

Im Oberhausener Stadtnorden wird eine Vision wahr

Auf einer AKE-Länge von 35 Kilometern soll dort nach und nach das Emscher-Abwasser eingeleitet werden, wie die Emschergenossenschaft erläutert. Dadurch werde der Fluss in den kommenden Jahren Schritt für Schritt immer sauberer. Allein in diesen Teil des AKE hat die Emschergenossenschaft nach eigenen Angaben mehr als eine halbe Milliarde Euro investiert, um das Jahrhundertprojekt zu verwirklichen.

Seit den 1990er-Jahren läuft der Umbau des Emscher-Systems. Der Betriebsstart des AKE gilt als „einer der größten Meilensteine in der Geschichte des gesamten Umbaus“, wie Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, sagt. Die Emscher ohne Abwässer und mit renaturiertem Ufersaum – für den Oberhausener Norden wird im neuen Jahrzehnt eine Vision wahr. In Höhe des Holtener Bruchs wird der Fluss künftig sogar in Kurvenform verlaufen und der gesamten Landschaft dort ein neues Gesicht geben.

Erst Gelsenkirchen und Bottrop, dann Oberhausen

Schon im Herbst sollen auch die beiden in rund 40 Meter Tiefe liegenden Abwasser-Pumpwerke in Gelsenkirchen und Bottrop in Betrieb genommen werden; Oberhausen folgt dann zum Auftakt des neuen Jahrzehnts.

Die Pumpwerke sind nötig, um den Abfluss der Abwässer in Richtung Westen zu gewährleisten: Bei Dortmund startet der AKE in einer Tiefe von etwa acht Metern unter der Gelände-Oberkante und sinkt mit einem stetigen Gefälle von 1,50 Metern je Kilometer in die Erde ab. In Höhe Oberhausen erreicht der AKE eine Tiefe bis zu 40 Meter.

Ohne die zwischengeschalteten Pumpwerke, durch die das Abwasser wieder auf ein höheres Niveau gebracht wird, hätte der AKE bei Dinslaken eine Tiefe von rund 80 Metern erreicht, unterstreicht die Emschergenossenschaft. Und eine solche Tiefe wäre technisch kaum noch zu bewältigen.

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