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Hobby-Schauspieler wirbeln seit 25 Jahren über die Bühne

Wer da schon wieder anruft? Das Publikum erlebte eine turbulente Aufführung mit; die Hobby-Schauspieler glänzten in ihren Rollen.

Foto: Christoph Wojtyczka

Wer da schon wieder anruft? Das Publikum erlebte eine turbulente Aufführung mit; die Hobby-Schauspieler glänzten in ihren Rollen. Foto: Christoph Wojtyczka

Oberhausen.   Vorhang auf! Und das seit einem Vierteljahrhundert. Die Theatergruppe Liebfrauen in Oberhausen feiert Jubiläum mit einem „Hexenschuss“.

Es ist kurz vor 23 Uhr und der Applaus im ausverkauften Saal der katholischen Kirchengemeinde Liebfrauen will nicht enden. Zu ihrem 25-Jahre-Jubiläum haben sich die Schauspieler der Theatergruppe Liebfrauen ein besonders unterhaltsames Stück ausgesucht. Mit viel Liebe zum Detail und nach einjähriger Vorbereitungszeit brachte das Stück „Hexenschuss oder Der Bandscheibenvorfall“ nach John Graham einen stimmungsvollen Theaterabend an die Roßbachstraße.

Die Komödie rund um BBC-Moderator Peter Raven, gespielt von Carsten Mervar, und seine Geliebte Sally (Heike Witter) zeigt, wie schnell das Schicksal manchmal zuschlägt. Der Fernsehstar verrenkt sich den Rücken und bleibt prompt in der Badewanne seiner Geliebten stecken.

Doch damit nicht genug: Im Laufe des ersten Aktes tauchen immer mehr Personen in der Wohnung auf. Die blinde und äußerst redselige Klavierstimmerin Mrs. Phibs (Heike Meyer) scheint zunächst keine Gefahr darzustellen.

Perfekt eingespielt

Doch als Sallys Ehemann, Pilot Leonard (Frank Witter), auf einmal unerwartet die Wohnung betritt, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Die heimliche Liaison von Peter und Sally droht aufzufliegen.

Aber auch Leonard gerät in Schwierigkeiten, als die hübsche Stewardess Annabelle (Judith Höhnen-Hölscher) völlig betrunken vor der Tür steht. Es entsteht ein wildes Hin und Her in der Wohnung. Alle Beteiligten verstricken sich zunehmend in ein unfreiwillig komisches Geflecht aus Lügen.

Das Stück erreicht im zweiten Akt seinen Höhepunkt: Der herbeigerufene Arzt, Dr. McKenzie (Thomas Reiners), versucht noch, den eingeklemmten Moderator aus seiner misslichen Lage zu befreien. Währenddessen trifft zu allem Übel auch noch Peters Vorgesetzte, die hochnäsige Jocelyn Standing (Nicole Reiners), ein. Das mittlerweile heillose Durcheinander eskaliert in einem lautstarken Streit.

Pointen sorgen für Lacher im Minutentakt

Da blieb im Publikum kein Auge trocken: Die absurd-komische Inszenierung sorgte mit vielen Pointen für Lacher im Minutentakt. Viele der fast 200 Besucher kommen regelmäßig: „Wir sind eigentlich bei jeder Vorstellung gewesen“, erzählt Norbert Schmenk, der das Stück mit Frau Renate begeistert verfolgte.

Das Ensemble rund um Judith Höhnen-Hölscher wirkte zu jeder Zeit perfekt eingespielt. Kein Wunder, denn es ist bereits die 13. Premiere der Laienschauspieler. Die Gruppe, die sich einst aus Jugendlichen der Gemeinde gegründet hatte, feierte 1992 ihr Bühnendebüt. Fünf der sieben Darsteller sind seitdem dabei, die beiden anderen seit 1999. „Wir sind mittlerweile ein fester Freundeskreis“, sagt Höhnen-Hölscher. Im Laufe der Zeit sind drei Ehen entstanden.

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