Stadtplanung

Ideen für ein attraktiveres Sterkrade

Stadtteilspaziergang mit Michael Kopp (v.l.), dem Projektleiter des Hildener Büros für Stadtverkehr: Er sammelte Ideen der Bürgern für ein attraktiveres Sterkade.

Foto: Herbert Höltgen

Stadtteilspaziergang mit Michael Kopp (v.l.), dem Projektleiter des Hildener Büros für Stadtverkehr: Er sammelte Ideen der Bürgern für ein attraktiveres Sterkade. Foto: Herbert Höltgen

OBERHAUSEN.   Verkehrsplaner Michael Kopp führte zwei Gruppen durch Sterkrade, wobei die Bürger ihre Verbesserungsvorschläge äußern sollten.

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Die City von Sterkrade soll künftig für Fußgänger und Radfahrer besser erreichbar sein. Das ist ein Teilziel im „Integrierten Handlungskonzept“ für ein attraktiveres Zentrum von Sterkrade. Das Büro Stadtverkehr in Hilden wurde beauftragt, ein Konzept zur Verbesserung der Nahmobilität zu erstellen. Dessen Verkehrsplaner Michael Kopp hat zwei Gruppen von jeweils rund zehn Bürgern bei Stadtteilspaziergängen durch den Ortskern geführt.

Durchgang Kleiner Markt

Ziel war es, Anregungen für die Planung zu bekommen und den Bürgern Gelegenheit zu geben, auf kritische Punkte hinzuweisen. Die Teilnehmer hielten sich nicht nur ans Thema Nahmobilität, sondern brachten alle Punkte zur Sprache, auf die sie auf dem Weg stießen. Zum Beispiel das große Beet zum „Urban Gardening“ am Technischen Rathaus. „Eine tolle Idee, Gemüseanbau in der Stadt. Aber hier, umgeben von lauter Straßen, würde ich nichts essen“, sagte eine Teilnehmerin.

An der Kreuzung Steinbrink-/ Friedrichstraße/Eugen-zur-Nieden-Ring kam es dann zur Sache. Dort beginnt die Fußgängerzone. Sollte man sie für den Autoverkehr sogar öffnen, damit Gehbehinderte bis vor das Sanitätshaus vorfahren können? Ist hier überhaupt ei­ne Belebung mit Fußgängern möglich? „Wo soll hier Leben herkommen?“, fragte ein Mann, „in der Nähe hält nur eine einzige Buslinie.“ Eine Frau ergänzte: „Hier würde ich abends auch nicht aussteigen. Viel zu einsam.“

An der Kreuzung Bahnhof-/ Steinbrinkstraße kritisierten Teilnehmer, dass der Center Point in einer Nacht-und-Nebel-Aktion sein Dach verloren habe. „Der Platz hat dadurch deutlich gewonnen, hat mehr Licht“, befand dagegen Verkehrsplaner Kopp.

Am Durchgang vom Kleinen Markt zur Finanzstraße in Richtung neue Stadtteilbibliothek wollte er wissen: „Nutzen Sie diesen Durchgang?“ „Ja“, antwortete eine Teilnehmerin. „Die Stadtbücherei ist ein echtes Highlight geworden, ist seitdem wieder viel mehr belebt.“ Der Verkehrsplaner fand hingegen, sie sei noch nicht bekannt genug. Auch fehle der Finanzstraße die moderne Gestaltung. „Aber macht man das für die Sterkrader oder für Auswärtige?“, wollte die Teilnehmerin wissen. Man einigte sich: für beide.

Auf dem Weg zum Großen Markt kam die Idee auf, Sterkrade mit einer Art Grachtenlandschaft attraktiver zu machen. Dann war von Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern die Rede und von den Folgen des zunehmenden Online-Handels. Michael Kopp zeigte sich zuversichtlich, dem Clemensplatz mehr Aufenthaltsqualität geben zu können – auch wenn die Bedürfnisse von Kirmes und Markt berücksichtigt werden. Nur das wenig attraktive Gegenüber, die Fläche des ehemaligen Hotel-Restaurants Kaiserhof, hielt er für ein Manko.

Den öffentlichen Spielplatz an der Tirpitzstraße hielten viele der Spaziergänger für einen Spielplatz der dortigen Wohnanlage. Über die Eichelkampstraße und den Parkplatz am Hochbunker ging es zurück in die City. „Brauchen wir hier so viele Parkplätze?“, fragte Michael Kopp. Man könnte diesen Eingang in die Innenstadt ansprechender gestalten, meinte er. Auch den großen Parkplatz am Sterkrader Tor hält er für eine Fußgänger-Barriere, vermisst außerdem eine gute Fußverbindung zum Sterkrader Hallenbad.

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