Umwelt

Kahlschlag in Oberhausen schockiert Anwohner

Massiv ausgedünnt: Diese Fläche an der Hünenbergstraße wurde durch den Landesbetrieb Straßen NRW gerodet.

Foto: Thöne

Massiv ausgedünnt: Diese Fläche an der Hünenbergstraße wurde durch den Landesbetrieb Straßen NRW gerodet. Foto: Thöne

Oberhausen.   Der Landesbetrieb Straßen NRW rodete eine Fläche an der Hünenbergstraße in Oberhausen. Anwohner sind entsetzt und fordern Ersatzbepflanzungen.

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Anwohner der Hünenbergstraße / Ecke Eimersweg im Oberhausener Norden sind entsetzt und fassungslos: Die Straßenmeisterei Voerde, die zum Landesbetrieb Straßenbau NRW gehört, hat Ende November Bäume und Sträucher an der Böschung zur Landstraße L21 gerodet.

Diese haben den Anwohnern bislang als Sicht- und Lärmschutz gedient. Ein Grund für die Maßnahme ist – laut Landesbetrieb – die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Zudem solle dadurch der Grünbestand dauerhaft erhalten bleiben. Die Anwohner fordern nun Ersatzmaßnahmen, damit die Fläche wieder in einen annehmbaren Zustand gebracht wird.

Nur noch Stümpfe und abgeschnittene Sträucher

„Das ist eine Frechheit und rücksichtslos, wie hier mit uns umgegangen wird,“ beklagt sich Anwohner Harald de Haan. Dort, wo vor wenigen Monaten noch Vögel in mächtigen Baumkronen ihr Zuhause hatten, sieht man nun an vielen Stellen nur noch Stümpfe, abgeschnittene Sträucher und Holzspäne. „Hier war alles so schön grün. Uns wurde der komplette Baumbestand vor der Haustüre genommen“, sagt de Haan. Ohne Sinn und Verstand seien die Mitarbeiter des Landesbetriebes vorgegangen. „Wie Vandalen haben sie alles mit der Kettensäge abgeraspelt“, erzählt de Haan.

Ärger über zu wenig Informationen

Besonders ärgerlich: Im Vorfeld seien die Anwohner nicht über die Maßnahme informiert worden: „Man kann doch nicht über unsere Köpfe hinweg entscheiden, wenn in einem Wohnumfeld solche Veränderungen vorgenommen werden.“ Zudem sei für die Anwohner völlig unklar, warum es überhaupt zu der Abholzung auf der Fläche gekommen ist. „Die Bäume haben den Verkehr überhaupt nicht behindert“, sagt de Haan.

Auf Nachfrage teilt uns Frank Budnowski, Betriebsdienstleiter vom Landesbetrieb Straßenbau NRW, mit: „Die zuständige Straßenmeisterei Voerde führte im genannten Bereich eine Gehölzpflege durch, die der Verkehrssicherheit und dem dauerhaften Erhalt des Grüns diente. Die zu pflegende Fläche war insgesamt sehr dicht bestockt.“

„Aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig“

Zudem seien in dem Bestand in den vergangenen Jahren bereits Schäden durch Windbruch sowie Abbrüche von Starkästen, insbesondere bei den zahlreichen Gabelungen, aufgetreten. „Aufgrund dieser Situation ist der Bestand aus Verkehrssicherungsgründen insgesamt zwingend pflegebedürftig gewesen“, betonte der Betriebsdienstleiter. Insbesondere Bäume mit erkennbaren Schäden, beispielsweise Tiefzwiesel, Druckzwiesel, starker Schrägstand, Überhänger, Pilze oder Fäulnis seien entfernt worden. Kleinere Gehölze seien herunter geschnitten worden, damit sie wieder ausschlagen können.

Zwischenzeitlich erfolgte einzelne Maßnahmen hätten im Vorfeld zu keiner Stabilisierung des überalterten Bestandes geführt. Dass die Anwohner nicht über die Gehölzpflege informiert wurden, kann Budnowski nicht bestätigen: „Die unmittelbar betroffenen Anlieger wurden durch Infokarten vorab informiert.“

„Die Fläche soll in Ordnung gebracht werden“

Verärgert sind die Anwohner zudem über Zustand der ehemaligen Grünfläche nach der Abholzung: „Der Abfall wurde hier einfach liegen gelassen. Wer möchte denn sowas Ungepflegtes vor der Haustüre haben?“ De Haan fordert nun: „Die Fläche soll in Ordnung gebracht werden. Beispielsweise könnten Anpflanzungen vorgenommen werden. Eine Lärmschutzwand zur Straße wäre auch eine Möglichkeit.“

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