Konzert

Patricia Vonne besticht in Oberhausen mit Kaktus-Rock

Temperamentvoller Auftritt: Patrica Vonne aus San Antonio in Texas zeigte sich beim zweistündigen Konzert in Oberhausen-Holten bestens aufgelegt.

Temperamentvoller Auftritt: Patrica Vonne aus San Antonio in Texas zeigte sich beim zweistündigen Konzert in Oberhausen-Holten bestens aufgelegt.

Foto: Dirk Hein

OBERHAUSEN.   Patricia Vonne spielte in Oberhausen-Holten ein intimes Wohnzimmer-Konzert. Das Talent liegt in der Familie: Ihr Bruder ist ein Kult-Regisseur.

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Patricia Vonne hinter dicken Mauern zu verstecken, ist eigentlich eine Sünde: Doch wer die Kinofilme ihres berühmten Bruders Robert Rodriguez kennt, der weiß, dass diese kleine, schwitzige Lokalität neben der Ruhrchemie bestens ins Bild passt. Im Kultfilm „Sin City“ streifte sich die Musikerin und Schauspielerin noch die mysteriöse Zorro-Maske über, im Crowded House spielte sie nun ein intimes, völlig ungeschminktes Wohnzimmer-Konzert.

Klappernde Kastagnetten

Kaum zu glauben, dass dieser Vocal-Vulkan hierzulande immer noch ein Geheimtipp ist. Bei ihrer Deutschland-Tournee spielt sie ausschließlich in kleinsten Sälen, bringt diese aber in kürzester Zeit auf die Betriebstemperaturen ihrer Heimat San Antonio in Texas. Mexikanisches Temperament. Dazu ein Salve mit coolem Südstaaten-Feuer. Patricia Vonne wirkt wie eine Sängerin, die man auf der Bühne in einer Fernfahrer-Bar am Ende eines endlosen Highways trifft. Logisch, für’s Kino saß sie in „Desperado“ schon neben Antonio Banderas an solch einer Bar.

Ihr Handwerk hat die 48-Jährige bei der mexikanischen Rockband Tito & Tarantula gelernt. Als Solistin paart sie das gefährliche Feuer aus „From Dusk till Dawn“ mit einer sympathischen Nahbarkeit. Denn auch bei ihrem Kurzbesuch in Holten versteckt sich die Sängerin nicht gerade hinter bulligen Kleiderschränken. In der kurzen Konzertpause nutzt sie die Zeit lieber, um Autogramme zu schreiben, Selfies zu schießen oder an den Stehtischen einfach schnell mal für ein „Hallo...“ vorbeizukommen.

Sie lacht viel, klatscht temperamentvoll in die Hände und überlässt die Instrumente wahrlich nicht ihrer dreiköpfigen Mini-Band. So klappern die Kastagnetten einfühlsam im Rhythmus dieser in die Unendlichkeit zielenden Wüstenmelodien. Und die klirrenden E-Gitarren durchbrechen diese hitzige Melodien-Melange, als würde in Holten mal eben der Spaghetti Western wiedergeboren.

Ansagen in liebevollem „Denglish“

„This ist nun ein Song für all die Omis!“, sagt sie in einem liebevollen deutsch-englischen „Denglish“ wie bei einem Familientreffen und biegt dabei gestenhaft ihre Arme noch hinten. Gerade die Songs aus ihrem spanischsprachigen Album „Viva Bandolera“ sorgen für einen Temperaturschub.

Es ist bester Kaktus-Rock mit einer gefährlichen und mysteriösen Note. „Rattle my cage“, „Fiesta Sangria“, „Rebel Bridge“, „Texas Burning“, dazu der würzige Filmsong „Traeme Paz“ aus dem Pistolen-Streifen „Once Upon a Time in Mexico“. Dem zweistündigen Konzert mangelt es nicht an einer widerstandsfähigen und authentischen Tex-Mex-Mischung. Muy bueno!

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