BEZIRKSVERTRETUNG

Politik für Osterfeld – gleich zwei Nachfolger für Zimkeit

Thorsten Kamps und Silke Jacobs haben beide die Nachfolge von Stefan Zimkeit in der Bezirksvertretung Osterfeld angetreten.

Thorsten Kamps und Silke Jacobs haben beide die Nachfolge von Stefan Zimkeit in der Bezirksvertretung Osterfeld angetreten.

Foto: Kerstin Bögeholz

OBERHAUSEN.  Silke Jacobs ist Lehrerin am Goethe-Institut; Thorsten Kamps ist Busfahrer bei der Stoag – als Bezirksvertreter machen sie Politik für Osterfeld.

Jahrelang hat Stefan Zimkeit die Arbeit der SPD in der Bezirksver­tretung geprägt. Ende 2018 legte der Landtagsabgeordnete überraschend sein dortiges Mandat nach mehr als zwei Jahrzehnten nieder. Gleich zwei Bezirksvertreter haben die Nachfolge angetreten: Silke Jacobs als SPD-Sprecherin und Thorsten Kamps als Nachrücker aus der Reserveliste.

Beide richten den Blick schon auf das Wahljahr 2020. „Wir haben unser Wahlprogramm nahezu abgearbeitet“, berichtet Jacobs. Die Aufwertung der City von Osterfeld sei voll im Gang. Jacobs attestiert der Stadt, dabei vorbildliche Bürgerbeteiligung zu betreiben. Punkt für Punkt würden Anregungen der Bürger umgesetzt.

Revierpark Vonderort soll saniert werden

Auch der Umbau des früheren Trickfilmzentrums HDO an der Vestischen Straße zum Fortbildungszentrum der Bauindustrie hat begonnen. Der Erwerb der Immobilie durch die stadteigene Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) und das Engagement des Vorsitzenden der NRW-Bauindustrie, Dirk Grünewald, eines Osterfelders, hätten das möglich gemacht. Eine grundlegende Sanierung des Revierparks Vonderort ist ebenfalls beschlossen.

„Das alles war nur möglich, weil schon unter Oberbürgermeister Klaus Wehling und dem früheren NRW-Bauminister Michael Groschek (beide SPD) die Weichen dafür gestellt wurden“, sagt Jacobs. Und weil eigene Sparanstrengungen der Stadt – zusammen mit dem Stärkungspakt Stadtfinanzen des Bundes – es wieder erlauben würden, sich als hoch verschuldete Stadt daran zu beteiligen. „Wir durften ja jahrelang die zehn Prozent Eigenanteil für solche Projekte nicht aufbringen. Jetzt können wir wieder gestalten!“

Rolle eines Vermittlers

„Wo Missstände sind, kümmern wir uns, setzen uns mit den Bürgern zusammen“, sagt Thorsten Kamps. Er nennt als Beispiele die Parkraumbewirtschaftung für Osterfeld-Mitte, die im Frühjahr umgesetzt wird, aber auch die beabsichtigte Sperrung der Zufahrt zum Osterfelder Kessel und die LED-Straßenbeleuchtung dort. Die Mängel, die es nach ihrer Umstellung gegeben habe, seien der Stadt nicht gemeldet worden. „Wir sehen uns als Mittler zwischen Bürgern und Verwaltung“, betont Jacobs.

Aber es müsse stets deutlich werden, wo die Grenzen der eigenen Möglichkeiten liegen, sagen die Zimkeit-Nachfolger. Auf die Straßenbeleuchtung habe man Einfluss gehabt. Aber für die Verkehrsführung zum Osterfelder Kessel sei der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig. Und beim Streit um Straßenbaubeiträge für Anlieger gehe es auch um gesetzliche Bestimmungen. Jacobs. „Nichts wäre schlimmer, als falsche Erwartungen zu wecken“.

Balance zwischen Autofahrern und Fußgängern

Da sei es ärgerlich, wenn andere ihre Pläne stillschweigend abändern würden, wie das Katholische Klinikum Oberhausen (KKO) im Fall der ehemaligen Hallenbadfläche. „Wir haben sie sechs Jahre lang für die Erweiterung des KKO frei gehalten“, sagt Jacobs. Den Nachteil habe nun Osterfeld, denn statt daraus einen Verwaltungsstandort zu machen, habe die Stadt an der Essener Straße ein Gebäude für ihre Sozialverwaltung gekauft. Jacobs sieht auch nicht, dass das KKO den altengerechten Umbau des Ketteler-Hauses vollständig verwirklicht hat. Auf dem Hallenbadgelände wünscht sie sich eine Kita.

Aber das sind schon Ziele für die Kommunalwahl 2020. „Wir wollen Ideen dafür sammeln“, kündigen die beiden SPD-Politiker an. Ob der Ausbau der DB-Unterführung dazu gehört, bleibt abzuwarten. Sie wird nicht ohne einen hohen Eigenanteil der Stadt möglich sein. „Ich habe Zweifel, ob die Verbreiterung überhaupt Entlastung schafft“, sagt Kamps. Der Centro-Verkehr werde kaum profitieren. „Aber es würde den Eingang nach Osterfeld schöner machen“, sagt Jacobs. Dass die Stadt dazu beitragen müsse, sei doch klar gewesen.

Im Osterfelder Zentrum gelte es künftig, die Balance zwischen Autoverkehr und schwächeren Verkehrsteilnehmern hinzukriegen. „Das wird spannend“, findet Jacobs. Wichtige Entscheidungen dürften nicht allein auf die Bürger abgewälzt werden. „Da müssen die gewählten Politiker schon Verantwortung übernehmen.“

>>> Lehrerin und Busfahrer

Silke Jacobs (57) ist in Essen-Frintrop aufgewachsen. Seit 2001 lebt sie in Oberhausen. Der SPD gehört sie seit 1986 an. „Für mich gab es eigentlich nur die SPD“, sagt sie. Die SPD sei die Partei der sozialen Gerechtigkeit. Jacobs ist zuversichtlich, dass die SPD mit Veränderungen der ihrer Meinung nach teilweise sehr ungerechten Hartz-IV-Gesetzgebung wieder aus dem Umfragetief herauskommt. Die Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache beim Goethe-Institut in Düsseldorf hat Slawistik und Sprachlehrforschung studiert und ist auch gewerkschaftlich engagiert.

Thorsten Kamps (49) trat 2010 in die SPD ein, wurde vor zwei Jahren als Nachfolger von Thomas Krey Vorsitzender der Osterfelder SPD. „Ich war immer schon SPD-Wähler“, sagt er. Er ist Busfahrer bei der Stadtwerke Oberhausen AG (Stoag) und gehört ihrem Betriebsrat an. Darüber kam er auch erstmals mit den Sozialdemokraten in Kontakt.

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