SCHULPROJEKT

Umwelt-Lehrstunde – das Handy und seine Umweltfolgen

Umweltpädagoge Michael Geisler erklärte den Schülern den nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen.

Foto: Bögeholz

Umweltpädagoge Michael Geisler erklärte den Schülern den nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen. Foto: Bögeholz

Oberhausen/Sterkrade.   Ein Schulprojekt am Sophie-Scholl-Gymnasium drehte sich um ungehemmten Konsum und dessen weltweite Umweltfolgen. Ein Beispiel: das Handy.

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Wie schädigt die Handy-Produktion die Umwelt? Das war eine der zentralen Fragen beim Schulprojekt in Regie von „Germanwatch“ am Sophie-Scholl-Gymnasium. Schülerinnen und Schüler aus dem 7. Jahrgang lernten in dieser Woche bei der Visite eines Umweltexperten und -pädagogen die Bedeutung von Ressourcenschutz und Recycling kennen.

Umweltpädagoge Michael Geisler (49) kommt durch die Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Umweltschutzverein „Germanwatch“ regelmäßig an weiterführende Schulen und macht den Schülern klar, wie das Leben in den Industrieländern etwa dazu beiträgt, dass Regenwälder abgeholzt werden und massive Umweltschäden weltweit eintreten.

„In einem Handy sind 0,025 Gramm Gold verbaut“, brachte der Experte die Schüler zum Staunen. Das Bedenkliche daran sei jedoch die umweltschädliche Förderung des Edelmetalls. Für eine einzige Goldmine in Südamerika würden große Teile von Regenwäldern abgeholzt, so der Experte. Um an das Edelmetall zu gelangen müssten anschließend Minen in die Landschaft gesprengt werden. Aus einer Tonne Gestein gewinne man aber gerade einmal 2,5 Gramm Gold. Das Gestein werde in riesige Säurebäder gelegt, damit sich das Gold abtrennen könne. Auch diese Säure schädige massiv die Umwelt.

Mobiltelefone nachhaltig nutzen

Da sich eine der größten Goldminen der Welt in einer Erdbebenregion in Kolumbien befinde, bekämen die Säurebecken dort häufig Risse und die Giftstoffe gelangten ins Grundwasser und von da über Flüsse bis in den Ozean.

Der Experte erklärte: „Nach Schätzungen liegen rund 106 Millionen alte Handys allein in Deutschland in Schubladen. Wir könnten die Umweltschäden vermindern, indem wir unser Handy so lange benutzen, bis es nicht mehr funktioniert.“ Bei diesem Thema spiele Recycling und Nachhaltigkeit eine überragende Rolle: „Wir könnten unsere alten Handys auch verkaufen, so dass jemand anders sie weiter nutzen kann.“

Die Schüler hörten aufmerksam zu, staunten über die Fakten und fragten gezielt nach. Schülerin Giulia (12): „Bei uns in Nordrhein-Westfalen gibt es auch Minen, in denen Braunkohle abgebaut wird. Wofür wird diese Kohle gebraucht?“ Die Antwort: „Mit Braunkohle wird in Kraftwerken Strom erzeugt, zum Beispiel um dein Handy zu laden.“ Auch dieser Tagebau habe massive Umweltauswirkungen und hinterlasse riesige Brachlandschaften. Zudem müssten viele Menschen jene Orte, ihre Heimat, verlassen, die in den Abbaugebieten lägen.

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