Studie

Oberhausen erneut schlecht im Ranking - Stadt ist überrascht

Neben Arbeitslosenquote, Kaufkraft, Wohnfläche, Frauenbeschäftigungsquote oder Wald- und Wasserflächenanteil erhielt Oberhausen auch schlechte Bewertungen bei der Ganztagsbetreuungsquote von Klein- und Kindergartenkindern.

Neben Arbeitslosenquote, Kaufkraft, Wohnfläche, Frauenbeschäftigungsquote oder Wald- und Wasserflächenanteil erhielt Oberhausen auch schlechte Bewertungen bei der Ganztagsbetreuungsquote von Klein- und Kindergartenkindern.

Oberhausen.   In der großen Deutschlandstudie des ZDF im Mai landet die Stadt auf Platz 398 von 401 Städten und Kreisen. Ergebnis überrascht Stadt und Politik.

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Wo lebt es sich am Besten? Welche der 401 bewerteten Landkreise und Städte sind top und welche flop? Oberhausen landete in einer Deutschlandstudie des Fernsehsenders ZDF auf Platz 398 – ein Ergebnis, das Stadtverwaltung und einige Ratsfraktionen verwundert registriert haben.

Dazu zählt der Dezernent für strategische Planung, Ralf Güldenzopf: „Die Ergebnisse haben uns überrascht und dürften auch viele Bürgerinnen und Bürger überrascht haben.“ Die Studie sage nichts über die Lebensqualität einer Stadt aus. Wie die CDU-Fraktionsvorsitzende Simone-Tatjana Stehr beruft sich der Dezernent auf die große Bürgerbefragung 2016, bei der 86 Prozent der Befragten aussagten, gerne in Oberhausen zu leben und zufrieden mit ihrer Stadt zu sein.

Die Meinung der Parteien

Die SPD-Fraktion sieht die Bewertung einiger Aspekte skeptisch. Die Grünen-Fraktion merkt an, dass Oberhausen 122 von möglichen 300 Punkten erreicht habe – und die führende Stadt München mit 207 Punkten auch nur rund zwei Drittel der Gesamtpunktzahl. Kritisch sehen die Grünen, dass zum Teil Zahlen aus den Jahren 2013 und 2015 ausgewertet wurden, die nicht dem aktuellen Stand entsprechen. So zeigt die Kriminalitätsstatistik 2017, wonach Oberhausen die drittsicherste Stadt Deutschlands ist, auch eine deutliche Minderung bei Wohnungseinbrüchen und Gewalttaten.

Oberhausen will sich entwickeln

Die Stadt arbeitet laut Güldenzopf weiter daran, Oberhausen sicherer und sauberer zu machen. Wie Ratsfrau Andrea-Cora Walther von der Bürgerliste verweist er auf den aktuellen Sozialbericht, der zeigt, wo in Oberhausen weitere große Herausforderungen liegen. Im Bereich Wirtschaft und Arbeit habe es laut Güldenzopf etwa mit der Entwicklung von Gewerbeflächen und der Gewinnung von Investoren Fortschritte gegeben. In diesem Jahr soll die Arbeitslosenquote erstmals unter zehn Prozent sinken.

Auch die CDU-Fraktion verweist auf die aktuellen Entwicklungen. „Dass wir aus historischen Gründen beispielsweise mit Langzeitarbeitslosigkeit mehr Probleme haben als das heutige München, das macht die Studie noch einmal deutlich“, meinte Simone-Tatjana Stehr. „Deshalb ist es ja von so hoher Bedeutung für uns, dass wir in den kommenden Jahren über das zentrale Edeka-Auslieferungslager, über das global größte Fitness- und Gesundheits-Center und weitere Ansiedlungen mehr als 2000 neue Arbeitsplätze in Oberhausen bekommen werden.“

Die Forderungen

Der SPD-Fraktionschef Wolfgang Große Brömer empfiehlt einen öffentlich geförderten, sozialen Arbeitsmarkt und die Förderung und Ansiedlung von qualifizierten Arbeitsplätzen. „Oberhausen kann mehr als nur Logistik“, stellte er fest. Außerdem sollten Bildungschancen vom Kindergarten an mehr gefördert werden und es wirksame Hilfen von Bund und Land für verschuldete Städte geben.

Mehr Geld für die Kommunen für eine Verbesserung der Infrastruktur, fordert auch die Linke Liste. Zudem würden zeitgemäß ausgestattete Schulen benötigt. Linke Liste und Grüne verweisen zudem auf eine emissionsarme Verkehrspolitik zur Luftverbesserung wie durch den Ausbau der Elektromobilität sowie mehr und bessere Radwege. Die Linke Liste befürwortet auch einen besseren und perspektivisch kostenlosen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und eine fußgängerfreundliche Stadt.

>>> RUBRIKEN WIE ARBEIT UND WOHNEN, FREIZEIT UND NATUR

Wissenschaftler des Prognos-Instituts hatten Daten aus allen beteiligten Kreisen und Städten ausgewertet – und zwar in 53 Kategorien in den Rubriken Arbeit und Wohnen, Freizeit und Natur sowie Gesundheit und Sicherheit. Dabei erzielte Oberhausen unter anderem bei der Arbeitslosenquote, der Kaufkraft, der Wohnfläche je Einwohner, der Frauenbeschäftigungsquote, dem Anteil von Wald- und Wasserflächen, der Ganztagsbetreuungsquote von Kleinkindern und im Kindergartenalter, der Kinder- und Altersarmut, den Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Werten, der Ozonbelastung sowie bei den Gewaltverbrechen und Wohnungseinbrüche schlechte Bewertungen. Was aber zum Beispiel die Kultur, den Anteil der Erholungsflächen, die Erreichbarkeit von Krankenhäusern oder die Arbeitsstunden von Erwerbstätigen betrifft, sind die Bewertungen der Lebensqualität in der Stadt dagegen vergleichsweise sogar sehr gut.

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