Stadterneuerung

Künstler wollen bei „Brückenschlag“ in Oberhausen mitmischen

Ein Beispiel für kreatives Arbeiten an der Marktstraße: Im  Mai und Juni 2017 verschönerte Künstler Georg Overkamp mit seiner Kollegin Alexandra Weyer die Mauer an der Oberen Markstraße in Nähe des Geschäfts von Stefan Hülskemper (re.).

Ein Beispiel für kreatives Arbeiten an der Marktstraße: Im Mai und Juni 2017 verschönerte Künstler Georg Overkamp mit seiner Kollegin Alexandra Weyer die Mauer an der Oberen Markstraße in Nähe des Geschäfts von Stefan Hülskemper (re.).

Foto: Kerstin Bögeholz

OBERHAUSEN.  Beim Treffen im Bert-Brecht-Haus wurden personelle Weichen für das Stadterneuerungs-Projekt gestellt. Kunstschaffende und Vereine sind beteiligt.

Am Ende des Abends wurde es im Bert-Brecht-Haus richtig spannend, da sollten die anwesenden Vertreter von Vereinen und Kultur-Szene einen der Künstler in den Beirat für das Projekt „Brückenschlag“ entsenden. Der Künstler Einar Fehrholz setzte sich dabei unter vier Bewerbern in geheimer Wahl durch. Wenn er verhindert ist, vertritt ihn die Künstlerin Simone Kamm.

„Brückenschlag“, das ist die millionenschwere Stadterneuerung für Lirich-West und Teile der Innenstadt, die in diesem Jahr anläuft. In einem Beirat aus Lokalpolitikern, Vertretern von Organisationen, Vereinen und Stadtverwaltung soll vier Mal im Jahr über die einzelnen Teilprojekte beraten werden. Vor allem aber soll er über die Verwendung jener rund 70.000 Euro im Jahr entscheiden, mit denen Initiativen von Bürgern und Vereinen gefördert werden, die wieder mehr Leben in die Innenstadt und nach Lirich bringen.

„Brückenschlag“ wirkt bis zur Gustavstraße

Für den Sitz des Vereins-Vertreters bewarb sich einzig Jürgen Cotta aus Lirich. Er bringt bereits Erfahrung aus dem Beirat des ausgelaufenen Förderprojekts für Lirich mit, gehört der Bürgerinitiative der Siedlung Gustavstraße an, die auch vom „Brückenschlag“ profitiert, außerdem dem Sportverein Concordia. Weil sich aus den Reihen der Vereine kein weiterer Kandidat meldete, stellte sich der Fotograf und Designer Axel Scherer als Stellvertreter zur Verfügung. Er ist auch Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Oberhausen-Mitte.

Die Parteien sind mit sieben Mitgliedern über die Bezirksvertre-tung in dem Beirat präsent. Weitere acht Mitglieder entsenden die Kirchen, der Integrationsrat, das Jugendparlament, die Wohlfahrtsverbände, das „CityO.-Management“ und der Einzelhandel. Dazu kommen noch zwei möglichst ungebundene Bürger, die noch nicht bestimmt sind.

Stadtteilbüro stellte seine Arbeit vor

Bei dem Treffen galt es, die beiden Vertreter von Kultur-Szene und Vereinen in dem 19-köpfigen Gremium zu bestimmen. Rund 25 Interessierte waren gekommen.

Begrüßt wurden sie von Kulturdezernent Apos­tolos Tsalastras. Der betonte, dass „Brückenschlag“ deutlich mehr kulturell-kreativ ausgerichtet sei als frühere Förderprogramme für die Stadt. Dann stellten Mitarbeiter des Stadtteilbüros an der Marktstraße ihre Aufgaben und die des Beirats vor.

Im Einzelfall bis zu 10.000 Euro

Aus den Reihen der Versammlung wurde kritisiert, dass der Beirat praktisch erst im zweiten Halbjahr mit seinen Treffen beginnen kann – und damit auch die Einzelinitiativen, die aus dem sogenannten Verfügungsfonds unterstützt werden sollen. Zwischen 100 Euro und 2000 Euro können für eine Aktion beantragt werden, im Einzelfall auch bis zu 10.000 Euro.

Alexandra Grüter vom Stadtteilbüro erwiderte, bis die Mittel ausgezahlt würden, müssten die Betroffenen ohnehin in Vorleistung treten. Ob ein Projekt überhaupt nach den Richtlinien gefördert werden darf, also eine Chance habe, könne schon vorher mit dem Büro abgeklärt werden.

Den Einfluss nicht unterschätzen

Werden die 70.000 Euro pro Jahr nicht ausgeschöpft, verfällt der Rest. Laut Grüter haben sich aber schon 17 Interessenten gemeldet, die Anträge stellen wollen.

„Ich habe gedacht, der Beirat hätte mehr zu sagen“, bedauerte ein Teilnehmer. Ihm entgegnete Uwe Wilzewski von der Stadtverwaltung, nach den bisherigen Erfahrungen sollte man den Einfluss des Beirates nicht unterschätzen, auch wenn die Einzelmaßnahmen formal von der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen beschlossen würden. Die entscheidende Beratung finde im Beirat statt.

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