KANAL- UND STRASSENBAU

Neue Kanäle, neue Fahrbahnen – Stadt lässt die Bagger rollen

Mit zahlreichen Verkehrsbeeinträchtigungen durch Kanalbaustellen müssen Alt-Oberhausener, Alstadener und Liricher auch 2018 und 2019 rechnen; hier die Straße Heiderhöfen im Dezember 2017.

Foto: Kerstin Bögeholz

Mit zahlreichen Verkehrsbeeinträchtigungen durch Kanalbaustellen müssen Alt-Oberhausener, Alstadener und Liricher auch 2018 und 2019 rechnen; hier die Straße Heiderhöfen im Dezember 2017. Foto: Kerstin Bögeholz

Alt-Oberhausen.  An 17 Punkten im Stadtsüden werden 2018 und 2019 Kanäle und Fahrbahnen erneuert. Politiker diskutieren das Maßnahmenbündel.

Insgesamt 17 verschiedene Projekte im Kanal- und Straßenbau sind in diesem Jahr im Stadtbezirk vorgesehen. Erstmals legte die Stadtverwaltung eine Zwei-Jahres-Übersicht, also für 2018 und für 2019, vor. In der Bezirksvertretung wurde das kritisch diskutiert.

Bei sechs der acht Projekte handelt es sich um Fortsetzungen aus dem Jahr 2017. So wird der neue Kanal in der Straßburger Straße von Lohstraße bis Danziger Straße weitergebaut, die Straße anschließend komplett neu aufgebaut. Das kostet rund 600 000 Euro und die Anwohner werden daran über Beiträge beteiligt.

Fünf Projekte sollen 1,6 Millionen Euro kosten

Fünf reine Straßenbauprojekte aus 2017 müssen noch abgearbeitet werden: der Ausbau der Schifferstraße in Alstaden, die Uhlandstraße im Knappenviertel von Brücktor- bis Knappenstraße, die neue Fahrbahndecke der Höfmannstraße in Dümpten und der Tannenbergstraße in Stadtmitte von Ebert- bis Danziger Straße sowie schließlich der Ausbau der Kettwiger Straße im Hausmannsfeld.

Zu den Einzelkosten schweigt sich das Bauprogramm aus. Es gibt nur an, dass sämtliche Projekte von Schiffer- bis Kettwiger Straße zusammen 1,6 Millionen Euro kosten. Auch über eventuelle Anliegerbeiträge gibt es keine Angaben.

Viele neue Projekte für 2018 und 2019

Neu sind der Kanalbau an der Konrad-Adenauer-Allee in Höhe Lindnerstraße (300 000 Euro), der Baubeginn auf der Ankerstraße in Borbeck von Quell- bis Hafenstraße (vorerst 50 000 Euro), der Start des Projekts Hunsrückstraße, an der Grenze zum Knappenviertel, von Hausberg- bis Beckerstraße (vorerst 450 000 Euro) und die Hausbergstraße von Falkenstein- bis Hunsrückstraße (vorerst 200 000 Euro). Hinzu kommen die Nohlstraße in Styrum von Josefstraße bis Haus Nummer 219 (vorerst 40 000 Euro), die Straße Heiderhöfen in Alstaden von Bebelstraße bis Lickenberg (vorerst 555 000 Euro) und die Rosenstraße in Lirich von Girondelle bis Ulmenstraße (100 000 Eu­ro).

Ein neues Straßenbauprojekt ist der sogenannte Vollausbau der Wunderstraße in Lirich von Siebenbürgenstraße bis Ulmenstraße. Eine neue Fahrbahn erhält die Einbleckstraße in Borbeck von Ripshorster Straße bis Kanalbrücke. Das ist auch für die beiden Kreuzungen Duisburger Straße/Concordiastraße und Concordiastraße/Bebelstraße, beide in Lirich, geplant. Genaue Kosten werden nicht genannt.

Anwohner sollen informiert werden

In der Bezirksvertretung begann Christiane Gerster-Schmidt (SPD) die Aussprache. „Die Liebknechtstraße sollte schon 2015 saniert werden. Mittlerweile ist sie eine Rüttelstrecke, ist jetzt aber erst nach 2019 vorgesehen“, wunderte sie sich. Und an der Straße Heiderhöfen sei abzusehen, dass sie innerhalb von drei Jahren drei Mal aufgerissen werde, 2019 erneut.

Sie bat darum, die Anwohner darüber zu informieren. In die gleiche Richtung ging die Kritik der CDU. „Die Flügelstraße (vorgesehen ab 2019) ist noch viel besser als der Neue Weg. Warum wird die eine Straße eingeplant und die andere nicht?“, fragte Dominik Steenkamp.

Bessere Abstimmung mit Betreibern möglich

„Die Liebknechtstraße wurde wegen Leitungsbaus aufgeschoben“, erklärte Sabine Janclas von der Verwaltung. Das habe sich so verzögert, dass der Auftrag zurückgenommen worden sei. Die Wirtschaftsbetriebe würden den Straßenzustand auswerten und mit dem Kanalbauprogramm abgleichen.

Eine Bürgerbeteiligung finde in jedem Fall statt. Die vorgelegte Zwei-Jahres-Planung mache eine bessere Abstimmung mit den Betreibern von Leitungen möglich. Deshalb sei auch ein Fünf-Jahres-Plan das Ziel. Auf diese Weise könnten auch der Ausbau des Nahverkehrs und größere Förderprogramme besser berücksichtigt werden.

„Verbindlichere Aussagen“

Hartwig Krompa (SPD) wünschte sich verbindlichere Aussagen. Marc Hoff (FDP) befürwortete, dass die Leitungsbetreiber sich an der Stadt orientieren sollten und nicht umgekehrt. Es gebe ansonsten ein Vermittlungsproblem gegenüber den Bürgern, hieß es bei der SPD.

Politik und Bürger müssten schneller beteiligt werden, forderte Albert Karschti (Bürgerliste). „Wir werden überlegen, ob gemeinsame Informationen mit den Leitungsbetreibern möglich sind“, erwiderte Sabine Janclas. Denn die müssten noch andere Planungsbelange berücksichtigen. Das mache die Sache kompliziert.

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